Google hat Gemini Notebook, das frühere NotebookLM, als Connected App direkt in die Gemini-App eingebunden. Seit dem 23. Oktober 2026 können Nutzer digitale Notizbücher unmittelbar im Chatfenster erstellen, bearbeiten oder löschen.
Zudem lassen sich Quellen einbinden und aktualisieren sowie Inhalte auflisten und Notizen abspeichern. Die Neuerung steht für persönliche Google-Konten, Workspace Individual und alle regulären Workspace-Kunden ohne gestaffelte Freischaltung zur Verfügung.
Nahtlose Bedienung und gezielte Quellennutzung
Der Zugriff auf die Anwendung erfolgt im Chat wahlweise durch den Befehl „@Gemini Notebook“ oder über eine automatische Erkennung. Laut Google identifiziert Gemini den Kontext einer Anfrage und ruft die Notizbuch-Funktion bei Bedarf eigenständig auf.
Ein wesentlicher funktionaler Unterschied betrifft die Quellengrundlage: Während allgemeine Gemini-Antworten auch auf Websuchen und externe Daten zurückgreifen können, stützen sich Antworten aus Gemini Notebook ausschließlich auf die im jeweiligen Notizbuch hinterlegten Quellen.
Nutzer haben zudem die Möglichkeit, mehrere Notebooks gleichzeitig innerhalb eines einzigen Chats abzufragen. Dies geschieht über das Anhangsmenü, in dem mehrere Notizbücher markiert werden können, bevor die Frage gestellt wird. Der Fachautor Anu Joy von Android Police berichtete in diesem Zusammenhang über erfolgreiche Tests mit vier gleichzeitig konsultierten Notizbüchern in einem Vorgang.
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Regionale Vorgaben und abgestufte Nutzungslimits
Bei der Aktivierung der Schnittstelle gelten regionale Unterschiede. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist die Connected App standardmäßig deaktiviert und muss von den Nutzern manuell über die Einstellungen aktiviert werden.
Außerhalb des EWR, darunter in den USA, ist die Funktion hingegen standardmäßig eingeschaltet. In Arbeits- und Bildungsumgebungen müssen Gemini sowie Gemini Notebook zudem administrativ für die jeweilige Organisationseinheit oder Nutzergruppe freigegeben sein.
Die Obergrenzen für die Nutzung orientieren sich an den jeweiligen Tarifen von Google. Gewertet werden dabei die Anzahl der Notizbücher pro Nutzer sowie die Quellen pro Notebook, nicht jedoch die Chat-Anhänge:
- Standard: 100 Notebooks / 50 Quellen
- AI Plus: 200 Notebooks / 100 Quellen
- AI Pro: 500 Notebooks / 300 Quellen
- AI Ultra (20 TB): 500 Notebooks / 500 Quellen
- AI Ultra (30 TB): 500 Notebooks / 600 Quellen
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Erweiterte Kontrollfunktionen für den Bildungsbereich
Flankierend zur Notizbuch-Einbindung baut Google die Werkzeuge im Bildungssektor aus. Bereits seit dem 19. Oktober 2026 stellt Google Classroom Zusammenfassungen für Aufgaben bereit, die Lehrkräfte über Gemini Notebook zugewiesen haben. Dazu gehören eine allgemeine Beteiligungsübersicht, Beispiele für häufig aufkommende Themen sowie individuelle Transkripte der Schüler zur inhaltlichen Kontextprüfung.
Diese Auswertungen beschränken sich ausschließlich auf die konkret zugewiesenen Aufgaben und erfassen keine privaten Gemini-Chats der Lernenden, worauf die Schüler gesondert hinterwiesen werden. Administratoren verwalten die externe Freigabe, die standardmäßig deaktiviert ist, sowie vertrauenswürdige Domains.
Die Classroom-Funktion richtet sich an Kunden von Education Fundamentals, Standard und Plus. Nach dem am 19. Oktober gestarteten Rollout, der ein bis drei Tage in Anspruch nimmt, soll in den kommenden Wochen eine LTI-Anbindung folgen.

