Ab dieser Woche werden zahlreiche Lizenzmodelle umgestellt – mit teils massiven finanziellen Folgen für Unternehmen und Privatanwender.
Token statt Flatrate: KI-Assistenten werden zur Kostenfalle
Ab dem 1. Juni 2026 stellt Microsoft die Abrechnung für GitHub Copilot und weitere KI-Dienste von einem monatlichen Festpreis auf ein Token-basiertes Modell um. Bislang zahlten Entwickler rund 29 Euro pro Monat für die Flatrate-Nutzung des KI-Assistenten. Die neue Abrechnung nach Verbrauch könnte die monatlichen Kosten laut ersten Schätzungen auf bis zu 750 Euro in die Höhe treiben.
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Mit dem im Mai veröffentlichten Lizenzleitfaden für Microsoft Copilot Studio führt der Konzern zudem „Copilot Credits“ als einheitliche Währung für die KI-Plattform ein. Unternehmen können zwischen einem Pay-as-you-go-Modell für 0,01 Euro pro Credit oder einem monatlichen Abo für 200 Euro inklusive 25.000 Credits wählen. Vorabkäufe werden mit Rabatten von bis zu 20 Prozent angeboten. Bei sprachbasierten KI-Agenten wird künftig nach Gesprächsdauer abgerechnet.
Kürzere Kündigungsfristen für KI-Partner
Bereits am 22. Mai 2026 hatte Microsoft sein Datenverarbeitungs-Regelwerk geändert. Die Kündigungsfrist für neue KI-Subprozessoren wurde von sechs Monaten auf nur noch 30 Tage verkürzt. Betroffen sind die Dienste Microsoft 365, Azure und Dynamics 365. Der Schritt spiegelt das rasant steigende Tempo der KI-Entwicklung wider – zulasten der Planungssicherheit für Kunden.
Perpetual-Lizenzen: Das Ende einer Ära
Der Verkauf von Dauerlizenzen für klassische Office-Software wird weiter eingeschränkt. Ein langlaufendes Angebot für Microsoft Office Professional 2021 für Windows zum Preis von knapp 30 Euro endet am 31. Mai 2026. Die Version enthält Word, Excel und PowerPoint – der Support für die Anwendung Publisher wird bereits im Oktober 2026 eingestellt.
Noch drastischer sind die Einschnitte für Mac-Nutzer. Microsoft schränkt die Funktionalität von Office 2019 und 2021 für Mac ein und wandelt die Programme in einen reinen „Nur-Lesen“-Modus um. Dieser Schritt sorgt für scharfe Kritik und wirft Fragen zur Vereinbarkeit mit Verbraucherschutzgesetzen auf – etwa denen der australischen Wettbewerbsbehörde.
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Strengere Sicherheitsvorgaben ab Juli
Parallel zur Lizenzumstellung verschärft Microsoft die Authentifizierungsanforderungen. Ab dem 6. Juli 2026 werden Nutzer von Entra ID aufgefordert, spezifische Authentifizierungsmethoden zu registrieren. Ab dem 7. September 2026 sind dann nur noch registrierte Methoden für die Self-Service-Passwortzurücksetzung zugelassen.
Europäische Alternative in den Startlöchern
Die Entwicklung hin zu Cloud-abhängigen und verbrauchsbasierten Modellen befeuert in Europa die Nachfrage nach souveränen Alternativen. Am 9. Juni 2026 soll Euro-Office an den Start gehen – eine quelloffene Bürosuite auf Basis von OnlyOffice. Unterstützt von Partnern wie IONOS und Nextcloud richtet sich das Projekt an Behörden und regulierte Industrien, die angesichts des US Cloud Acts und steigender Lizenzkosten die Kontrolle über ihre Daten behalten wollen.

