Microsoft hat neue Daten zur weltweiten Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) vorgelegt. Laut dem „Global AI Diffusion Report“ des Softwarekonzerns nutzten im zweiten Quartal 2026 rund 18,8 % der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren in 147 untersuchten Volkswirtschaften entsprechende Produkte. Damit verzeichnete die Technologie einen Anstieg von etwa 1,0 Prozentpunkt gegenüber dem ersten Quartal des Jahres, in dem der Wert noch bei 17,8 % gelegen hatte.
Der Bericht basiert nach Angaben von Microsoft auf aggregierten und anonymisierten Telemetriedaten. Diese wurden an Faktoren wie Geräte- und Betriebssystemanteile sowie den allgemeinen Internetzugang und die jeweilige Bevölkerungsstruktur angepasst.
Gemessen wurde dabei, ob Personen im betrachteten Zeitraum mindestens einmal ein generatives KI-Produkt verwendeten; die Häufigkeit der Nutzung floss hingegen nicht in die Schätzung ein. Ein Anstieg der Nutzung war in fast allen erfassten Volkswirtschaften zu beobachten.
Regionale Spitzenreiter und globale Kluft
An der Weltspitze der KI-Adoption stehen die Vereinigten Arabischen Emirate mit einer Nutzungsrate von 73,3 %. Es folgen Singapur mit 64,3 % und Irland mit 49,9 %. Auch Frankreich (49,6 %), Norwegen (49,4 %) und Spanien (45,1 %) weisen eine überdurchschnittlich hohe Verbreitung auf.
Unter den weiteren Top-Nationen finden sich Neuseeland (44,1 %), das Vereinigte Königreich (43,7 %) sowie die Niederlande und Katar mit jeweils 43,5 %. Australien erreichte im zweiten Quartal einen Wert von 40,7 %.
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Trotz des allgemeinen Wachstums vergrößerte sich die Kluft zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden leicht. Während die Nutzungsrate im Globalen Norden im zweiten Quartal auf 28,8 % stieg (nach 27,5 % im ersten Quartal), erreichte der Globale Süden 16,2 % (nach 15,4 % im ersten Quartal). Der Abstand zwischen diesen Regionen vergrößerte sich damit von 12,1 auf 12,6 Prozentpunkte.
Dynamik in den großen Volkswirtschaften
Die Vereinigten Staaten belegen mit einer Nutzungsrate von 33,0 % den 21. Rang, was einem Zuwachs von 1,7 Prozentpunkten entspricht. China kommt mit 17,5 % auf Rang 67. Besonders dynamisch entwickelte sich Südkorea: Mit einem Anstieg von 3,5 Prozentpunkten auf nun 40,6 % verbesserte sich das Land im Ranking von Platz 16 auf Platz 12. Im Jahresvergleich verzeichnete Südkorea laut Microsoft einen Zuwachs von rund 15 Prozentpunkten und zeigte damit über drei aufeinanderfolgende Berichtsperioden hinweg das stärkste Wachstum unter den großen Volkswirtschaften.
In Lateinamerika führt Costa Rica das regionale Ranking mit 29,7 % an, was weltweit Rang 32 entspricht und 10,9 Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt liegt.
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Weitere Werte aus der Region zeigen eine differenzierte Entwicklung: Kolumbien liegt bei 25,9 %, gefolgt von der Dominikanischen Republik (25,8 %), Uruguay (25,7 %) und Panama (24,2 %). Argentinien erreicht 23,4 %, Mexiko 21,4 % und Brasilien 20,2 %. Nicaragua bildet mit 12,5 % das Schlusslicht der untersuchten lateinamerikanischen Staaten.
Wandel im Ökosystem und Infrastruktur
Neben der reinen Nutzerzahl beobachtet Microsoft auch Verschiebungen in der technologischen Basis. Auf der Plattform OpenRouter stammten im zweiten Quartal 75 % der Token-Nutzung von sogenannten Open-Weight-Modellen. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber Ende 2025 dar, als dieser Anteil noch bei rund einem Drittel lag.
Parallel dazu wuchs die Zahl der Projekte im Bereich der KI-Entwicklung massiv an. Auf Hugging Face Spaces stieg die Anzahl der Projekte von rund 124.000 Ende 2023 auf 1,46 Mio. im September 2026. Seit dem ersten Erscheinen des Microsoft-Berichts entspricht dies einem Zuwachs von rund 83 %.
Auch in Schwellenländern wie der Türkei (18,9 %) oder Saudi-Arabien, das sich von Rang 30 auf 25 verbesserte, liegt die Nutzung mittlerweile auf oder über dem globalen Durchschnittsniveau.

