Gemini Enterprise: Google startet KI-Agenten-Plattform am 5. Juni

Google erweitert Gemini mit Gmail-Integration, neuer Enterprise-Plattform und experimenteller App. Alphabet plant 85 Milliarden Euro für KI-Infrastruktur.

Die Updates umfassen eine tiefere Integration in Gmail, eine neue Unternehmensplattform sowie experimentelle Anwendungen, die persönliche Daten für personalisierte Inhalte nutzen.

Gmail als Datenquelle für Drive-Suche

Seit Anfang Juni steht die Funktion „Ask Gemini in Drive“ allen Nutzern von Google AI Pro und Ultra sowie Workspace Business und Enterprise zur Verfügung. Die Neuerung: Nutzer können jetzt direkt in der Gemini-Seitenleiste von Google Drive auf ihre E-Mail-Verläufe zugreifen. Konkret heißt das: Wer etwa nach einer bestimmten Rechnung oder einem Termin sucht, muss nicht mehr zwischen Drive und Gmail wechseln. Die Funktion ist seit dem 3. Juni 2026 verfügbar – allerdings nur, wenn Nutzer Gmail manuell als Quelle auswählen.

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Parallel dazu hat Google ein KI-gestütztes Tool zur Dateiorganisation in Drive veröffentlicht. Gemini scannt unstrukturierte Dateien und schlägt automatisch passende Ordner vor. Für Nutzer mit hohem Dokumentenaufkommen dürfte das eine echte Erleichterung sein.

Gemini Enterprise: Neue Plattform für KI-Agenten

Am 5. Juni 2026 fiel der Startschuss für Gemini Enterprise – eine eigenständige Cloud-Plattform, die speziell für den Einsatz von KI-Agenten entwickelt wurde. Die Plattform ermöglicht Anbindungen an Drittanbieter-Software wie Microsoft 365, Salesforce und SAP. Zu den ersten Anwendern zählen Unternehmen wie Figma, Klarna und Virgin Voyages. Einige Organisationen setzen bereits über 50 verschiedene KI-Agenten ein.

Im Zuge dieser Expansion haben Google Cloud und Workday ihre Partnerschaft ausgeweitet. Workday-KI-Agenten werden direkt in Gemini Enterprise integriert. Mitarbeiter können dann Personal- und Finanzaufgaben über eine Chat-Oberfläche erledigen. Gemini fungiert dabei als Standard-KI-Modell für den „Sana Self-Service Agent“. Die Preise starten bei 21 Euro pro Nutzer für Business-Tarife und 30 Euro für Enterprise-Tarife.

Dreambeans: Googles experimentelle Personal-KI

Google Labs hat am 4. Juni 2026 eine experimentelle Mobile-App namens Dreambeans vorgestellt. Verfügbar für Google AI Ultra-Abonnenten in den USA, erstellt die App einen personalisierten täglichen Nachrichtenfeed – basierend auf Gmail, Kalender, Fotos, YouTube-Verlauf und Suchdaten. Die Anwendung ist bewusst als endliche Sammlung täglicher Updates konzipiert, um endloses Scrollen zu verhindern. Google betont, dass die für Dreambeans verwendeten Daten getrennt von anderen Produktökosystemen bleiben.

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Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur

Die Expansion von Gemini fällt mit einer massiven Kapitalerhöhung bei Alphabet zusammen. Am 3. Juni 2026 kündigte der Konzern Pläne an, rund 85 Milliarden Euro für den Ausbau der KI-Infrastruktur aufzunehmen. Die Investitionsausgaben für das laufende Jahr sollen zwischen 180 und 190 Milliarden Euro liegen. Zum Vergleich: Das entspricht etwa dem Dreifachen des Jahresumsatzes der Deutschen Telekom. Hintergrund ist ein rasanter Skalierungsprozess: Die Token-Verarbeitung erreichte zuletzt 3,2 Billiarden pro Monat.

Mögliche Apple-Partnerschaft in Sicht

Branchenkreisen zufolge zeichnet sich eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Google und Apple ab. Der iPhone-Hersteller plant offenbar, seinen Sprachassistenten Siri mit einer lizenzierten Version von Google Gemini zu betreiben. Die Integration soll im September starten und voraussichtlich Nvidia Blackwell B200-GPUs in der Google Cloud nutzen. Vertrauliches Computing soll dabei die Datenverschlüsselung während der Verarbeitung sicherstellen.