Gemini 4 Carbon: Google testet intern ein neues Modell für Coding

Interne Rückmeldungen zu Carbon fallen positiv aus; Google plant Argon-Zugang für zahlende API-Kunden und Ultra-Abonnenten.

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Der Technologiekonzern Google erprobt nach Informationen aus Unternehmenskreisen ein weiteres Modell seiner kommenden Modellgeneration Gemini 4. Auf der internen Entwicklungsplattform Jetski testen Mitarbeiter derzeit eine Variante namens Carbon für Programmieraufgaben. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Vorbereitungen voran, um das bereits offiziell angekündigte Modell Argon einem breiteren Nutzerkreis zugänglich zu machen.

Internes Feedback und Einordnung der Modellvarianten

Wie aus Berichten hervorgeht, steht Carbon seit wenigen Tagen für interne Versuche auf Jetski bereit. Google-Mitarbeiter beschreiben die Leistungsfähigkeit des Modells bei langlaufendem, agentischem Coding als vergleichbar mit Claude Opus 5.5 von Anthropic.

Zudem sei die Variante nach ersten Eindrücken sehr leistungsfähig, wenngleich weitere Tests ausstünden und es sich bislang um vorläufiges Feedback ohne systematische Auswertung handle.

Bislang ist unklar, ob Carbon eine eigenständige Ausbaustufe der Gemini-4-Reihe darstellt oder als Aktualisierung beziehungsweise Zwischenschritt für das Modell Argon fungiert. Google lehnte eine Stellungnahme zu dem internen Test ab.

Innerhalb des Konzerns firmieren mehrere experimentelle Modellbezeichnungen der Gemini-4-Serie unter den Namen Argon, Barium und Carbon. Die intern als Barium-B bezeichnete Version soll im Rahmen der Veröffentlichung regulär als Argon erscheinen.

Frühere Versionen von Argon stießen intern überwiegend auf positive Resonanz, wenngleich einzelne Mitarbeiter bei bestimmten Coding-Aufgaben noch Rückstände gegenüber Anthropics Modell Claude Opus 5 sahen.

Ein Bericht von Bloomberg über Kritik an frühen Versionen beim Front-End-Coding wurde von Google als unzutreffend zurückgewiesen, während Koray Kavukcuoglu, Chief AI Architect von Google und Führungskraft bei Google DeepMind, dem Entwicklungsteam volles Vertrauen aussprach.

Vorbereitungen für den Marktstart von Gemini 4 Argon

Google hatte Gemini 4 Argon am 30. September 2026 offiziell angekündigt und den Zugriff zunächst auf ausgewählte Sicherheitsforscher im Rahmen des Fairwind-Programms sowie interne Teams beschränkt. Zu den Schwerpunkten des Modells zählen agentisches Coding, multimodale Eingaben, langes logisches Schlussfolgern sowie defensive Cybersicherheit.

Für Argon meldete Google Spitzenwerte in diversen Leistungstests: Auf DeepSWE v1.1 erzielte das Modell laut Unternehmensangaben 77,9 Prozent und lag damit vor Claude Opus 5.5 mit 74,2 Prozent und GPT-6 Astra mit 74,1 Prozent. Google verzeichnete zudem bei der automatisierten Code-Migration von C und C++ zu Rust Erfolge, etwa bei Codebasen von mehr als 800.000 Zeilen.

Als nächste Phase der Veröffentlichung visiert der Konzern zahlende API-Kunden sowie Abonnenten des Tarifs Google AI Ultra an. Ein festes Datum nannte das Unternehmen nicht, strebe den Start jedoch so bald wie möglich an.

Auf der Plattform Antigravity wurden bereits Konfigurationen für Argon mit Kontextfenstern von standardmäßig 256.000 sowie erweiterten Stufen von 512.000 und 900.000 Tokens gesichtet. Zudem fanden dort zeitweise A/B-Tests statt.

Laut Berichten liegt der Einführungspreis für Argon bei 2 US-Dollar pro einer Million Input-Tokens sowie 10 US-Dollar pro einer Million Output-Tokens, bevor die regulären Tarife von 4 beziehungsweise 20 US-Dollar greifen.

An den Finanzmärkten sorgten die Berichte über die Modelltests für Aufmerksamkeit: Die Aktie der Konzernmutter Alphabet legte zeitweise um mehr als 2 Prozent zu und pendelte sich anschließend bei einem Plus von rund 1 Prozent ein.