Auf der KI-Plattform Workers AI des Infrastruktur- und Sicherheitsdienstleisters Cloudflare ist es zu einem sicherheitsrelevanten Zwischenfall gekommen. Wie das Unternehmen in einem Bericht vom 26. Oktober 2026 mitteilte, gab der Modellzugang für GLM-5.3 (@cf/zai-org/glm-5.3) im Zeitraum vom 27. August bis zum 9. September 2026 in insgesamt 155 Antworten Daten externer Kunden preis.
Betroffen von dem Fehler waren demnach ausschließlich Prompts mit einem Umfang von mehr als 681.280 Tokens. Andere Modelle auf der Plattform wiesen die Schwachstelle nicht auf, zudem lägen keine Hinweise auf eine gezielte Ausnutzung vor.
Ursachen im Zusammenspiel von Speicherpool und Inferenz-Engine
Der Vorfall geht auf zwei wesentliche Faktoren zurück. Zum einen stand dem maximalen Kontextfenster des Modells von 1.048.576 Tokens ein Prefill-KV-Speicherpool von lediglich 681.280 Tokens gegenüber. Diese Diskrepanz war vor dem Produktstart bekannt, wurde intern jedoch für unbedenklich gehalten. Zum anderen trat ein Fehler in der zugrundeliegenden Software SGLang beim disaggregierten Prefill- und Decode-Betrieb auf.
Wurde eine Anfrage aufgrund der Speicherbegrenzung verworfen, lief der Prozess dennoch mit einem 1-Token-Platzhalter weiter. Die nachfolgende Decode-Stufe griff daraufhin auf veraltete, nicht genullte KV-Speicherseiten zu. Statt eines Fehlers lieferte das System einen erfolgreichen HTTP-200-Statuscode zurück – gefüllt mit Inhalten vorangegangener Anfragen anderer Nutzer.
Vor der Veröffentlichung des Modells hatte Cloudflare lediglich Latenzzeiten und Statuscodes überprüft, nicht jedoch die semantischen Inhalte der Ausgaben analysiert. Ein Schutzprototyp mit Seiten-Kennungen war Mitte August 2026 auf GLM-5.2 erprobt, wegen Zuverlässigkeitsproblemen jedoch kurz darauf wieder deaktiviert worden.
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Entdeckung durch Sicherheitsforscher und Incident Response
Aufgedeckt wurde die Lücke durch den Sicherheitsforscher Gadi Evron von Knostic, der den Vorfall am 8. September 2026 über die Plattform HackerOne meldete. Nachfolgende Tests von Knostic zeigten, dass Anfragen bis zu 662.162 Tokens reguläre Resultate lieferten, ab rund 700.000 Tokens traten jedoch Fehler auf.
Eine Testanfrage mit 812.377 Tokens gab fremde Daten aus und wurde dennoch regulär berechnet. Laut Knostic umfassten die offengelegten Fragmente unter anderem Klarnamen, Rechnungsnummern, Euro-Beträge, Zahlungsdetails sowie Quellcode und Dateipfade.
Cloudflare verifizierte die Meldung am 9. September 2026 ab 08:00 UTC und konnte den Fehler innerhalb von 25 Minuten reproduzieren. Um 13:22 UTC rief das Unternehmen offiziell einen Sicherheitsvorfall aus. Das betroffene Modell wurde um 14:00 UTC über Statusmeldungen mit dem Code HTTP 400 vom Netz genommen.
Nach der Identifikation der Ursache um 14:35 UTC und der Korrektur der Prefill-Nodes um 14:52 UTC folgte um 19:04 UTC ein Rebuild mit einem Engine-Patch. Um 19:40 UTC ging das Modell wieder in den regulären Betrieb.
Technische Behebung und rechtliche Einordnung
Zur Behebung erweiterte Cloudflare den Prefill-KV-Pool auf rund 2,04 Millionen Tokens, was etwa dem Doppelten des Kontextfensters entspricht. Ergänzt wurde dies durch interne Patches sowie Upstream-Anpassungen in SGLang.
Die Software-Fehler wurden in den Versionen v0.5.20, v0.5.21 vom 2. Oktober 2026 sowie v0.5.22 vom 19. Oktober 2026 behoben; Betreibern ähnlicher Systeme wird eine Aktualisierung empfohlen. Die Schutzmaßnahmen zeigten in Tests kaum Leistungseinbußen: Die Durchsatzabweichung lag bei statistisch nicht signifikanten ±2 Prozent bei 21 Durchläufen auf zwei H100-Beschleunigern.
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In seiner Funktion als Auftragsverarbeiter ist Cloudflare verpflichtet, solche Datenpannen den betroffenen Auftraggebern unverzüglich mitzuteilen. Für die betroffenen Unternehmenskunden greift daraufhin die Meldefrist nach Artikel 33 der Datenschutz-Grundverordnung, wonach Vorfälle binnen 72 Stunden an die zuständigen Aufsichtsbehörden gemeldet werden müssen.

