Seit Mitte Juni 2026 ist der KI-Assistent in 172 Regionen weltweit verfügbar – ein gewaltiger Sprung von zuvor nur 54 unterstützten Lokalitäten. Der Fokus liegt dabei auf Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten.
Europa bleibt außen vor
Der Rollout auf Desktop-Geräten und iOS folgt einer gestaffelten globalen Strategie. Nach dem Start in den USA im September 2025 kamen Kanada, Neuseeland und Indien im März 2026 hinzu, gefolgt von einer Expansion im asiatisch-pazifischen Raum im April. Mit dem aktuellen Schritt erreicht der Dienst rund neun Monate nach seinem Debüt eine nahezu weltweite Verfügbarkeit.
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Doch es gibt eine auffällige Lücke: Die Europäische Union, der Europäische Wirtschaftsraum und Großbritannien bleiben vom Rollout ausgeschlossen. Branchenbeobachter führen dies auf die strengen KI-Regulierungen in diesen Jurisdiktionen zurück. Die europäische KI-Verordnung und spezifische Datenschutzauflagen machen eine schnelle Expansion offenbar unmöglich.
Neue Werkzeuge für den Alltag
Die aktualisierte Browser-Integration bringt mehrere Produktivitätsfunktionen mit. Nutzer können nun Zusammenfassungen von Webseiten erstellen und tabübergreifende Vergleiche anstoßen – etwa um Preise oder Produkte aus verschiedenen offenen Tabs in einer Tabelle gegenüberzustellen. Eine neue Bildbearbeitungsfunktion namens Nano Banana 2 erlaubt es, Fotos per Textbefehl zu verändern oder umzugestalten.
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Für Desktop-Nutzer führt Google zudem eine Personal Intelligence genannte Funktion ein. Sie erfordert ein Abonnement von Google AI Plus, Pro oder Ultra. Das Feature verknüpft Daten aus Gmail, Fotos, YouTube und der Google-Suche, um personalisierte Antworten zu liefern. Das Google AI Plus-Abo kostet 4,99 Euro pro Monat und beinhaltet 400 Gigabyte Drive-Speicher.
Hilfe für kleine Unternehmen
Auf einer Veranstaltung in Brasilien am 10. Juni kündigte Google neue Funktionen speziell für Geschäftsinhaber an. Eine Integration mit Google Business Profiles erlaubt es der KI, Suchimpressionen, Anrufdaten und Routenanfragen zu analysieren. Zudem kann Gemini Antworten auf Kundenbewertungen entwerfen und Öffnungszeiten aktualisieren.
Die sogenannten Business Notebooks behalten den Kontext über verschiedene Sitzungen hinweg bei. Sie warnen etwa vor unbeantworteten Kundenfragen oder nicht eingetragenen Feiertagsöffnungszeiten. Diese Werkzeuge rollen im Juni 2026 global aus – wiederum mit Ausnahme des EWR und Großbritanniens.
Sicherheit hat Vorrang
Um Sicherheitsbedenken zu begegnen, hat Google Schutzmechanismen gegen Prompt-Injection-Angriffe implementiert. Das System verlangt nun eine explizite Benutzerbestätigung, bevor es sensible Aktionen ausführt. Die Gemini-Funktionen sind als Opt-in-Werkzeuge konzipiert – Nutzer können den dedizierten Button deaktivieren oder den KI-Assistenten aus dem Rechtsklick-Menü entfernen.
NotebookLM und Bildungsinitiativen
Parallel zur Chrome-Expansion hat Google sein Recherche-Tool NotebookLM aufgerüstet. Es setzt nun auf Gemini 3.5 und eine sogenannte Antigravity-Technologie. Das Tool kann Code in einer sicheren Cloud-Umgebung ausführen und die Google-Suche zur Quellenfindung nutzen. Interne Tests zeigten eine Erfolgsquote von über 65 Prozent bei Aufgaben zur Analyse großer Dokumente und komplexer Web-Recherchen.
In Brasilien hat Google zugesagt, bis 2027 drei Millionen Bürger in KI zu schulen. Das Programm umfasst 100.000 Stipendien für Berufszertifikate und die Einführung KI-gestützter Übungen für Schüler, die sich auf die nationalen ENEM-Prüfungen vorbereiten. Eine portugiesische Version der Ask Maps-Funktion soll im Juli 2026 veröffentlicht werden.

