Der Suchmaschinenkonzern hat sein KI-Portfolio massiv erweitert. Mit der Integration des Multimodell-Modells Gemini Omni in Workspace und drei spezialisierten Flash-Varianten will Google die Kosten für Unternehmen senken und gleichzeitig die Fähigkeiten in Videoproduktion und Cybersicherheit ausbauen.
Gemini Omni: Vom Labor in die Praxis
Seit dem 23. Juli 2026 steht das Gemini Omni-Modell in der Google-Vids-Anwendung zur Verfügung. Nutzer können damit per Texteingabe Videoclips erstellen und bearbeiten. Besonders für kleine Unternehmen eröffnet sich eine neue Möglichkeit: Sie können digitale Avatare ihrer Mitarbeiter generieren, ohne aufwändige Filmaufnahmen durchführen zu müssen.
Das Modell, das Google erstmals auf der Entwicklerkonferenz I/O im Mai 2026 präsentierte, verarbeitet gleichzeitig Text, Bilder, Video und Audio. Es unterstützt kreative Aufgaben wie Bildanimation, die Erstellung von Zwischenbildern und konsistente Charakterdarstellungen. Inzwischen dient Gemini Omni als Standard-Engine für die Gemini-App und liefert Funktionen wie Echtzeit-Animation und wissenschaftliche Analyse.
Drei neue Modelle für unterschiedliche Anforderungen
Am 23. Juli brachte Google gleich drei spezialisierte Modelle auf den Markt, die auf Geschwindigkeit und Kosteneffizienz getrimmt sind.
Gemini 3.6 Flash punktet mit verbesserten Programmier- und Schreibfähigkeiten. Die Kosten: 1,50 Euro pro einer Million Input-Token und 7,50 Euro pro einer Million Output-Token. Technische Berichte zeigen, dass das Modell 17 Prozent weniger Token verbraucht als seine Vorgänger – und damit pro Aufgabe günstiger ist als Konkurrenzmodelle wie GPT-5.6 Terra Max oder Qwen 3.7 Max.
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Für Anwendungen, die extrem niedrige Latenzzeiten erfordern, gibt es Gemini 3.5 Flash-Lite. Mit 350 Token pro Sekunde ist es das schnellste und günstigste Modell der Reihe: 0,30 Euro pro einer Million Input-Token und 2,50 Euro pro einer Million Output-Token. Entwickler von KI-Agenten und Hochfrequenzanwendungen sind die Zielgruppe.
Sicherheitsspezialist für Regierungen
Das dritte neue Modell, Gemini 3.5 Flash Cyber, wurde speziell für die Jagd nach Sicherheitslücken trainiert. Es ist zunächst nur für Regierungen und vertrauenswürdige Partner über die CodeMender-Plattform verfügbar. In Tests entdeckte das Modell 55 Schwachstellen in der V8-Engine – darunter zehn bislang unbekannte Sicherheitslücken.
Milliardenumsätze und Nutzerrekorde
Die Produktneuheiten fallen mit den Quartalszahlen von Alphabet zusammen. Der Konzern meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 110 Milliarden Euro – ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. CEO Sundar Pichai bestätigte, dass die Gemini-App 950 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht hat. Der breitere KI-Modus kommt sogar auf über eine Milliarde Nutzer.
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Doch nicht alles läuft rund. Die Veröffentlichung von Gemini 3.5 Pro wurde verschoben. Als Gründe gelten Probleme bei der Code-Performance und eine angeschlagene Stimmung in der Forschung nach dem Abgang mehrerer Spitzenforscher zu Wettbewerbern wie OpenAI und Anthropic.
Rekordinvestitionen und Blick nach vorne
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat Google seine Investitionsprognose für 2026 auf 175 bis 190 Milliarden Euro erhöht. Pichai betonte, dass das Unternehmen bereits mit dem Vortraining von Gemini 4 begonnen habe. Größere Basismodelle seien entscheidend, um an der Spitze der KI-Entwicklung mitzuhalten.
Für mehr Transparenz sorgt der am 23. Juli veröffentlichte Datensatz ATLAS v1.0. Er basiert auf 15 Millionen anonymisierten Interaktionen in 140 Sprachen und zeigt: 86 Prozent der Gemini-Nutzung findet außerhalb des Arbeitsumfelds statt. Dennoch nutzen typische Berufstätige KI inzwischen für etwa 21 Prozent ihrer täglichen Aufgaben.

