Gemini holt auf: Googles Ökosystem bedroht ChatGPTs Vorsprung

Neue Marktdaten zeigen einen dramatischen Wendepunkt: Googles KI Gemini hat seinen Marktanteil fast vervierfacht, während ChatGPT Nutzer verliert. Die Integration in bestehende Ökosysteme wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Googles KI Gemini gewinnt massiv an Boden und holt den Marktführer ChatGPT ein. Neue Daten zeigen einen dramatischen Wendepunkt im Kampf um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz.

Die KI-Landschaft erlebt eine fundamentale Verschiebung. Neue Marktdaten enthüllen, dass Google Gemini den einst unantastbaren Vorsprung von OpenAIs ChatGPT deutlich verkürzt. Während die Nutzung von ChatGPT in den letzten sechs Wochen um 22 Prozent einbrach, hielt Gemini seine Besucherzahlen stabil. Das zeigt: Googles Strategie der tiefen Integration in bestehende Produkte beginnt, den ersten großen Vorteil von OpenAI auszugleichen. 2026 könnte das Jahr werden, in dem die Verteilermacht den Pioniervorteil übertrumpft.

Die Zahlen: Zwei gegensätzliche Entwicklungen

Die aktuellen Traffic-Daten des Analysehauses Similarweb zeichnen ein klares Bild. Vom 7. Dezember 2025 bis zum 3. Januar 2026 sank der siebentägige Durchschnitt der täglichen Besuche bei ChatGPT von etwa 203 Millionen auf 158 Millionen. Zwar dämpfen die Dezember-Feiertage typischerweise die Online-Aktivität, doch das Ausmaß des Rückgangs überraschte Analysten.

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Gemini hingegen zeigte sich robust. Die täglichen Besuche blieben im selben Zeitraum stabil und pendelten zwischen 55 und 60 Millionen. Dadurch konnte Google seinen relativen Anteil am Traffic der beiden großen Player deutlich steigern: Anfang Dezember erreichte Gemini noch 31 bis 33 Prozent des ChatGPT-Volumens, zu Jahresbeginn 2026 waren es bereits fast 40 Prozent.

Die Entwicklung bei den globalen Marktanteilen ist noch eindrucksvoller. Im Januar 2025 dominierte ChatGPT den Markt für generative KI mit einem Anteil von 86,7 Prozent. Ein Jahr später ist dieser auf 64,5 Prozent geschrumpft. Gemini hingegen hat seinen Anteil fast vervierfacht – von bescheidenen 5,7 Prozent auf nunmehr 21,5 Prozent. Die Daten deuten an: OpenAI ist für viele zwar noch die Standardwahl, aber dieser Standard ist nicht mehr alternativlos.

Googles „Verteiler-Graben“ zeigt Wirkung

Experten führen den Aufstieg von Gemini nicht primär auf überlegene Fähigkeiten zurück, sondern auf Googles massiven Verteilervorteil – in Tech-Kreisen oft als „Distribution Moat“ (Verteiler-Graben) bezeichnet. Während Nutzer ChatGPT gezielt auf einer Website oder in einer App aufsuchen müssen, ist Gemini nahtlos in Googles bestehende Produkte eingewebt.

„Googles Strategie zielt darauf ab, die Konkurrenz zu ‚überverteilen‘, nicht nur zu ‚überinnovieren'“, analysiert Jaspreet Bindra, Mitgründer von AI & Beyond. Tief integriert in das Android-Betriebssystem, Google Workspace und den Chrome-Browser, begegnet Nutzern die KI organisch in ihrem täglichen Arbeitsfluss. Diese Integration senkt die Hürden und macht Gemini für Milliarden von Nutzern im Google-Ökosystem zum Weg des geringsten Widerstands.

Die Nutzungsmetriken bestätigen den Erfolg: Gemini-Nutzer verbringen durchschnittlich 7 Minuten und 20 Sekunden pro Sitzung auf der Plattform – bei ChatGPT sind es 6 Minuten und 32 Sekunden. Zudem sehen sie mehr Seiten pro Besuch (4,3 gegenüber 3,8). Das deutet auf eine intensivere Nutzung der multimodalen Fähigkeiten hin, die mit dem Release des Gemini-3-Modells im November 2025 deutlich ausgebaut wurden.

