GIGABYTE AORUS P1600W: Netzteil für vier Grafikkarten

Neue Netzteile, PCIe-6.0-SSDs und zHBM-Speicher: Hersteller treiben die KI-Infrastruktur mit Hochleistungskomponenten für Rechenzentren und Gaming-PCs voran.

Die Hardware-Branche treibt die KI-Revolution voran: Gleich mehrere Hersteller haben Anfang der Woche Produkte für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen vorgestellt. GIGABYTE, MSI und Kioxia präsentierten zwischen Montag und Dienstag neue Netzteile sowie Speicherlösungen mit dem zukunftssicheren PCIe-6.0-Standard. Die Ankündigungen zeigen, wohin die Reise bei Gaming-PCs und Rechenzentren geht.

Netzteile mit Rekordleistung für KI-Workloads

GIGABYTE hat am Montag mit dem AORUS P1600W ein Flaggschiff-Netzteil vorgestellt, das speziell für lokale KI-Anwendungen und leistungsstarke PC-Builds konzipiert ist. Das 1600-Watt-Modell trägt die Effizienz-Auszeichnung 80 PLUS Titanium und erfüllt die Standards ATX 3.1 sowie PCIe 5.1.

Technisch setzt der Hersteller auf Gallium-Nitrid-Technologie (GaN), zu 100 Prozent japanische Kondensatoren und ein kompaktes 160-mm-Format. Bemerkenswert: Das Netzteil kann über zwei native 16-Pin- und zwei Dual-8-Pin-Kabel bis zu vier Grafikkarten gleichzeitig versorgen. Ein integriertes „LCD Edge View“-Display ermöglicht die Überwachung in Echtzeit. Das Gerät gehört zur „AI TOP“-Serie und lässt sich mit GIGABYTEs gleichnamiger Software koppeln – ein eigener KI-Prozessor steckt in der Hardware allerdings nicht.

Parallel dazu feierte MSI am Dienstag sein 40-jähriges Bestehen mit der limitierten „DRACO EPIC EDITION“. Die Sonderedition im Blau-Gold-Design umfasst High-End-Komponenten wie die RTX 5080 SUPRIM Grafikkarte und das MEG X870E ACE MAX Mainboard. Herzstück ist das MEG Ai1600T Netzteil mit Siliziumcarbid-Bauteilen (SiC) und einer Cybenetics-Lambda-A++-Zertifizierung für besonders leisen Betrieb.

PCIe 6.0: Speicher der nächsten Generation

Im Speichersektor zeichnet sich ein großer Umbruch ab: Beim FMS 2026-Event kündigte Kioxia am Montag die GP1-Serie an – eine Reihe von SSDs mit extrem hohen IOPS-Werten, die speziell für KI-Anwendungen entwickelt wurden. Die PCIe-6.0-NVMe-Laufwerke erreichen bis zu 10 Millionen zufällige Lese-IOPS und nutzen die XL-FLASH-Technologie der zweiten Generation. Muster in den Formfaktoren E3.S und E1.S sollen bis Ende 2026 verfügbar sein.

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Ebenfalls am Montag demonstrierten Microchip und Micron ein komplettes PCIe-Gen-6-Speicher-Ökosystem. Im Mittelpunkt stand die Micron 9650 SSD – laut Hersteller das erste Gen-6-Rechenzentrumslaufwerk in Serienproduktion mit Lesegeschwindigkeiten von fast 28 GB/s. Kombiniert wird sie mit Microchips Switchtec-Gen-6-Switches, die bis zu 160 Lanes unterstützen und im 3-nm-Verfahren gefertigt werden.

Speicher-Revolution und neue Server-Prozessoren

Samsung erweitert derweil die Grenzen des Hochgeschwindigkeitsspeichers: Am Dienstag präsentierte der Konzern das Konzept „zHBM“. Die neue Architektur soll eine etwa achtmal höhere Leistung als HBM5 bieten und die Speicherdichte um mehr als das Zehnfache steigern. Die Idee: HBM-Speicher wird direkt vertikal über KI-Beschleunigern gestapelt, was den Wärmewiderstand reduziert und die Energieeffizienz verbessert.

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Diese Entwicklungen folgen auf die Einführung von AMDs EPYC-„Venice“-Prozessoren der 6. Generation Ende Juli. Die neuen Server-Chips werden im 2-nm-Verfahren von TSMC gefertigt und bieten bis zu 256 Kerne. Laut Leistungsdaten vom 22. Juli liefert die Venice-Architektur einen Performance- und Effizienzgewinn von über 70 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration – unterstützt durch einen 16-Kanal-Speicherinterface mit 1,6 TB/s Durchsatz.

Komplettsysteme profitieren von neuer Technik

Die neuen Komponenten erreichen bereits den Markt für vorkonfigurierte Systeme: STORMCRAFT brachte am Montag seine Valkyrie-Serie an Gaming-PCs auf den Markt. Die Rechner kombinieren Ryzen-9800X3D- oder Core-Ultra-7-270K-Prozessoren mit Grafikkarten der RTX-50-Serie. Die Preise der Serie liegen zwischen umgerechnet rund 1.900 und 2.800 Euro.