Gemini 4 Argon: Google beschränkt den Zugang auf Cybersecurity-Teams

Das Modell führt in zwölf von 18 veröffentlichten Tests, bleibt aber zunächst ausgewählten Cybersicherheitsteams vorbehalten.

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Google hat sein neues Flaggschiff-Modell Gemini 4 Argon veröffentlicht. Der Zugriff bleibt vorerst streng limitiert: Ausschließlich ausgewählte Cybersicherheitsfachleute erhalten Zugang zu dem System, um vor einer breiteren Öffnung umfassende Sicherheitsbewertungen durchzuführen. Ein Termin für eine generelle Verfügbarkeit für Entwickler, Unternehmen und Konsumenten wurde nicht genannt.

Zugang über Sicherheitsinitiative Fairwind

Die Bereitstellung erfolgt über das Fairwind-Programm, das Google Anfang September für Cloud-Kunden, Behörden und Sicherheitsfirmen mit mehr als 650 Partnern ins Leben gerufen hatte.

Am 3. Oktober 2026 stellte Google klar, dass Verteidiger eine Version des Modells ohne Cybersicherheits-Guardrails erhalten. Dieser Zugriff ist auf spezialisierte Sicherheits-, Notfall- und Penetrationstest-Teams beschränkt und setzt eine Multi-Faktor-Authentifizierung voraus.

Zudem beteiligt sich Google am freiwilligen Pre-Release-Zugangsprozess der US-Regierung im Rahmen des White House Accord on Super Intelligence. Vor einer breiteren Freigabe für Kunden von AI Ultra und Bezahl-APIs sollen die Schutzmechanismen gegen Missbrauch und Prompt-Injection verstärkt werden. Das Frontier Safety Framework des Konzerns filtert dabei Risiken in den Bereichen Cyber, Chemie, Biologie sowie Strahlungs- und Nukleargefahren.

Laut Google DeepMind wurde Gemini 4 Argon in eine frühe Post-Training-Phase überführt. Das Limit für Ausgabe-Tokens stieg dabei von 64.000 auf 1 Million, was etwa dem 15,6-Fachen entspricht. Diese Erweiterung soll durchgängige agentische Workflows ermöglichen, mit denen sich Schwachstellen autonom aufspüren, validieren und beheben lassen.

Testergebnisse und interne Einsatzbereiche

Nach Angaben von Google erzielt das System Spitzenwerte in mehreren Benchmarks: 77,9 Prozent bei DeepSWE v1.1, 91,7 Prozent bei LVBench, 51,3 Prozent bei AutomationBench und 68 Prozent bei CWE-bench v1. Damit liege das Modell in zwölf von 18 offengelegten Tests an der Spitze und teile sich in einem 13. Test den ersten Rang.

Auf DeepSWE v1.1 erreichten Claude Opus 5,5 und GPT-6 Astra jeweils 74,2 beziehungsweise 74,1 Prozent. Im Bereich ML-Engineering auf PostTrainBench erzielte Claude Opus 5,5 hingegen 49,3 Prozent, während Argon auf 45,3 Prozent kam.

Messungen von Artificial Analysis bescheinigen Gemini 4 Argon einen Intelligence Index von 53 – gleichauf mit GPT-6 Astra – bei 60 Prozent der Kosten pro Aufgabe sowie einer Halluzinationsrate von 15 Prozent.

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Die Sicherheitsfirma Wiz, die das Modell im Rahmen des Fairwind-Programms einsetzt, entdeckte laut Berichten mithilfe von Argon im Projekt „Scan for Good“ eine kritische Sicherheitslücke in einer weltweit genutzten Krankenhaussoftware, die Vorgängermodelle übersehen hatten.

Intern setzt Google Gemini 4 Argon unter anderem für Migrationen von C und C++ zu Rust ein, darunter in Projekten wie re2, libgav1 und dem Zircon-Kernel von Fuchsia OS mit über 800.000 Zeilen.

Bei libgav1 ersetzte das System 32.000 Zeilen SIMD-Code, wobei der Decoder bei identischer Videoausgabe um das 2,7-Fache schneller als die Rust-Portierung arbeitete. Weitere Einsätze betrafen die Optimierung von Quanten-Algorithmen und die autonome Speicherverwaltung in Rechenzentren, wo mehr als 300 TiB freigesetzt wurden.

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Kritikpunkte und Marktumfeld

Koray Kavukcuoglu, Chief AI Architect und Senior Vice President bei Google DeepMind, verwies auf Spitzenleistungen in komplexen Workflows für Software-Engineering, Cybersicherheitsverteidigung und anspruchsvolle Wissensarbeit.

Dennoch gibt es Vorbehalte: Laut einem Bericht von Bloomberg äußerten Google-Mitarbeiter mit direktem Zugang interne Bedenken zur Wettbewerbsfähigkeit, da sich das Modell bei bestimmten Programmieraufgaben schwer tue.

Am 3. Oktober 2026 bewertete der Analyst Pareekh Jain die Fähigkeiten bei alltäglichen Programmierarbeiten als durchschnittlich; bei Terminal-Operationen und kreativem Schreiben liege das Modell zurück.

Die Veröffentlichung erfolgt in einem dynamischen Branchenumfeld, unmittelbar nach OpenAIs Entwicklerkonferenz. Zudem verdeutlichen Daten der GTIG die Dringlichkeit defensiver Sicherheitswerkzeuge: Durch KI entdeckte Schwachstellen werden oft binnen Tagen nach ihrer Offenlegung ausgenutzt. Das monatliche Aufkommen an CVE-Meldungen verdoppelte sich im Jahresverlauf von 5.045 im Januar auf 10.740 im August 2026.

Für die spätere Nutzung nannte Google einen Einführungspreis von 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens bei einem Rabatt von 95 Prozent auf zwischengespeicherte Eingaben. Regulär sollen später 4 beziehungsweise 20 US-Dollar fällig werden. Wann diese Phase endet, bleibt offen.