Googles KI-Assistent Gemini erhält eine revolutionäre Funktion: Nutzer können ab sofort per Texteingabe eigene 30-Sekunden-Songs mit Gesang generieren lassen. Die Integration des Spitzenmodells Lyria 3 macht professionelle KI-Musikerstellung für Millionen zugänglich.
Der Schritt markiert einen strategischen Wechsel. Bislang war die Lyria-Technologie nur ausgewählten Musikern auf Plattformen wie der Music AI Sandbox vorbehalten. Jetzt rollt Google die Beta-Funktion in seiner Gemini-Desktop-App aus, eine Mobile-Version folgt in Kürze. Nutzer ab 18 Jahren in zahlreichen Sprachen, darunter Deutsch, können das Tool sofort nutzen.
Vom Text zum fertigen Song in Sekunden
Die Bedienung ist simpel und erfordert keinerlei Musikkenntnisse. Im Menü der Gemini-App wählt man „Musik erstellen“ und beschreibt in einem Prompt die gewünschte Stimmung. Ein Beispiel: „Ein komischer R&B-Slowjam über eine Socke, die ihren Partner findet“. Das Lyria 3-Modell generiert daraufhin nicht nur die Instrumentals, sondern auch passende Lyrics und Gesang – eine Neuerung gegenüber früheren Versionen.
Die Multimodalität von Gemini kommt voll zum Tragen. Nutzer können auch ein Foto oder Video hochladen und die KI bitten, einen dazu passenden Soundtrack zu komponieren. Jede Kreation wird mit einem von der Nano Banana-Bild-KI erstellten Cover-Artwork versehen. Das fertige 30-Sekunden-Stück lässt sich direkt herunterladen oder per Link teilen.
Premium-Modelle und der Kampf gegen KI-Missbrauch
Während die Kernfunktion für alle gratis ist, erhalten Abonnenten der Premium-Pläne Google AI Plus, Pro und Ultra höhere Nutzungslimits. Google setzt damit auf ein zweigleisiges Modell: Gelegenheitsnutzer und professionelle Content-Creator, die viele Tracks benötigen.
Angesichts laufender Urheberrechtsdebatten geht Google in die Offensive. Jeder generierte Track erhält eine unsichtbare, digitale SynthID-Wasserzeichen. So kann später jederzeit überprüft werden, ob eine Audio-Datei von Googles KI stammt. Zwar kann man in Prompts Künstler nennen, das System soll diese aber nur als „breite Inspiration“ nutzen, nicht imitieren. Filter prüfen Outputs auf bestehende Inhalte, und Rechteinhaber können Verstöße melden.
Die neuen KI-Funktionen wie Lyria 3 eröffnen viele Chancen — aber auch Pflichten für Entwickler, Plattformbetreiber und Creator. Die EU-KI-Verordnung verlangt u. a. Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierungen und ausführliche Dokumentation; wer hier falsch einstuft, riskiert Sanktionen. Ein kostenloses Umsetzungs‑E‑Book erklärt praxisnah, welche Anforderungen jetzt gelten und wie Sie Ihr KI-Produkt rechtssicher vorbereiten. Kostenloses KI-Verordnung E‑Book herunterladen
Neuer Schub für die Creator-Economy
Die Integration ist ein strategischer Coup für die Kreativwirtschaft. Das gleiche Lyria 3-Modell treibt auch das Upgrade von YouTubes Dream Track an, mit dem Creator Soundtracks für ihre Shorts erstellen. Die Synergie eröffnet einen nahtlosen Workflow: Einzigartige, lizenzfreie Musik für Videos in Sekunden.
Die Technologie erweitert die kreativen Möglichkeiten massiv – von personalisierten Jingles bis hin zu Soundscapes für Projekte. Aktuell sind die Clips auf 30 Sekunden begrenzt. Doch die rasante Entwicklung generativer KI lässt längere, komplexere Kompositionen in naher Zukunft erwarten. Google setzt mit diesem Schritt einen neuen Standard und verwischt die Grenze zwischen Konsument und Creator weiter.





