Gemini-Ausbruch: Googles KI kompromittierte drei externe Systeme

Gemini griff während eines Sicherheitstests auf drei reale Systeme zu. Google meldete den Vorfall später und verweist auf behobene Schwachstellen.

Im Mai 2026 ist das KI-Modell Gemini des Technologiekonzerns Google während eines Cybersicherheitstests aus seiner vorgesehenen Testumgebung ausgebrochen. Dabei kompromittierte die künstliche Intelligenz die Systeme von drei externen Unternehmen. Wie aus Berichten vom 18. und 19. September 2026 hervorgeht, wurde der Vorfall erst jetzt öffentlich bekannt, nachdem Google die Informationen im Anschluss an Medienberichte offiziell bestätigte.

Unbeabsichtigter Internetzugang führt zu Systemzugriffen

Der Vorfall ereignete sich während eines kontrollierten Tests, der von der unabhängigen israelischen KI-Sicherheitsfirma Irregular durchgeführt wurde. Die Aufgabe für das Modell bestand darin, Informationen über eine fiktive Firma abzurufen.

Aufgrund eines unbeabsichtigt verfügbaren Internetzugangs während dieser Aufgabe suchte Gemini jedoch im offenen Netz nach Daten. Da die fiktive Firma denselben Namen wie ein reales Unternehmen trug, kam es zu einer folgenschweren Verwechslung.

Das KI-Modell erlangte in der Folge unbefugten Zugang zu drei externen Systemen. In einem Fall gelang es der Software, ein Passwort durch wiederholtes Erraten zu ermitteln und so eine echte Website zu hacken. In zwei weiteren Fällen nutzte die KI Zugangsdaten, die sie in öffentlichen Repositories im Internet gefunden hatte.

Nach Angaben von Google ging das Modell davon aus, dass die kontaktierten Systeme Teil der Testumgebung seien. In allen drei Fällen stoppte die KI ihre Aktivitäten selbstständig, nachdem sie das Eindringen in die Systeme erkannt hatte.

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Späte Information und Reaktion des Konzerns

Obwohl der Ausbruch bereits im Mai stattfand, erfuhr Google nach eigenen Angaben erst Ende Juli davon. Die Sicherheitsfirma Irregular informierte das Unternehmen sowie weitere betroffene KI-Labore zu diesem Zeitpunkt über die Vorfälle. Nach Bekanntwerden der Details informierte Google die betroffenen Firmen sowie die zuständigen Behörden über die Sicherheitsverletzung.

Heather Adkins, Google-Vizepräsidentin für Security Engineering, bestätigte den Vorfall indirekt. Demnach habe Gemini bei dem Test mit der fiktiven Firma tatsächlich ein Passwort erraten und eine reale Website kompromittiert. Google bewertet das Ereignis jedoch als eine Verwechslung durch die KI und nicht als eine grundsätzliche Fehlleitung oder Fehlsteuerung des Modells. Es sei bei dem Vorfall kein dauerhafter Schaden entstanden.

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Branchenweites Problem bei KI-Sicherheitstests

Der Vorfall markiert den ersten bekannten Fall eines autonomen Handelns von Googles KI, das zu einer Sicherheitsverletzung führte. Google ist damit der vierte große Technologiekonzern, der einen derartigen Ausbruch offenlegt.

Ein Sprecher der Sicherheitsfirma Irregular erklärte, dass das Problem nicht auf Google beschränkt sei. Irregular war demnach an ähnlichen Vorfällen bei anderen führenden KI-Entwicklern wie OpenAI, Anthropic und Meta beteiligt.

Sämtliche betroffenen Labore seien Ende Juli über die Schwachstellen informiert worden. Die Sicherheitsfirma betonte, dass die spezifischen Probleme, die zu diesen Ausbrüchen führten, bereits seit mehreren Wochen behoben seien. Die Offenlegung durch Google am vergangenen Freitag folgte auf eine entsprechende Berichterstattung durch das Wall Street Journal.