OpenAIs „Code Red“ und die wachsende Konkurrenz

Der Traffic-Rückgang trifft OpenAI zu einem heiklen Zeitpunkt. Berichten aus dem Spätjahr 2025 zufolge rief CEO Sam Altman intern den „Code Red“ aus – als Reaktion auf die schnelle Produktentwicklung von Gemini und den Wettbewerbsdruck durch Gemini 3. Der Einbruch von 22 Prozent nährt die Befürchtung, dass der Neuigkeitsfaktor von ChatGPT nachlässt und das Unternehmen nun auf Utility und Integration konkurrieren muss – Bereiche, in denen Google, Microsoft und Apple historische Stärken haben.

Doch Google ist nicht der einzige Herausforderer. Der Markt fragmentiert zusehends, spezialisierte und regionale Player gewinnen an Boden. Grok, die KI-Plattform von Elon Musks xAI, hat die 3-Prozent-Marke überschritten, während DeepSeek auf etwa 3,7 Prozent geklettert ist. Diese neuen Mitbewerber, zusammen mit etablierten Nischenanbietern wie Perplexity (stabile 2 Prozent), führen für den Marktführer zu einem Szenario des „Tods durch tausend Nadelstiche“.

Vom Wow-Effekt zum praktischen Nutzen

Die divergierenden Trends signalisieren eine Reifung des KI-Marktes. 2023 und 2024 trieben vor allem Neuigkeit und der „Wow“-Faktor großer Sprachmodelle die Nutzung an. 2026 hingegen dreht sich alles um Nützlichkeit und Workflow-Integration.

Googles Gewinne bestätigen die These, dass KI letztlich ein Feature bestehender Plattformen wird – und kein eigenständiges Produkt. So wie Microsoft Teams die Dominanz von Office nutzte, um Slack herauszufordern, nutzt Gemini die Verbreitung von Search und Android, um ChatGPT unter Druck zu setzen. Die Herausforderung für OpenAI ist es nun, zu beweisen, dass ihre eigenständige Plattform – und ihre Unternehmenspartnerschaften mit Microsoft – einen einzigartigen Mehrwert bieten, der Nutzer davon abhält, einfach zur KI auf ihrem Handybildschirm oder in ihrem Texteditor zu wechseln.

Das saisonale Argument für den ChatGPT-Rückgang – weniger Nutzung durch Schüler und Berufstätige in den Ferien – erklärt die Daten nur teilweise. Die Tatsache, dass Gemini nicht eingebrochen ist, legt nahe, dass seine Nutzung „klebriger“ oder konsumentenorientierter wird, angetrieben etwa von persönlichen Assistenten-Funktionen auf Android-Geräten, die auch in arbeitsfreien Zeiten aktiv bleiben.

Ausblick: Das Duell spitzt sich zu

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die Branche blickt gespannt auf OpenAIs Reaktion. Beobachter erwarten, dass das Unternehmen seine Produkt-Roadmap beschleunigt, womöglich mit neuen multimodalen Features oder tieferen Integrationen, um Googles Ökosystem-Strategie zu kontern.

Für Google geht es darum, den Schwung zu halten. Sollte Gemini bis Mitte 2026 die 25-Prozent-Marktanteils-Schwelle überschreiten, würde das die „Monopol“-Ära des KI-Booms effektiv beenden und ein echtes Duopol etablieren.

Der Aufstieg souveräner und quelloffener Modelle wie DeepSeek deutet zudem darauf hin, dass sich der Markt weiter geografisch und funktional aufsplittern wird. Das Erfolgsmaß im Jahr 2026 könnte sich von purem Web-Traffic hin zu „gesparter Zeit“ und „erledigten Aufgaben“ verschieben – Metriken, bei denen die Integration in bestehende Ökosysteme den etablierten Tech-Giganten einen gewaltigen Vorteil verschafft.

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