Im Kern geht es um autonome KI-Agenten, die Dokumente eigenständig bearbeiten und Unternehmensdaten verwalten können. Google und der chinesische Anbieter Kingsoft treiben die Entwicklung voran – während Microsoft auf hauseigene Modelle setzt und Sicherheitsbedenken in Europa wachsen.
Google: Gemini Spark wird schneller und smarter
Am 15. Juli 2026 erweiterte Google die Funktionen von Gemini Spark innerhalb von Google Workspace. Die KI kann jetzt direkt private und geteilte Google Docs, Tabellen und Präsentationen bearbeiten. Laut Unternehmensangaben arbeitet das aktualisierte System 50 Prozent schneller als der Vorgänger. Neu ist auch ein Canvas-Panel, das die Interaktion mit der KI vereinfachen soll.
Weitere Verbesserungen umfassen das direkte Einfügen von Bildern in Dokumente, intelligentere Benachrichtigungen sowie parallele Recherche-Funktionen. Verfügbar ist das Update zunächst für AI Ultra-Abonnenten – allerdings nicht in der Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der Schweiz, Großbritannien und Nigeria. Google kündigte an, dass AI Pro-Nutzer in Kürze ebenfalls Zugriff erhalten sollen.
Kingsoft: „KI-native“ Büro-Assistenten aus Shanghai
Auf einer KI-Produktivitätskonferenz in Shanghai präsentierte Kingsoft am selben Tag zwei neue Produkte: Lingxi Professional und WPS Comate. Lingxi Professional fungiert als persönlicher Assistent, der eigenständig bearbeitbare Präsentationen, Tabellen und Dokumente erstellt – unabhängig vom klassischen WPS-Client. WPS Comate ist dagegen als Organisationskomponente für die WPS-365-Plattform gedacht und soll Unternehmen als „Corporate Brain“ dienen.
Kingsoft-CEO Zhang Qingyuan erklärte, Bürosoftware befinde sich im Übergang von der Kollaborationsphase in eine „KI-native“ Ära. Seiner Ansicht nach sollte KI fertige Ergebnisse liefern, nicht nur Inhalte generieren. Zur Einführung in Unternehmen stellte Kingsoft ein „Drei-Zwei-Eins“-Framework vor: Es vereinheitlicht Daten, Wissen und Fähigkeiten auf einer Plattform und berücksichtigt Kosten- sowie Sicherheitsaspekte. Die neuen Tools werden vom 17. bis 20. Juli auf der World Artificial Intelligence Conference (WAIC) in Shanghai vorgestellt.
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Microsoft: Weniger Abhängigkeit von OpenAI
Auch Microsoft verändert seine Strategie. Bereits am 8. Juli wurde bekannt, dass der Konzern begonnen hat, Modelle externer Partner wie OpenAI und Anthropic durch eigene „MAI“-Modelle zu ersetzen – zunächst für spezifische Aufgaben in Excel und Outlook. Ziel ist die Senkung der Betriebskosten. Zehntausende KI-Aufgaben pro Woche laufen bereits auf der internen Architektur.
Parallel dazu erhielt Microsoft 365 Copilot im Juni 2026 funktionale Updates. Nutzer können jetzt per Stichwort nach bestimmten Meeting-Inhalten in Transkripten und Chatverläufen suchen. Zudem integrierte Microsoft SharePoint-Listen in den Copilot Agent Builder. Die Agenten können nun Listen mit bis zu 20.000 Einträgen verarbeiten – sofern sie keine Nachschlage-Spalten oder Anhänge enthalten.
Spezialisierte KI für Anwaltskanzleien
Der Legal-Tech-Anbieter Litera startete am 15. Juli ebenfalls eine neue Plattform. Der Kern-Agent Lito ist nun sowohl in Microsoft 365 als auch in Google Workspace eingebettet und unterstützt bei der Vertragserstellung und Mandantenentwicklung. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits 70 Prozent der Accounts den neuen Agenten. Das Tool Foundation 365 ist bei der Hälfte der zehn größten Anwaltskanzleien der Welt im Einsatz.
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Sicherheitswarnung aus Prag: Tschechien warnt vor WPS Office
Die rasche Verbreitung von KI-Bürotools ruft jedoch auch Regulierungsbehörden auf den Plan. Am 16. Juli 2026 – also heute – veröffentlichte die Tschechische Nationale Agentur für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) eine formelle Warnung vor der Nutzung von WPS Office. Die Behörde verwies auf mögliche Spionage-Risiken im Zusammenhang mit chinesischem Recht. Zudem sei der Quellcode der Software nicht öffentlich einsehbar, was ein Sicherheitsrisiko für staatliche und private Einrichtungen darstelle.

