Generative KI im Job: Britische Beschäftigte zahlen 1,3 Milliarden Dollar selbst

Deloitte zufolge finanzieren britische Arbeitnehmer KI-Tools teilweise selbst; fehlende Schulungen und Regeln erschweren den sicheren Einsatz.

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In britischen Unternehmen greifen immer mehr Erwerbstätige zur eigenen Geldbörse, um moderne Software am Arbeitsplatz einzusetzen. Laut einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Deloitte unter 25.000 Beschäftigten in Großbritannien geben Arbeitnehmer dort jährlich zusammen 1,3 Milliarden US-Dollar für generative künstliche Intelligenz im Beruf aus, ohne diese Kosten bei ihren Arbeitgebern abzurechnen.

Das Phänomen der eigenmächtigen Anschaffung digitaler Werkzeuge verdeutlicht eine wachsende Kluft zwischen dem Bedarf der Belegschaft und der offiziellen Ausstattung durch die Betriebe.

Hohe Verbreitung und private Finanzierung

Die Nutzung generativer Systeme gehört für viele Angestellte längst zum Alltag. Den Daten zufolge nutzen 63 Prozent der britischen Erwerbstätigen generative künstliche Intelligenz für berufliche Zwecke. Fast ein Viertel der Beschäftigten setzt entsprechende Werkzeuge sogar täglich ein.

Die Bereitstellung durch die Unternehmen hält mit dieser Dynamik jedoch nicht Schritt. Lediglich 34 Prozent der Beschäftigten greifen auf Systeme zurück, die ihnen offiziell vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Stattdessen nutzt fast die Hälfte der Befragten kostenlose Angebote im Internet, wobei der Anteil dieser frei verfügbaren Programme in der Belegschaft bei 46 Prozent liegt.

Zudem zahlt jeder sechste berufliche Nutzer mindestens eines der eingesetzten Programme aus eigener Tasche. Auf diese Gruppe entfallen im Jahr Ausgaben von zusammengerechnet über einer Milliarde US-Dollar, die am betrieblichen Spesenwesen vorbei abgewickelt werden.

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Mangelnde Vorgaben und unklare Richtlinien

Der verbreitete Einsatz auf eigene Faust birgt erhebliche Herausforderungen für die Betriebsorganisation. Fast ein Drittel der Anwender bringt Programme in den Arbeitsalltag ein, ohne dass der Arbeitgeber darüber informiert ist.

Deloitte stellt zudem fest, dass die Anwendung im Arbeitsalltag häufig auf einfache Suchanfragen und das Entwerfen von Texten beschränkt bleibt, da es vielen Beschäftigten an praktischem Wissen für komplexere Abläufe fehlt.

Als Ursache für diese Situation gilt vor allem eine unzureichende Vorbereitung durch das Management. Fast die Hälfte der beruflichen Nutzer hat für den Umgang mit den Programmen keine formelle Schulung erhalten. Zudem erklären fast zwei Drittel der Befragten, dass ihre Organisation bislang keine verlässliche Orientierung oder verbindliche Leitlinien für den Umgang mit künstlicher Intelligenz vorgegeben habe.

Sicherheitsrisiken durch Schatten-IT

Branchenbeobachter verweisen vor diesem Hintergrund auf beträchtliche Risiken, die durch den unregulierten Softwareeinsatz entstehen. Wenn betriebliche Aufgaben über private oder frei zugängliche Plattformen abgewickelt werden, drohen Gefahren für den Datenschutz, die Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sowie die Einhaltung lückenloser Prüfpfade in der internen Dokumentation.

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Um diesen Missständen zu begegnen, wird empfohlen, Transparenz über die tatsächliche Nutzung im Unternehmen zu schaffen, offiziell geprüfte Firmenlösungen einzuführen und die Belegschaft durch gezielte Weiterbildungen für einen sicheren und produktiven Einsatz zu qualifizieren.