Gemini-App: Neues Map-Tool verknüpft Live-Karte mit KI-Anfragen

Gemini bezieht ausgewählte Kartenbereiche in Antworten ein; Änderungen an Skills und Connectors sind teils noch nicht ausgerollt.

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Google erweitert seine Gemini-App um ein neues Werkzeug für ortsbasierte Interaktionen. Die Funktion erscheint am Ende der Toolleiste der mobilen App, neben bereits bestehenden Optionen wie Photos, Camera, Avatar, Files, Drive und Notebooks. Verfügbar ist das Map-Tool bislang ausschließlich für Android und iOS – eine Web-Variante existiert laut aktuellen Berichten nicht.

Funktionsweise des neuen Kartenwerkzeugs

Wird das Tool aufgerufen, öffnet sich eine Live-Karte des aktuellen Standorts mit einem kreisförmigen Fokusbereich. Nutzer können darüber ihre Position anzeigen lassen und einen Kartenausschnitt auswählen. Über die Funktion „Explore this area“ lässt sich dieser Ausschnitt als sogenannte Map Area direkt in einen Prompt einfügen, sodass Gemini den gewählten Bereich bei der Beantwortung von Anfragen berücksichtigt.

Darüber hinaus lässt sich laut Berichten vom 2. Oktober 2026 nicht nur der aktuelle Standort nutzen – Nutzer können auch manuell ein anderes Gebiet markieren und den Suchbereich per Zoom anpassen. Für die eigentlichen Antworten greift Gemini dabei auf Kartendaten von Google Maps sowie auf allgemeine Webinformationen zurück, um ortsbezogene Empfehlungen zu erstellen, etwa zu Orten, Einrichtungen oder Aktivitäten in einem bestimmten Umkreis.

Einordnung in die Werkzeugleiste der App

Das Map-Tool reiht sich damit in eine wachsende Sammlung von Funktionen ein, die Gemini über reine Textinteraktion hinaus erweitern. Die Positionierung am Ende der bestehenden Leiste – nach Dateizugriffen, Kamera- und Fotofunktionen sowie dem persönlichen Notizsystem Notebooks – deutet darauf hin, dass Google die Ortsabfrage als ergänzendes, aber eigenständiges Eingabeformat behandelt, vergleichbar mit dem Hochladen eines Bildes oder Dokuments als Kontext für eine Anfrage.

Parallele Änderungen am Befehlssystem der App

Unabhängig vom Kartenwerkzeug arbeitet Google offenbar auch an der Steuerungslogik der App selbst. In einer Beta-Version der Google-App mit der Versionsnummer 17.63 ersetzt das Zeichen „@“ den bisherigen Schrägstrich „/“ beim Aufrufen von sogenannten Skills und Connectors. Diese Umstellung ist nach aktuellem Stand noch nicht breit ausgerollt, ein konkreter Zeitpunkt für einen plattformweiten Rollout ist bislang nicht bekannt.

Die Begriffe Skills und Connectors stehen dabei für eine umfassendere Umbenennung innerhalb der Gemini-Produktfamilie: Skills sollen künftig die bisherigen Gems ablösen, während Connected Apps in Connectors umbenannt werden sollen.

Für diesen Wandel kursieren unterschiedliche Zeitangaben – ein Bericht nennt den 13. Oktober 2026 als möglichen Rollout-Termin, während andere Angaben von einer automatischen Migration bestehender Gems in Skills sprechen, gestaffelt nach Kontotyp: für private Google-Konten im November 2026, für Workspace-Business-, Enterprise- und Nonprofit-Konten im März 2027 und für Workspace Education im Juni 2027. Ein exaktes Enddatum für die endgültige Abschaltung der alten Gems-Funktion wird in diesen Angaben nicht genannt.

Ergänzend dazu sollen Opal sowie von Labs erstellte Gems eingestellt werden; danach lassen sich zugehörige Workflows nicht mehr interaktiv nutzen. Skills selbst unterstützen in ihrer bisherigen Form noch nicht alle bestehenden Funktionen – etwa Canvas und Deep Research fehlen, zudem können maximal 100 Skills gleichzeitig aktiv sein, und Dateien aus GitHub werden nicht unterstützt.

Bedeutung für Nutzer

Für die praktische Nutzung bedeutet die Einführung des Map-Tools vor allem eine engere Verzahnung von Standortdaten und generativer KI-Abfrage innerhalb einer einzigen App.

Während die Kartenfunktion bereits nutzbar ist, befinden sich die parallel laufenden Umbauten bei Skills, Connectors und der Befehlssteuerung noch in unterschiedlichen Ausrollphasen – mit teils widersprüchlichen oder vorläufigen Terminangaben, die in den kommenden Monaten weiter konkretisiert werden dürften.