Generative KI: 39 Prozent der Unternehmen zahlen Fachkräften mehr Gehalt

Philipp Navratil fordert ein umfassendes KI-Verständnis; 39 Prozent der Unternehmen zahlen Fachkräften mit GenAI-Kenntnissen mehr.

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Mitarbeiter in Unternehmen müssen Künstliche Intelligenz nicht nur rein bedienen, sondern ihre grundlegenden Funktionsweisen und Auswirkungen begreifen. Darauf hat Nestlé-CEO Philipp Navratil aufmerksam gemacht. Nach Ansicht des Spitzenmanagers, der weltweit mehr als 270.000 Beschäftigte führt, reicht reines Prompting allein nicht aus.

Beschäftigte müssten vielmehr ihr eigenes Geschäft verstehen, die jeweiligen Werkzeuge einsetzen und Künstliche Intelligenz im Gesamtzusammenhang erfassen. Zwar sei es nicht notwendig, jedes technische Detail zu beherrschen, entscheidend seien jedoch das Erkennen von Trends, das Wissen über die Fähigkeiten der Technologie sowie deren Einfluss auf das gesamte Unternehmen.

Künstliche Intelligenz sollte Navratil zufolge die Arbeitsweise von Grund auf transformieren, anstatt lediglich bereits bestehende Prozesse oberflächlich zu optimieren.

Wer die neuen Instrumente einsetze, ohne die eigene Herangehensweise anzupassen, riskiere lediglich eine Zunahme der Komplexität. Es gehe folglich nicht darum, KI als zusätzliches Hilfsmittel über bestehende Gewohnheiten zu stülpen.

Vielmehr gelte es, Abläufe neu zu durchdenken, überflüssige Schritte konsequent zu streichen und die gewonnene Zeit für die Analyse von Daten sowie persönliche Treffen mit Geschäftspartnern zu nutzen. Bei Nestlé nutzen bereits etwa 100.000 Beschäftigte monatlich die Software Microsoft Copilot, wie CIO Chris Wright im Januar gegenüber dem Magazin Fortune darlegte.

Neuer Fokus auf Urteilsvermögen und Prozessgestaltung

Mit seiner Haltung steht der Nestlé-Chef nicht allein da. Auch andere Branchenvertreter weisen darauf hin, dass rein technische Eingaben an Bedeutung verlieren. Führungskräfte wie der Technologiechef von Coinbase, OpenAI-Präsident Greg Brockman und Y-Combinator-Mitbegründer Paul Graham heben Urteilsvermögen und gestalterischen Geschmack als künftig entscheidende Fähigkeiten hervor.

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Graham verwies darauf, dass bei einer Situation, in der jeder alles herstellen könne, die individuelle Entscheidung über das Ergebnis zum ausschlaggebenden Kriterium werde. Zudem betonte Miro-CEO Andrey Khusid, Organisationen sollten ihre Arbeitsweisen grundlegend um Künstliche Intelligenz herum neu aufbauen.

Dass in den Betrieben vor allem praxisnahe Anwenderkompetenzen gefragt sind, belegen auch aktuelle Arbeitsmarktbeobachtungen. Eine Auswertung des Handelsblatts zeigt, dass Firmen verstärkt nach geschulten Anwendern suchen statt ausschließlich nach Forschern und Softwareentwicklern. Die Bundesregierung zielt in ihrer nationalen KI-Strategie ebenfalls darauf ab, entsprechende Fertigkeiten in ausgewählten Sektoren gezielt auszubauen.

Gehaltsaufschläge für fundierte Anwenderkenntnisse

Auf dem Arbeitsmarkt schlagen sich entsprechende Qualifikationen zunehmend in der Vergütung nieder. Laut der Gehaltsübersicht 2027 des Personaldienstleisters Robert Half für Deutschland zahlen 39 Prozent der Unternehmen höhere Gehälter für Fachkräfte, die über Kenntnisse in generativer KI verfügen.

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In den Bereichen Banken und Finanzdienstleistungen liegt dieser Anteil bei 45 Prozent, im Finanz- und Rechnungswesen bei 43 Prozent, in Administration und Personalwesen bei 38 Prozent und im Technologiebereich bei 36 Prozent. Fast die Hälfte der Personalverantwortlichen bietet Gehälter oberhalb der ursprünglich geplanten Spanne, um Spitzenkräfte anzuwerben.

Philipp Weingart von Robert Half Deutschland unterstrich, dass es letztlich darauf ankomme, die Technologie zielgerichtet im eigenen Fachgebiet anzuwenden und deren Arbeitsergebnisse fachlich fundiert einzuordnen. Genau diese Schnittstelle zwischen Fachwissen und technologischem Überblick deckt sich mit den Anforderungen, die Navratil für eine erfolgreiche Nutzung im Unternehmensalltag beschreibt.