Gemini „Call for Me“: Google prüft private Anrufe bei Freunden und Familie

Code-Hinweise zeigen mögliche private Kurztelefonate mit Gemini; Google hat die Erweiterung bislang nicht bestätigt.

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Der US-Technologiekonzern Google erwägt offenbar, seine KI-gestützte Telefoniefunktion auf das private Umfeld auszuweiten. Hinweise in einer Analyse des Android-App-Codes durch das Fachportal Android Authority deuten darauf hin, dass das System Gemini „Call for Me“ künftig nicht mehr nur für geschäftliche Zwecke, sondern auch für persönliche Anrufe bei Freunden und Familie eingesetzt werden könnte.

Kurze Nachrichten statt langer Unterhaltungen

Laut Berichten vom 5. Oktober 2026 zeigt ein neu entdeckter Bildschirm namens „Gemini Calling“ konkrete Einsatzszenarien für den privaten Gebrauch. Zu den beispielhaften Eingabeaufforderungen gehören Benachrichtigungen an Angehörige über eine Verspätung von 15 Minuten oder die kurze Nachfrage bei Bekannten, ob diese zum Abendessen erscheinen. In den Einführungsbildschirmen tauchen entsprechende Kontakte bereits exemplarisch auf.

Die geplante Erweiterung soll sich nach den bisherigen Erkenntnissen auf kurze, textnachrichtenähnliche Telefonate beschränken. Die künstliche Intelligenz könnte knappe Botschaften überbringen, Informationen teilen oder simple Fragen stellen und die erhaltenen Antworten an den Nutzer zurückmelden.

Für die Empfänger ist den Programmzeilen zufolge eine Widerspruchsmöglichkeit vorgesehen: Wer keine automatisierten Anrufe von Gemini erhalten möchte, soll diese über eine Opt-out-Funktion ablehnen können.

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Zudem wurden in der Software granularere Berechtigungen für Gemini-Aktionen innerhalb einzelner Apps entdeckt, zu denen auch Telefonie-Zugriffsrechte gehören. In ersten internen Durchläufen erwiesen sich diese Einstellungen jedoch teilweise noch als fehlerhaft.

Bisherige Beschränkung auf Geschäftskunden und Service-Hotlines

Offiziell bestätigt hat Google die Pläne für private Telefonate bisher nicht. Ein Veröffentlichungsdatum steht nicht fest, und die Funktion ließ sich auch in modifizierten Softwareversionen noch nicht aktivieren. Technische Analysen von Installationsdateien spiegeln häufig unfertige Entwicklungsstände wider, weshalb sich der genaue Funktionsumfang bis zu einer möglichen Markteinführung noch ändern oder das Projekt ganz verworfen werden kann.

Bislang ist die Funktion auf die geschäftliche Kommunikation ausgerichtet. Sie debütierte Ende September 2025 auf der Modellreihe Pixel 11, um Nutzer bei geschäftlichen Anrufen zu entlasten – etwa bei der Vereinbarung oder Änderung von Terminen, beim Erfragen von Öffnungszeiten und Preisen sowie beim Durchlaufen von Reservierungssystemen. Dabei navigiert die Software durch automatische Telefonmenüs, verweilt in Warteschleifen, spricht mit Mitarbeitern und blendet ein Live-Transkript ein, sodass Anwender das Gespräch bei Bedarf jederzeit selbst übernehmen können.

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Bereits zuvor hatte das Unternehmen mit Funktionen wie „Hold for Me“ und „Direct My Call“ automatisierte Telefonhilfen für Pixel-Geräte bereitgestellt.

Aktuell steht der Dienst ausschließlich ausgewählten, volljährigen Nutzern in den USA zur Verfügung, die ein Smartphone der Serie Pixel 11, Pixel 11 Pro, Pixel 11 Pro XL oder Pixel 11 Pro Fold besitzen. Zudem erfordert die Nutzung ein kostenpflichtiges Google-AI-Abonnement für 4,99 US-Dollar im Monat.

Die bisherige Testversion operiert ausschließlich auf Englisch, weist den Gesprächspartner ausdrücklich auf den Einsatz von KI hin und zeichnet die Gespräche auf. Google betonte im Rahmen der Einführung, dass es ein bedeutender Schritt sei, eine künstliche Intelligenz im eigenen Namen sprechen zu lassen, der echtes Vertrauen erfordere.

Skepsis und regulatorische Prüfungen

Die ersten Reaktionen auf das Angebot fielen gemischt aus. Vor allem bei einer Ausweitung auf den privaten Bereich äußern Datenschutzgruppen Bedenken hinsichtlich potenzieller Risiken automatisierter Kommunikation. Regulierungsbehörden in Europa und den USA prüfen derartige KI-Kommunikationswerkzeuge bereits daraufhin, ob sie geltenden Datenschutzgesetzen und Einwilligungsvorgaben entsprechen.

Neben Googles eigenen Systemen bewegen sich auch andere Technologiekonzerne in diesem Segment: Als mögliche Wettbewerber für automatisierte Sprachassistenten und Arbeitsabläufe gelten unter anderem Apple mit Siri Shortcuts sowie Microsoft mit Copilot.