Gesichtserkennung: 64 Prozent der Smartphones mit 2D-Foto knackbar

Verbraucherschützer decken auf: Zwei Drittel der getesteten Handys lassen sich mit einfachen Fotos täuschen. 3D-Sensoren bieten besseren Schutz.

deckt massive Sicherheitslücken bei der biometrischen Gesichtserkennung auf. Rund zwei Drittel der getesteten Geräte lassen sich mit einem einfachen Foto überlisten.

2D-Verfahren versagen im Test

Die Studie prüfte 208 Smartphones, die seit Ende 2022 erschienen sind. Das Ergebnis: 64 Prozent der Geräte konnten Tester mit einem herkömmlichen 2D-Foto entsperren. Die optische Gesichtserkennung gleicht nur Oberflächenmerkmale ab – ohne Tiefeninformationen bietet sie kaum Schutz.

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Zu den durchgefallenen Modellen zählen das Motorola Razr 50 Ultra, das Oppo Find X9 Pro und die Samsung Galaxy S25-Serie.

3D-Sensoren als Goldstandard

Apple setzt mit Face ID auf dedizierte 3D-Hardware – und besteht den Test. Auch das Google Pixel 8, 9 und 10 sowie die Samsung Galaxy S26-Serie und das Honor Magic 8 Pro nutzen Tiefenscans zur sicheren Authentifizierung.

Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI rät daher: Für sensible Transaktionen besser auf komplexe Passwörter setzen. Biometrie allein reicht oft nicht.

Google schließt kritische Android-Lücke

Im Mai-Update 2026 stopfte Google eine gefährliche Schwachstelle in der Android Debug Bridge (adbd). Die Lücke CVE-2026-0073 erlaubte Angreifern, über WLAN ohne Nutzerinteraktion Schadcode auszuführen. Betroffen: Android 14 bis 16.

Gleichzeitig stockte Google die Prämien im Vulnerability Reward Program massiv auf. Bis zu 1,5 Millionen Dollar winken für Exploit-Ketten gegen den Titan-M2-Chip der Pixel-Serie. Der Fokus liegt auf Zero-Click-Exploits.

Für die Pixel-10-Serie gibt es zudem einen Anti-Rollback-Mechanismus. Ein Zurücksetzen auf unsichere Vorgängerversionen wird damit verhindert.

Binary Transparency: App-Integrität prüfbar

Seit dem 1. Mai 2026 setzt Google auf einen öffentlichen Verifizierungsmechanismus. Ein kryptografisches Logbuch erlaubt die unabhängige Prüfung von Google-Apps und Play Services. Ziel: Supply-Chain-Angriffe erkennen, bevor manipulierte Software ausgeliefert wird.

Malware kapert SMS-TANs über den PC

Während die 2D-Gesichtserkennung ein lokales Risiko darstellt, jagt eine neue Malware-Kampagne globale Ziele. Sicherheitsforscher von Cisco Talos entdeckten Schadsoftware, die Microsoft Phone Link missbraucht.

Der Remote Access Trojaner CloudZ und das Plugin Pheno zapfen SMS-Nachrichten und Einmalpasswörter direkt vom PC ab. Die Infektion erfolgt über gefälschte Updates für Fernwartungssoftware wie ScreenConnect.

Einmal aktiv, scannt Pheno lokale SQLite-Datenbanken von Phone Link. Angreifer erhalten so Zugriff auf mobile TANs – ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen.

WhatsApp schließt zwei Sicherheitslücken

Meta behob kürzlich zwei Schwachstellen in WhatsApp. Die Lücke CVE-2026-23866 erlaubte das Laden schädlicher Medieninhalte über Instagram-Reels-Vorschauen auf Android und iOS. Eine weitere Lücke in der Windows-Version ermöglichte Datei-Spoofing mit NUL-Bytes in Dateinamen.

So schützen Sie sich

Sicherheitsexperten empfehlen eine mehrschichtige Strategie. Das Landeskriminalamt und Verbraucherzentralen betonen: Die Qualität eines Passworts ist wichtiger als dessen häufiger Wechsel. Empfohlen werden Kombinationen aus mindestens zehn Zeichen mit Groß-/Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen.

Passwort-Manager und Passkeys gelten als effektive Mittel. Für Microsoft Edge-Nutzer gibt es eine Warnung: Der integrierte Passwort-Manager hält Zugangsdaten unter Umständen im Klartext im Arbeitsspeicher vor. Externe Passwort-Lösungen und Zwei-Faktor-Authentifizierung sind Pflicht.

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Ausblick: KI auf dem Gerät

Apple will Gerüchten zufolge Face-ID-Sensoren künftig unter das Display verlegen. Google treibt derweil KI direkt auf dem Endgerät voran. Chrome lädt auf kompatiblen Geräten das Modell Gemini Nano – mehrere Gigabyte ohne explizite Nutzerzustimmung. Datenschützer sehen das kritisch.

Ein aktueller Vergleich zeigt zudem: Apple zahlt 250 Millionen Dollar in den USA. Grund war eine Sammelklage wegen irreführender Werbung für Siri-Features. Beworbene KI-Funktionen kamen bei bestimmten iPhone-Modellen erst mit erheblicher Verzögerung.

Die Botschaft für 2026 ist klar: Biometrie ohne 3D-Sensoren ist kein ausreichender Schutz. Die Kombination aus sicherer Hardware, zeitnahen Updates und robusten Passwörtern bleibt unerlässlich. Denn der Faktor Mensch bleibt das primäre Ziel – durch Phishing und Social Engineering.