Der US-Konzern rüstet seine Gemini-KI für den Mittelstand auf. Doch die neuen Business-Features starten in Europa erst später.
Beim „Google for Brazil“-Event am 10. Juni 2026 stellte der Suchmaschinenriese eine Reihe neuer KI-Funktionen vor, die speziell auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen zugeschnitten sind. Im Zentrum steht die direkte Anbindung der Gemini-App an Google Business Profile – das bisher oft vernachlässigte Tool zur Verwaltung von Unternehmenseinträgen.
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Gemini wird zum Geschäftspartner
Die wichtigste Neuerung: eine „Ein-Klick-Verbindung“ zwischen Gemini und dem Business-Profil. Damit kann die KI auf geschäftsspezifische Daten zugreifen und sie analysieren. Unternehmer sollen künftig per Sprachbefehl oder Texteingabe abfragen können, wie sich ihr Unternehmen im vergangenen Monat geschlagen hat.
Konkret wertet Gemini Suchimpressionen, Anfragen nach Routenbeschreibungen, Anrufdaten und Kundeninteraktionen aus. Darüber hinaus hilft die KI bei lästigen Verwaltungsaufgaben: Sie entwirft Antworten auf Kundenbewertungen oder aktualisiert die Öffnungszeiten – direkt aus der Gemini-Oberfläche heraus.
„Business Notebooks“ als zentrale Schaltstelle
Ein weiteres neues Feature sind die „Business Notebooks“ – ein zentraler Arbeitsbereich, der Chats, Datenquellen und Profilinformationen bündelt. Das Tool soll kleinen Unternehmen helfen, Workflows zu organisieren und Marketinginhalte zu erstellen. Die Notebooks arbeiten proaktiv: Sie zeigen etwa offene Kundenfragen an oder schlagen Verbesserungen für den Betrieb vor.
Für Abonnenten von Gemini Advanced – im Google-One-AI-Premium-Tarif für umgerechnet rund 18 Euro pro Monat – gibt es zudem „Business Gems“. Das sind vorkonfigurierte KI-Vorlagen für spezifische Aufgaben. Neu ist auch der „Business Context Memory“: Die KI merkt sich den Kontext über mehrere Sitzungen hinweg. Und sie kann künftig das Web durchsuchen und die Ergebnisse mit Quellenangaben liefern.
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Europa muss warten
Die Integration der Business-Profile-Tools in die Gemini-App wird ab Juni 2026 weltweit ausgerollt – allerdings mit einer entscheidenden Ausnahme: Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) und Großbritannien sind zunächst ausgenommen. Wann die Funktionen hierzulande verfügbar sein werden, ließ Google offen.
Browser-Integration und weitere Neuerungen
Über den Chrome-Browser soll Gemini ebenfalls breiter verfügbar werden. Die Integration, die es bereits für Desktop und iOS gibt, wird nun auf Märkte in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten ausgeweitet. Zu den Funktionen gehören Zusammenfassungen von Inhalten, Tab-Vergleiche und ein personalisierter Browser-Assistent.
Weitere Ankündigungen des Events:
- Der AI Plus-Abonnementpreis wurde auf 4,99 US-Dollar (rund 4,60 Euro) pro Monat gesenkt, der Google-Drive-Speicher auf 400 Gigabyte verdoppelt.
- Eine neue „Ask Maps“-Funktion auf Portugiesisch soll im Juli 2026 starten.
- Für Brasiliens Uni-Eingangsprüfung ENEM gibt es KI-gestützte Lernhilfen.
- Für YouTube-Creator in der Region kommt „Ask Studio“.
Milliarden-Investition in KI-Bildung
Google kündigte zudem breitere Initiativen zur Unterstützung kleiner Unternehmen an: Partnerschaften sollen über eine Million Unternehmer in KI-Tools schulen. Mehr als eine Million US-Dollar fließen in das Bildungsprogramm „Experience AI“. Und auch für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wurden KI-Features vorgezeigt – ein klares Signal, dass Google die KI-Offensive weltweit vorantreibt.

