Der Entwickler Mitchell Hashimoto hat am 27. Oktober 2026 die Version 1.4.0 des quelloffenen Terminal-Emulators Ghostty freigegeben. Das Update ist das Ergebnis von sieben Monaten Entwicklungsarbeit, an der 172 Beitragende mitgewirkt und insgesamt 2889 Commits beigesteuert haben.
Neben tiefgreifenden architektonischen Umbauten zur Senkung des Ressourcenverbrauchs bringt die neue Version erhebliche Geschwindigkeitsgewinne bei der Text- und Bildverarbeitung sowie mehrere sicherheitsrelevante Korrekturen mit.
Drastische Reduktion des Speicherbedarfs
Eine zentrale Neuerung betrifft die Speicherverwaltung auf 64-Bit-Systemen unter Linux und macOS. Ghostty komprimiert den sogenannten Scrollback-Puffer künftig automatisch während Leerlaufphasen, was den physischen Speicherbedarf bei typischen textlastigen Arbeitslasten um 70 bis 90 Prozent reduziert.
Durch diese Einsparungen konnte das Standardlimit für den Verlauf pro Terminal von 10 MB auf 50 MB angehoben werden. Entwickler passten im Zuge dessen auch die Konfiguration an: Der bisherige Parameter scrollback-limit heißt nun scrollback-limit-bytes, ergänzt durch die neue Option scrollback-limit-lines.
Auf Systemen mit macOS verringert sich zudem der Grafikspeicherbedarf im Mehrfensterbetrieb erheblich. Bei einer Konfiguration mit einem aktiven und 20 verdeckten Reitern sinkt der GPU-Speicherverbrauch von rund 385 auf 18 MB.
Höherer Durchsatz und schnelleres Rendering
Auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit wurde deutlich gesteigert. Unter macOS stieg der I/O-Durchsatz durch die Aufteilung des Lesens von Pseudo-Terminals (PTY) und des Parsens auf getrennte Threads um 25 bis 55 Prozent. Die Ausgabe einer 150-MB-Datei über das Standardwerkzeug cat beschleunigte sich auf Apple-Systemen von 1,5 Sekunden auf 566 Millisekunden.
Das Parsing von ASCII-Zeichen erfolgt nun 5,7-mal so schnell und kletterte von 128 MB/s auf 725 MB/s. Reale Terminal-Aufzeichnungen verarbeitet die Software rund 25 Prozent zügiger, während die Größenanpassung des Fensters bei umfangreichem Scrollback bis zu sechsmal schneller abläuft.
Wer sich mit performanter Open-Source-Software befasst, schätzt oft die Unabhängigkeit von großen Software-Konzernen. Dieses kostenlose Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie mit Ubuntu eine schnelle und stabile System-Alternative risikofrei testen. Kostenloses Linux-Startpaket mit Ubuntu-Vollversion sichern
Unter Linux und FreeBSD kommt ein neuer OpenGL-Renderer über EGL anstelle von GtkGLArea zum Einsatz, der Triple Buffering unterstützt und für eine schärfere Schriftdarstellung bei fraktionaler Skalierung von 125 und 150 Prozent sorgt.
Protokoll-Erweiterungen und Sicherheitskorrekturen
Ghostty 1.4.0 implementiert die vollständige Unterstützung für das Kitty-Graphics-Protokoll einschließlich Animationen und relativer Platzierung. Dank des Einsatzes von SIMD-Instruktionen verarbeitet das Terminal Bilddaten etwa 16-mal so schnell wie zuvor.
Neu integriert ist außerdem das Zwischenablage-Protokoll OSC 5522 für beliebige MIME-Typen sowie der Befehl ghostty +ssh, der terminfo-Definitionen automatisch auf entfernten Rechnern installiert und bei Bedarf auf xterm-256color zurückgreift.
Ein effizientes System ist die Grundlage für jede produktive Arbeit am Computer, sei es im Terminal oder in anderen Anwendungen. Entdecken Sie im kostenlosen Ratgeber, warum Linux-Systeme wie Ubuntu heute für ihre Stabilität bekannt sind und wie Sie den Umstieg parallel zu Windows meistern. Jetzt Gratis-Startpaket inkl. Schritt-für-Schritt-Anleitung herunterladen
Die Aktualisierung behebt zehn Sicherheitslücken, von denen vier ausschließlich macOS betrafen. Fehler im Umgang mit dem Kitty-Graphics-Protokoll hatten zuvor das Einfrieren, Abstürze sowie eine übermäßige Speicherallokation ermöglicht. Zudem prüft das Terminal das Steuerzeichen Carriage Return (r) beim Einfügen von Text nun strikt als Zeilenende.
Plattform-Anpassungen und Schnittstellen
Mit Version 1.4.0 führt das Projekt neue Anforderungen für Linux-Umgebungen ein: Benötigt werden mindestens GTK 4.18 und libadwaita 1.7. Dadurch ist Ghostty auf Ubuntu 24.04 LTS nicht mehr nativ kompilierbar, wenngleich ältere Builds lauffähige bleiben. Unter macOS setzt die Anwendung mindestens macOS 13 voraus. Eine grafische Oberfläche für Windows wurde derweil offiziell aus der Entwicklungs-Roadmap gestrichen.
Offizielle Binärpakete stellt das Projekt nur für macOS bereit. Die Distribution unter Linux erfolgt über Community-Pakete für Arch, NixOS, Alpine, Gentoo, openSUSE und das künftige Ubuntu 26.04. Neu ist ferner die Unterstützung für Drag-and-Drop bei geteilten Fensteransichten über Reiter- und Fenstergrenzen hinweg samt laufenden Prozessen sowie globale Tastaturkürzel unter Wayland via vicinae-hotkey-v1 ab Hyprland 0.56.

