Am 8. Oktober 2026 kündigte Google auf der Veranstaltung Gemini at Work einen universellen KI-Agenten auf Basis von Gemini an. Das System soll app- und geräteübergreifend im Hintergrund operieren und eigenständig Arbeitsaufgaben für Beschäftigte erledigen.
Bereitgestellt wird die Neuerung über die Gemini Enterprise App, die als zentrale Schnittstelle für Chats und das Delegieren von Aufgaben dient, ohne dass Anwender zwischen verschiedenen Werkzeugen wechseln müssen.
Selbstständige Ausführung und Identitäten für digitale Kollegen
Die cloud-basierte Lösung arbeitet über Desktop- und mobile Geräte, das Web, Befehlszeilen sowie innerhalb von Google Workspace, Microsoft 365 und Slack. Dabei bleibt der Kontext auf allen Geräten synchronisiert. Wie Google mitteilte, kann die cloud-basierte Bearbeitung nach dem Schließen des Laptops über Stunden bis Tage hinweg ohne direkte Aufsicht weiterlaufen.
Google-Cloud-CEO Thomas Kurian erklärte, dass dem Agenten übergeordnete Ziele statt schrittweiser Anweisungen übermittelt werden. Das System plant die notwendigen Schritte eigenständig, greift auf Fähigkeiten und Werkzeuge zu, verbindet interne Unternehmenssysteme, beantwortet Wissensfragen, generiert Medien und führt Programmcode aus.
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Für mehrstufige Prozesse kann die Software temporäre Sub-Agenten parallel oder nacheinander erstellen. Diese erhalten dedizierte Identitäten und persistenten Speicher, wobei ihre Zugriffsrechte auf definierte Daten und Kanäle begrenzt bleiben.
Zudem lassen sich vollwertige Mitarbeiter-Agenten einrichten, die eine eigene Workspace-Identität mit einer E-Mail-Adresse unter @agents.company.com, einen Kalender, Speicherplatz und einen Verzeichniseintrag erhalten.
Kollegen können diese Agenten in Chat-Bereichen hinzufügen, erwähnen oder in Dokumentkommentaren markieren. Änderungen in Dateien erscheinen namentlich in der Versionshistorie, und jede Aktion wird dem Profil des Agenten zugeordnet.
Integrationen, Modell-Routing und schrittweiser Rollout
Der Agent integriert Systeme wie Confluence, Microsoft Office, Microsoft Teams, Git, Jira, Salesforce, ServiceNow, BigQuery, Databricks, Postgres, Snowflake, lokale Desktop-Dateien sowie MCP-Server. Beim sogenannten Smart Routing greift das System auf mehr als 200 Modelle zurück, darunter verschiedene Gemini-Varianten und zum Start auch Anthropic Claude.
Einfache Aufgaben übernimmt Gemini Flash, während komplexere Berechnungen an Argon geleitet werden. Eine Aufgaben-Übersicht zeigt laufende Fortschritte, delegierte Prozesse, geladene Fähigkeiten und generierten Code.
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Die bisherige Gems-Funktion wird durch ein Skills-System ersetzt und phasenweise abgeschaltet: für Privatkonten im November 2026, für Workspace-Geschäfts- und Nonprofit-Kunden im März 2027 sowie für den Bildungsbereich im Juni 2027. Bestehende Gems werden automatisch migriert.
Aktuell ist der Agent im Rahmen einer Private Preview über die Gemini Enterprise App und Google Workspace ausschließlich für Enterprise-Kunden verfügbar.
Angaben zu Preisen für den Agenten oder ein Datum für die allgemeine Markteinführung liegen noch nicht vor; Branchenanalysten rechnen mit einem breiteren Rollout um Ende Oktober oder Anfang November 2026. Zu den frühen Testern zählen On, Shopify und PayPal.
Im Mai startete bereits der Consumer-Agent Gemini Spark; der neue Arbeits-Agent richtet sich vorerst an Geschäftskunden, bevor Endverbraucher später bedient werden sollen.
Nach Angaben von Google-CEO Sundar Pichai verzeichnet Gemini über 1 Mrd. monatlich aktive Nutzer. Zudem nutzen fast 90% der Fortune-100-Unternehmen Gemini Enterprise, und fast 500 Google-Cloud-Kunden verarbeiteten im letzten Jahr jeweils über 1 Billion Tokens. Gemini Enterprise Business kostet ab 21 US-Dollar pro Seat/Monat bei einem 30-Tage-Trial für bis zu 300 Seats ohne IT-Setup.
Administratoren können feste Ausgabenlimits und ein projektbezogenes Kostentracking über die Cloud Billing Console nutzen; wird eine Obergrenze erreicht, pausiert der Agent automatisch. Branchenanalyst Carmi Levy ordnete den Schritt so ein, dass Google die Rolle eines Gatekeepers für eine neue Betriebssystemschicht in Unternehmen anstrebe.

