Vier auf dem Modell Gemini 4 Argon basierende KI-Agenten von Google DeepMind haben das Computerspiel Minecraft ohne menschliche Eingriffe durchgespielt und den Ender Dragon besiegt. Für den Durchlauf in einer zufällig generierten Survival-Welt der Java Edition 1.20.4 auf dem Schwierigkeitsgrad „Easy“ benötigte das Team 27 Stunden und 14 Minuten. Die Steuerung der Spielfiguren erfolgte über die Open-Source-Bibliothek Mineflayer.
Wissenschaftliche Details zu dem Experiment veröffentlichten Maxence Faldor, Satinder Singh und Roberta Raileanu in einem Preprint auf arXiv sowie in einem Beitrag von DeepMind.
Dem Team zufolge handelt es sich um die erste vollständig autonome End-to-End-Durchspielung von Minecraft durch KI-Agenten unter Nutzung der regulären Mineflayer-Schnittstelle. Ziel der Untersuchung war die Erforschung von koordinierter Agentenarbeit für komplexe Aufgaben.
Koordination und Codegenerierung im Spielverlauf
Die Agenten steuerten ihre Aktionen, indem sie eigenständig JavaScript-Programme schrieben. Bis zum Sieg über den Endgegner erstellten sie 2.783 Programme, insgesamt waren es 2.839 Programme mit 63.313 Codezeilen sowie 42 Hilfsfunktionen.
Die mediane Programmlaufzeit lag bei 33,5 Sekunden; tatsächlich lief generierter Code nur während 40 Prozent der gesamten Spielzeit. Rund 22 Prozent der Programme endeten mit einem Fehler. Der Server musste im Verlauf sechsmal neu gestartet werden, was zu etwa 20 Minuten Ausfallzeit führte. Netzwerkzugriffe außerhalb der Umgebung waren den Programmen untersagt.
Untereinander tauschten die Agenten 229 Chat-Nachrichten aus, wobei sich die Aufgabenverteilung organisch herausbildete:
– Der Agent „janesick“ übernahm die Werkzeugbeschaffung sowie die Ortung des End-Portals.
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Mittels Triangulation über Enderaugen schätzte er die Position des Portalraums bei einer Distanz von 1,3 Kilometern auf 43 Meter genau ein.
– Der Agent „gyldenia“ kümmerte sich um die Nahrungssicherung der Gruppe.
– Der Agent „auratian“ baute das Nether-Portal.
– Der Agent „bulicame“ errichtete Schutzunterstände und setzte den finalen Treffer gegen den Drachen, während er selbst nur noch 2,5 von 20 Lebenspunkten besaß.
Ein fünfter, als Beobachter fungierender Agent überwachte das Spielgeschehen auf mögliche Regelverstöße, griff jedoch nicht aktiv ein. Die beteiligten Forscher hätten das Experiment jederzeit anhalten können, sahen dazu jedoch keine Veranlassung.
Zahlreiche Rückschläge vor dem Finale
Bis zum erfolgreichen Abschluss verzeichnete die Gruppe insgesamt 605 Tode. Die häufigste Ursache waren normale Monster mit 351 Fällen, gefolgt von 69 Verlusten durch den Drachen, 67 durch Ertrinken, 57 durch Stürze ins Leere und 47 durch Lava.
Dennoch erreichte das Team wichtige Zwischenschritte: Das Nether-Portal entstand in den ersten zwei Stunden, eine Nether-Festung wurde kurz vor der Drei-Stunden-Marke entdeckt. Nach 10 Stunden und 43 Minuten waren die erforderlichen Enderaugen beisammen, und der Eintritt in die End-Dimension erfolgte nach 13 Stunden und 33 Minuten.
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Der anschließende Kampf erstreckte sich über rund 14 Stunden. Ab der 21-Stunden-Marke zerstörte Agent Auratian die zehn regenerierenden Kristalle über eine Strategie mit Erdpfeilern innerhalb von 4 Stunden und 40 Minuten. Rund 39 Minuten später war der Ender Dragon besiegt.
Rechenaufwand, Kosten und Rahmenbedingungen
Das Experiment erforderte 1,35 Milliarden Input-Tokens, von denen 91 Prozent aus dem Cache stammten, sowie rund 16 Millionen Output-Tokens bei circa 24.000 Modellaufrufen. Die Kosten für die API-Nutzung bis zum Sieg beliefen sich auf etwa 520 US-Dollar zum bis zum 30. November gültigen Einführungspreis mit 50 Prozent Rabatt beziehungsweise rund 1.040 US-Dollar zum Standardpreis.
Für die gesamte Session inklusive des Beobachter-Agenten lagen die Ausgaben bei etwa 810 US-Dollar zum Rabattpreis beziehungsweise 1.620 US-Dollar nach regulären Listenpreisen. Für reguläre Anwender entspricht dies ungefähr 60 US-Dollar pro Stunde oder 15 US-Dollar je Agent und Stunde.
DeepMind wies zugleich auf mehrere Einschränkungen hin: Das Experiment umfasste nur einen einzelnen Lauf auf dem leichten Schwierigkeitsgrad. Zudem macht die Mineflayer-Bibliothek Blöcke auch hinter Steinwänden sichtbar.
Menschliche Spieler benötigen für die Hauptgeschichte von Minecraft im Schnitt 45 Stunden, während der aktuelle Speedrun-Rekord bei 6 Minuten und 36 Sekunden liegt. Vorab erkundete Welten-Samen (Seeds) oder spielspezifische Hilfswerkzeuge für Menschen kamen bei dem KI-Durchlauf nicht zum Einsatz.
Mehr zum Thema bei ComputerBase: „Gemini 4: Vier Autonome KI-Agenten besiegen Minecraft in 27 Stunden“

