GLM-5.2 im Test: KI-Wurm erreichte alle 8 Geräte in 4 von 5 Durchläufen

Anthropic hält autonome KI-Würmer künftig für möglich; Tests zeigten bislang keine vollständige Selbstverbreitung.

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Forscher des KI-Unternehmens Anthropic warnen vor einer neuartigen Bedrohung aus dem Bereich der Cybersicherheit. In einer am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Untersuchung legen die Autoren dar, dass künftige KI-Würmer vernetzte Haushaltsgeräte befallen und sich von dort aus ohne menschliches Zutun eigenständig weiterverbreiten könnten.

Nach Einschätzung der Experten könnten kleinere Modelle schon in wenigen Monaten in der Lage sein, wie selbstreplizierende Würmer zwischen internetfähigen Verbrauchergeräten zu springen.

In einem begleitenden Beitrag beschreiben die Anthropic-Forscher William Zhou und Daniel Freeman das Szenario. Demnach gerieten anstelle klassischer Rechenzentren vor allem schlecht geschützte Systeme wie Android-TV-Boxen von No-Name-Herstellern oder vernetzte Küchengeräte in den Fokus.

Zwar würden solche KI-Würmer voraussichtlich langsam agieren und Tage für einen Kopiervorgang benötigen. Da jedoch kein zentraler Ausschalter existiert, wären sie im Falle eines Befalls nur schwer wieder zu entfernen.

Experimente in simulierten Netzwerken

Für ihre Berechnungen analysierten die Forscher unter anderem historische Daten des Kimwolf-Botnetzes, das zu Spitzenzeiten über 2 Millionen Geräte infizierte, überwiegend No-Name-Android-TV-Boxen.

Eine vergleichbare Infrastruktur könnte laut einer Modellrechnung theoretisch rund 133.000 verteilte KI-Instanzen betreiben. Anthropic betont dabei, dass diese Schätzungen grob seien, da sie sich auf einen einzelnen Gerätetyp und ein früheres Botnetz stützen.

Den Replikationsprozess unterteilte das Team in vier Phasen: das Auffinden eines Geräts, das Erlangen der Code-Ausführung, die Einrichtung der Inferenz-Software sowie die anschließende Weiterverbreitung.

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In Testumgebungen mit Android-Emulatoren und unauthentifiziertem Debugging-Zugriff über die Android Debug Bridge richtete das Modell Qwen3.5-9B die Inferenz auf 8 von 9 Hardwaretypen ein, darunter Jetson Nano, Mac-PCs und Grafikkarten vom Typ RTX 4090. Die unoptimierte Einrichtung dauerte bei Qwen3.5 zwischen 29 und 51 Stunden, während das Modell Gemma4-26B-A4B auf 15 Android-TV-Boxen mit je 4 Gigabyte Arbeitsspeicher bei einer Geschwindigkeit von 0,39 Token pro Sekunde zwischen 71 und 150 Stunden benötigte.

Ein vollständig autonom agierender Replikator konnte im Experiment allerdings noch nicht demonstriert werden. Modelle mit 30 Milliarden Parametern bewältigten zwar viele Einzelschritte, scheiterten jedoch an einer vollständigen Kette.

Lediglich das größere Modell GLM-5.2 schaffte es in einem simulierten Netzwerk, Llama 3.1-8B vollständig zu übertragen, und erreichte in 4 von 5 Durchläufen alle 8 simulierten Geräte.

Bei diesen Tests waren die Sicherheitsbarrieren jedoch bewusst vereinfacht worden. Anthropic prognostiziert, dass kleinere Modelle bis Ende 2026 das Niveau von GLM-5.2 erreichen und bis 2027 autonom auf Geräten wie Kühlschränken und Staubsaugern replizieren könnten.

Geteilte Reaktionen in der Fachwelt

In der IT-Sicherheitsbranche stoßen die Befunde auf ein gemischtes Echo. Jeffrey Ladish von der Forschungsorganisation Palisade Research, die zuvor Selbstreplikation mit kleineren Modellen gezeigt hatte, erwartet erste KI-Würmer in freier Wildbahn innerhalb von 12 Monaten.

Nicolas Papernot von der Universität Toronto bezeichnete die Bedrohung als konkret und forderte umgehendes Handeln zum Schutz kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäusern und Stromnetzen.

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Gleichzeitig mahnen andere Experten zur Zurückhaltung. Varun Chandrasekaran von der Universität Illinois erklärte, die Ergebnisse seien zwar mit verwandter Forschung vereinbar, aber bislang nicht unabhängig verifiziert; die größere gegenwärtige Gefahr gehe weiterhin von Menschen aus, die KI für Angriffe nutzen.

Der frühere Leiter der britischen Cybersicherheitsbehörde NCSC, Ciaran Martin, sprach von einer interessanten technischen Untersuchung, sah in den Ausführungen des Herstellers jedoch deutliche Übertreibungen.

Kritiker verweisen zudem darauf, dass derartige Veröffentlichungen auch Marketingzwecken dienen könnten, während die politische Debatte über verbindliche Sicherheitsstandards für KI-Systeme international weiterhin ohne scharfe Regulierungsbeschlüsse verläuft.