Google bringt seine KI-Offensive für Unternehmen auf die nächste Stufe – und sichert sich dafür Rechenkapazität bei Elon Musks Raumfahrtfirma.
Der Suchmaschinenriese hat am Samstag offiziell die Gemini Enterprise-Plattform für Geschäftskunden gestartet. Damit will Alphabet seine generativen KI-Fähigkeiten massiv ausbauen. Das Besondere: Um die enorme Nachfrage nach den Gemini-Modellen zu decken, schloss Google einen spektakulären Rechenzentrums-Deal mit SpaceX ab. Parallel dazu gründet der Konzern eine eigene KI-Praxis mit IBM, um die Einführung bei Unternehmen zu beschleunigen.
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SpaceX liefert die Rechenpower
Die Nachfrage nach Gemini Enterprise übertrifft offenbar alle Erwartungen. Google reagiert nun mit einem ungewöhnlichen Schritt: Ab Oktober 2026 mietet der Konzern für rund 920 Millionen Euro pro Monat Rechenkapazität von SpaceX. Der Vertrag läuft bis Juni 2029 und umfasst etwa 110.000 Nvidia-Grafikprozessoren in SpaceX-Rechenzentren.
Das Gesamtvolumen des Deals beläuft sich auf etwa 30 Milliarden Euro. Der Vertrag, der am 5. Juni unterzeichnet wurde, enthält eine harte Klausel: SpaceX muss die Kapazität bis Ende September 2026 liefern – andernfalls darf Google den Vertrag kündigen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: SpaceX bereitet sich auf seinen Börsengang am 12. Juni vor. Die erwartete Bewertung: bis zu 1,8 Billionen Euro.
IBM schickt Tausende Berater ins Rennen
Parallel zur Infrastruktur-Offensive baut Google sein Partnernetzwerk aus. IBM und Google Cloud haben Anfang Juni eine globale Google Cloud Practice gestartet. Die Zusammenarbeit kombiniert IBMs Beratungskompetenz mit der Gemini Enterprise Agent Platform. Tausende IBM-Berater sollen Unternehmen aus den Bereichen Banken, Verwaltung, Einzelhandel, Telekommunikation, Energie und Life Sciences beim Aufbau KI-gestützter Agenten helfen.
Ein wichtiger technischer Baustein: Red Hat OpenShift wird direkt in die Google Cloud Console integriert. Erste Erfolge gibt es bereits: Der Flugzeugbauer Airbus hat im Rahmen der Kooperation mehr als 100 Systeme modernisiert und zwei Geschäftsbereiche innerhalb von 18 Monaten migriert. Branchenanalysten sehen in der Partnerschaft ein Milliardengeschäft für die Skalierung von Unternehmens-KI.
Plattform-Integration und Preisgestaltung
Die neue Gemini Enterprise-Plattform bietet Unternehmen eine sichere Umgebung für die Entwicklung und den Einsatz von KI-Agenten. Die Preise: 30 Euro pro Nutzer und Monat für die Enterprise-Version, 21 Euro pro Nutzer und Monat für die Business-Variante. Die Plattform ist tief in Drittanbieter-Software wie Salesforce, SAP und Microsoft 365 integriert.
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Das Ökosystem wächst rasant. Ende Mai integrierte Workday den Sana-Self-Service-Agenten in Gemini Enterprise. Dabei fungiert Gemini als Standard-KI-Modell für Sana, während Workdays Agent System of Record die Governance übernimmt. Eine im April angekündigte Partnerschaft mit SAP zielt auf den Einsatz von Multi-Agenten-KI in SAP-Kundenlösungen für Marketingkampagnen ab. Bidirektionaler, kopierfreier Datenzugriff über SAP Business Data Cloud Connect und BigQuery soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein.
Neue Großkunden und beeindruckende Zahlen
Alphabet bestätigte am Samstag, dass Hunderte weitere Unternehmen mehrjährige Verträge für Gemini abgeschlossen haben – darunter Lovable und EQT. Zu den frühen Anwendern der Agentenplattform zählen zudem Figma, Klarna, Macquarie Bank und Virgin Voyages.
Die finanzielle Dynamik ist beeindruckend: Google Cloud erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 20 Milliarden Euro – ein Plus von 63 Prozent. Für das Gesamtjahr plant Alphabet Investitionen zwischen 180 und 190 Milliarden Euro, um die Infrastruktur für seine KI-Roadmap weiter auszubauen.

