Google hat den weltweiten Rollout einer neuen Funktion namens Skills für seinen KI-Assistenten Gemini angekündigt. Die Neuerung soll die bisherigen Gems schrittweise ablösen und ermöglicht es Nutzern, eigene Arbeitsanweisungen zu hinterlegen und flexibel im Chat aufzurufen. Wie aus mehreren Berichten von Anfang Oktober hervorgeht, zielt die Umstellung auf eine stärkere Modularität und Portabilität der hinterlegten Vorgaben ab.
Modulare Anweisungen und offener Markdown-Standard
Skills fungieren als wiederverwendbare Anweisungen, die direkt im Chat-Verlauf über einen Schrägstrich gefolgt vom jeweiligen Namen aufgerufen werden. Sie laufen unmittelbar inline im Chat-Thread und lassen sich bei einer Eingabe miteinander kombinieren, was ein sogenanntes Stacking ermöglicht.
Gemini ist zudem in der Lage, wiederkehrende Muster aus bisherigen Chat-Verläufen zu erkennen und selbstständig passende Skills vorzuschlagen und zu erstellen.
Technisch setzen die Skills auf das offene Dateiformat SKILL.md, wodurch Anweisungen plattformübergreifend portabel bleiben. Anwender können ihren Vorgaben zusätzliche Referenzdateien beilegen, darunter Dokumente in den Formaten PDF, Text, Bilder, CSV und JSON. Die maximale Größe für ein solches Paket liegt bei 100 MB.
Die Funktion steht in mehreren Abonnementstufen zur Verfügung. Dazu zählen die Google-Workspace-Tarife Business Starter, Standard und Plus sowie die Varianten Enterprise Starter, Standard und Plus.
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Ebenso erhalten Kunden mit den Zusatzpaketen AI Pro for Education Add-on und AI Expanded Access Add-on Zugriff auf die Neuerung. Eine automatische Synchronisierung zwischen der Gemini-App und Google Workspace findet allerdings nicht statt, sodass Skills in den jeweiligen Umgebungen separat angelegt werden müssen.
Zeitplan für die Einführung und schrittweiser Abschied von Gems
Die Einführung erfolgt in mehreren Etappen. Der Rollout für Workspace-Kunden im Veröffentlichungszyklus Rapid Release hat bereits begonnen und soll bis zum 12. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Ab dem 13. Oktober 2026 folgt die Einführung in der Gemini-App, die voraussichtlich bis Mitte November 2026 andauert. Für Workspace-Nutzer im Scheduled-Release-Kanal startet die Bereitstellung am 19. Oktober 2026 und endet ebenfalls Mitte November 2026.
Mit dem Ausrollen der Skills leitet Google den Rückzug der Gems ein. Ab dem 17. November 2026 wandern Gems in der Gemini-App in das Einstellungsmenü, bleiben dort vorerst aber erreichbar. Ebenfalls im November 2026 endet die Unterstützung für Gems auf Privatkonten, während Google zeitgleich die Mini-App-Umgebung Opal einstellt.
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Für Geschäftskunden in Workspace Business, Enterprise und Nonprofit endet der Support im März 2027. Frühestens ab dem 1. März 2027 lassen sich Gems dort nicht mehr verwenden; noch vorhandene Einträge wandeln sich automatisch in Entwürfe für Skills um, während Verknüpfungsschritte in Workspace Studio ihre Funktion verlieren.
Im Bildungsbereich läuft die Unterstützung im Juni 2027 aus. Frühestens zum 1. Juni 2027 entfallen Gems in Google Classroom sowie im Rahmen der Schnittstelle Gemini LTI, verbunden mit einer automatischen Überführung in Skill-Entwürfe.
Besonderheiten bei der Datenmigration
Trotz automatischer Entwurfserstellung erfolgt die Umwandlung bestehender Gems nicht eins zu eins. Hochgeladene Wissensdateien, komplexe Studio-Abläufe, Gem-Werkzeuge sowie Verknüpfungen zu Google Drive oder externen Repositorien können eine manuelle Neuerstellung erforderlich machen.
Bei einem manuellen Umzug sichern Anwender ihre bisherigen Gem-Daten und erstellen einen Ordner, dessen Name aus Kleinbuchstaben und Bindestrichen besteht. Anschließend lässt sich der Skill über die entsprechenden Einstellungsoptionen anlegen, indem die SKILL.md-Datei zusammen mit den referenzierten Wissensdateien in einem komprimierten Archiv hochgeladen wird.

