Giropay im Netz: 7,5 Millionen Nutzer und 27.000 Shops als Basis

Die Kreditwirtschaft bereitete den Onlineeinsatz der Girocard vor; EHI-Daten zeigten 2021 den Vorsprung etablierter Bezahlarten.

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Die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs stellt traditionelle Banken und Handelsunternehmen gleichermaßen vor strukturelle Herausforderungen. Im deutschen Einzelhandel lange Zeit das dominierende Zahlungsmittel an der physischen Kasse, fehlte der Girocard lange eine direkte Verknüpfung mit dem E-Commerce.

Um diese Lücke im digitalen Zahlungssektor zu schließen, verständigten sich die Spitzenverbände der deutschen Banken und Sparkassen auf eine technische und vertragliche Neuausrichtung. Eine Bestandsaufnahme zeigt die damaligen Schritte, den Zeitplan der verschiedenen Institutsgruppen sowie das Marktumfeld, in dem die Umstellung stattfand.

Grundlagen und zeitlicher Stufenplan der Kreditinstitute

Um die digitale Girocard als Bezahlmethode im Netz zu etablieren, schuf die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) laut einer dpa-Meldung die notwendigen vertraglichen und technischen Grundlagen. Das Konzept sah vor, die Girocard als direkten Zugangsweg in das bestehende Online-Bezahlverfahren Giropay einzubinden. Der offizielle Start für diese Einbindung wurde für die zweite Hälfte des Jahres 2022 angesetzt.

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Bei der praktischen Umsetzung für die Kundschaft vereinbarten die Bankenverbände ein gestaffeltes Vorgehen:
– Die Genossenschaftliche Finanzgruppe, zu der die Volks- und Raiffeisenbanken gehören, sollte die Online-Einbindung der Girocard als erste Institutsgruppe erhalten.
– Bis Ende 2022 war vorgesehen, dass die Kundinnen und Kunden der Sparkassen folgen.
– Im Anschluss an diesen Rollout sollten weitere Institutsgruppen an das System angebunden werden.

Auf der Akzeptanzseite, also bei der technischen Anbindung der Händler, erwartete die Deutsche Kreditwirtschaft den Abschluss der Integration im Onlinehandel ebenfalls im 2. Halbjahr 2022.

Die Wettbewerbssituation laut EHI-Studie

Die Notwendigkeit einer Aufholjagd im digitalen Raum verdeutlichen die Marktdaten aus der damaligen Periode. Die Untersuchung „Online Payment 2022“ des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt, wie stark der deutsche Onlinehandel zu diesem Zeitpunkt von etablierten Zahlungsarten geprägt war.

Demnach verteilten sich die Marktanteile am Umsatz im E-Commerce wie folgt:
– Der Kauf auf Rechnung verzeichnete für das Jahr 2021 einen Umsatzanteil von 28,3 Prozent, nachdem der Wert im Jahr 2020 noch bei 30,4 Prozent gelegen hatte.
– Der Zahlungsdienstleister PayPal erreichte 2021 einen Anteil von 28,2 Prozent nach 24,9 Prozent im Vorjahr 2020 und zählte dabei 29 Millionen Kundinnen und Kunden.
– Die Lastschrift kam auf einen Umsatzanteil von 17,4 Prozent.

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Das Bezahlsystem Giropay, das als Basis für die Einbindung der Girocard dienen sollte, kam zu diesem Zeitpunkt auf rund 7,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und war in mehr als 27.000 Online-Shops integriert. Die Zahlen der EHI-Erhebung unterstrichen den beträchtlichen Abstand zu den marktführenden Verfahren, den die deutschen Kreditinstitute mit der Zusammenführung ihrer Systeme verringern wollten.