Google rollt seinen KI-Agenten Gemini Spark weltweit aus – mit autonomen Browser-Funktionen und neuen Mac-Features. Europa wartet allerdings noch.
Google hat den internationalen Startschuss für seinen KI-Agenten Gemini Spark gegeben. Das Tool kann eigenständig im Browser surfen, Termine buchen und Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg erledigen. Für deutsche Nutzer gibt es jedoch einen Wermutstropfen: Der Europäische Wirtschaftsraum bleibt vorerst außen vor.
Autonomes Surfen: Gemini übernimmt den Browser
Das Herzstück des Updates ist die neue Chrome-Auto-Browse-Funktion, die Google Ende Juli vorgestellt hat. Sie erlaubt es Gemini Spark, sich mit den angemeldeten Konten und gespeicherten Passwörtern des Nutzers durch das Netz zu bewegen – natürlich nur mit ausdrücklicher Erlaubnis.
Die Möglichkeiten klingen vielversprechend: Der Agent kann etwa Wohnungsbesichtigungen terminieren oder Flugbuchungen anstoßen. Wer den günstigsten Nonstop-Flug sucht, kann Gemini einfach beauftragen, sich im Reisekonto anzumelden und die nötigen Daten einzutragen. Bei heiklen Schritten wie der finalen Zahlung übergibt das System die Kontrolle zurück an den Menschen.
Wer bekommt Zugang – und wer nicht?
Die Verfügbarkeit hat Google in den vergangenen Tagen massiv ausgeweitet. Ende Juli kamen zunächst die USA und der asiatisch-pazifische Raum dazu, Ende Juli folgten Brasilien und weitere Märkte. Seit Anfang August ist Gemini Spark für Google-AI-Pro-Abonnenten in over 160 Ländern verfügbar.
Doch einige Regionen gehen leer aus: Nutzer in der Europäischen Wirtschaftszone, Großbritannien, der Schweiz und Nigeria warten weiterhin auf Zugang. Die Funktionen sind zudem kostenpflichtig: In den USA kostet der AI-Pro-Tarif umgerechnet rund 18 Euro pro Monat, der Premium-Tarif AI Ultra etwa 90 Euro. In Deutschland startete der Dienst zunächst mit dem Ultra-Tarif für 99,99 Euro – der günstigere Pro-Tarif soll folgen.
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Neue Mac-Funktionen: Diktieren und Bildschirm verstehen
Parallel zur Browser-Integration hat Google die Mac-App von Gemini aufgerüstet. Seit Anfang August können Nutzer systemweit per Spracheingabe diktieren – ein langer Druck auf die Fn-Taste genügt. Die neue Funktion „Screen-Aware Reasoning“ erlaubt es der KI, aktive Fenster zu lesen und Kontext zu liefern. So kann Gemini etwa Notizen zusammenfassen oder E-Mails auf Basis sichtbarer Daten entwerfen.
Mit der Tastenkombination Option+Space lässt sich Text direkt an der Cursorposition umformulieren. Eine weitere Neuerung namens „Speak to Window“ ergänzt das Paket.
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Sicherheit als oberste Priorität
Für die autonomen Aufgaben arbeitet Gemini Spark mit Diensten wie Canva, Dropbox, OpenTable und Google Workspace zusammen. Der Agent kann Webseiten überwachen und Aufgaben fortsetzen, selbst wenn das Gerät ausgeschaltet ist.
Google warnt Nutzer dennoch: Sensible Passwörter oder Zahlungsdaten sollten nicht direkt in Aufgaben-Konversationen eingegeben werden. Stattdessen empfiehlt der Konzern separate Chrome-Profile oder Zwei-Faktor-Authentifizierung. Bei risikoreichen Aktionen bleibt ein Mensch in der Schleife – die KI agiert also als Assistent, nicht als eigenständiger Finanzakteur.

