Google Cloud hat sein Angebot an KI-gestützten Diensten für Unternehmenskunden deutlich ausgebaut und spezielle Versionen seiner Gemini-Plattform für den Finanzsektor sowie das Rechtswesen vorgestellt.
Mit dem Start von Gemini Enterprise for Financial Services und Gemini Enterprise for Legal im Preview-Modus zielt das Unternehmen darauf ab, hochspezialisierte Arbeitsprozesse in regulierten Branchen durch generative Künstliche Intelligenz zu automatisieren und zu optimieren.
Finanzdienstleistungen: Fokus auf Analyse und Risikomanagement
Die neue Lösung Gemini Enterprise for Financial Services integriert einen sogenannten Financial Research Agent, der über mehr als 50 spezifische KI-Skills verfügt. Um fundierte Analysen zu ermöglichen, bietet das System 13 direkte Anbindungen zu führenden Marktdatenanbietern und Institutionen, darunter FactSet, LSEG, Moody’s, MSCI, PitchBook, S&P Global sowie die SEC Edgar-Datenbank.
Zu den zentralen Anwendungsfällen der Plattform gehören die Prüfung von Identitäten (Know Your Customer, KYC), die Bewertung von Kreditrisiken sowie das kontinuierliche Portfoliomonitoring. Für den Einsatz in regulierten Instituten hat Google Cloud zudem spezielle Governance- und Audit-Logging-Funktionen implementiert. Die Lösung lässt sich in bestehende Arbeitsumgebungen wie Google Workspace und Microsoft 365 integrieren.
Bei der Entwicklung arbeitete Google Cloud mit der Deutschen Bank als Design-Partner zusammen. Als frühe Nutzer der Plattform wurden unter anderem die CME Group, BNY, Citi Wealth, Lloyds, Macquarie sowie Signal Iduna genannt. Konkrete Angaben zur Preisgestaltung der neuen Dienste liegen derzeit noch nicht vor.
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Agentische KI für das Rechtswesen
Parallel dazu wurde Gemini Enterprise for Legal eingeführt, eine agentische KI-Lösung, die speziell für die Anforderungen von Anwaltskanzleien konzipiert wurde. Die Plattform bietet Unterstützung bei der Vertragsprüfung, der Due Diligence, der Rechtsrecherche sowie der regulatorischen Überwachung. Auch die Bearbeitung von Auskunftsanfragen zum Datenschutz (DSAR) gehört zum Funktionsumfang.
Ein wesentliches Merkmal ist die Einbindung zahlreicher Drittanbieter-Systeme über das Model Context Protocol (MCP). Unterstützt werden unter anderem iManage, NetDocuments, Docusign, Everlaw, RelativityOne, Thomson Reuters, LexisNexis und Courtroom5. Dabei werden bestehende Zugriffsberechtigungen aus den verbundenen Systemen direkt übernommen.
Als Partner für die Implementierung stehen Beratungsunternehmen wie Accenture, Deloitte und KPMG bereit. Zu den ersten Kanzleien, welche die Technologie einsetzen, gehören Cleary, Freshfields, Williams & Connolly sowie Weil.
Die Kanzlei Weil war zudem an der Entwicklung beteiligt und brachte spezifische Anwendungsfälle wie parallele Research-Agenten und die automatisierte Erstellung von Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA) ein.
Zudem nutzt das Haus die Google-Infrastruktur für interne Produkte, etwa zur Analyse richterlicher Entscheidungen. Google Cloud betonte, dass Kundendaten privat bleiben und nicht für das Training der zugrunde liegenden Modelle verwendet werden.
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Expert Intelligence in Gemini Notebook
Zusätzlich zu den Enterprise-Lösungen wurde die Funktion „Expert Intelligence“ für Gemini Notebook vorgestellt. Diese erlaubt es Nutzern, über Google Play Books erworbene Titel als verifizierte Quellen für KI-Abfragen zu nutzen. Das Angebot umfasst zum Start über 100.000 Titel von Verlagen wie Penguin Random House, Macmillan, O’Reilly, De Gruyter Brill und der Johns Hopkins University Press.
Das System ermöglicht das Erstellen von Plänen, Infografiken oder KI-generierten Podcasts auf Basis der Fachliteratur. Um das Urheberrecht zu schützen, verhindern Sicherheitsmechanismen, dass vollständige Texte an Personen weitergegeben werden, die das entsprechende Buch nicht erworben haben.
In den USA ist die Funktion bereits verfügbar, wobei für einen begrenzten Zeitraum ein kostenloses Buch angeboten wird. Eine spätere Ausweitung auf die allgemeine Gemini-App ist vorgesehen.

