Am 28. Oktober 2026 hat Google das KI-Modell Gemini 4 Carbon vorgestellt. Es folgt auf Gemini 4 Argon, das am 13. Oktober 2026 allgemein freigegeben worden war. Das neue Modell wurde insbesondere für anspruchsvolle Aufgaben in der Softwareentwicklung und Cybersicherheit entwickelt.
Hohe Werte bei internen Sicherheits- und Programmiertests
Nach Unternehmensangaben führt Gemini 4 Carbon den Artificial Analysis Intelligence Index v5.0 mit 59 Punkten an. Dahinter folgen Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten sowie GPT-6 Astra mit 57 Punkten, jeweils in der Maximalkonfiguration. Der Vorsprung von einem Punkt gilt als gering; Angaben zu einer Fehlermarge wurden nicht veröffentlicht.
Bei internen Sicherheitsbenchmarks, die Google nach eigenen Angaben ohne zwischengeschaltete Schutzmechanismen durchführte, erzielte Carbon im SEC-bench Pro 88,2 Prozent, im ExploitGym 54,8 Prozent und im CWE-bench 71,0 Prozent. Bei der Erstellung von sicherem Programmcode erreicht Carbon laut internen Tests eine mehr als doppelt so hohe Erfolgsrate wie das Vorgängermodell Argon.
Das Entwicklerteam des Browsers Chrome berichtete zudem, dass Carbon qualitativ hochwertige Fehlerkorrekturen mehr als zehnmal häufiger liefere als andere große Spitzenmodelle. Unabhängige Überprüfungen dieser Testergebnisse stehen bislang aus.
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Ausrichtung auf Langzeitaufgaben und beschränkter Zugriff
Google hat Gemini 4 Carbon auf komplexe Langzeitprozesse ausgelegt. Das Modell wurde intern teils über Tage hinweg eingesetzt, um grundlegende Fehlerursachen in umfangreichen Quellcodes zu ermitteln und zu beheben. Ein Werkzeug namens CodeMender kann derartige Korrekturen automatisieren.
Der Zugriff auf das Modell bleibt vorerst stark eingeschränkt. Zunächst erhalten ausgewählte Cybersicherheitsexperten Zugang, bevor vertrauenswürdige Partner über das sogenannte Fairwind-Programm eingebunden werden sollen.
Einen Termin für eine breitere Freigabe oder einen allgemeinen Zugang für Softwareentwickler nannte das Unternehmen nicht, auch die Liste der berechtigten Organisationen blieb unveröffentlicht. Google beteiligt sich zudem am freiwilligen Testprogramm der US-Regierung für Vorabveröffentlichungen von KI-Modellen.
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Die Einführungspreise für die Schnittstelle (API) entsprechen dem Niveau von Argon: Sie liegen bei 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token (~315 Yen) und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token (~1573 Yen).
Für zwischengespeicherte Eingaben wird ein Nachlass von 95 Prozent gewährt. Zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt soll eine Verdopplung auf 4 US-Dollar beziehungsweise 20 US-Dollar (~629/~3145 Yen) erfolgen.
Zeitgleiche Veröffentlichung von OpenAI
Die Vorstellung von Carbon folgt auf eine Veröffentlichung des Wettbewerbers OpenAI: Dieser brachte am 26. Oktober 2026 das Modell GPT-6.1 Terra heraus, den Nachfolger des im Juli erschienenen GPT-5.6 Terra. Das Modell legt den Schwerpunkt auf visuelle Logik, Computer-Nutzung sowie Textverarbeitung und steht Abonnenten von ChatGPT Plus, Pro, Enterprise und Edu sowie Entwicklern zur Verfügung.
Ein Bericht vom 31. Oktober 2026 datierte die Bereitstellung von GPT-6.1 Terra auf den 27. Oktober 2026 und hob niedrige Betriebskosten als wesentliches Merkmal hervor.
Bei OpenAI liegen die API-Kosten für Terra bei 1 US-Dollar pro Million Eingabe-Token, 5 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token sowie 0,05 US-Dollar für zwischengespeicherte Eingaben, womit es nur halb so teuer ist wie das im September gestartete Modell GPT-6.1 Sol.
Im Benchmark Terminal-Bench 4.0 erreicht GPT-6.1 Terra eine Lösungsquote von 50,3 Prozent, während GPT-5.6 Terra bei 21,5 Prozent lag. Laut OpenAI erreicht Terra bei der Computer-Bedienung die Leistung von GPT-6 Astra zu einem Zehntel des Preises.

