GLM-5.3: Zhipu AI hebt Coding-Fähigkeiten um 50 Prozent

Zhipu AIs GLM-5.3 übertrifft Vorgänger in Benchmarks deutlich und findet historische Sicherheitslücken. Die Aktie fällt trotzdem.

Das chinesische Technologieunternehmen Zhipu AI hat die Veröffentlichung seines neuesten Sprachmodells GLM-5.3 bekannt gegeben. Das Modell wird als Open-Source-Lösung bereitgestellt und basiert auf der Architektur des Vorgängers GLM-5.2, wurde jedoch durch ein reines Post-Training-Verfahren signifikant weiterentwickelt. Mit einem Umfang von 743 Mrd. Parametern zielt die Neuentwicklung vor allem auf Anwendungen in der Softwareentwicklung und der IT-Sicherheit ab.

Deutliche Leistungssteigerung bei Programmierung und Sicherheit

In internen Tests und standardisierten Benchmarks konnte das neue Modell erhebliche Fortschritte gegenüber der Vorgängergeneration erzielen. Laut Unternehmensangaben verbesserten sich die Coding-Fähigkeiten im Vergleich zu GLM-5.2 um 50 %.

Auch in spezialisierten Testumgebungen für Entwickler wurden deutliche Zuwächse verzeichnet: Auf dem Terminal-Bench 3.0 stieg der Wert von zuvor 4,6 auf nun 28,3, während das Modell auf DeepSWE v1.1 ein Ergebnis von 66,9 erreichte, nachdem der Vorgänger bei 46,2 gelegen hatte. Auf dem AutomationBench wurde ein Wert von 48,2 erzielt.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Zhipu AI der Identifikation von Sicherheitsrisiken. Im Benchmark CyberGym, der die Erkennung von Schwachstellen misst, erreichte GLM-5.3 eine Quote von 84,5 %. Damit positioniert sich das Modell vor Konkurrenzprodukten wie Anthropic Mythos 5, das auf 83,8 % kam, und GPT-5.6 Sol mit 83,6 %. Auf dem ExploitBench hingegen lag die Erfolgsquote bei 54,4 %.

Identifikation historischer Sicherheitslücken

Die praktischen Einsatzmöglichkeiten wurden in einer zweiwöchigen Testphase demonstriert. Dabei habe das Modell in 269 untersuchten Projekten insgesamt 2.436 Schwachstellen gefunden. Davon seien 1.097 als mittel bis hochriskant eingestuft worden.

Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Untersuchung war das Aufspüren historischer Programmierfehler. Das Modell identifizierte eine Schwachstelle, die bereits seit 40 Jahren bestand, sowie einen 45 Jahre alten Fehler im Domain Name System (DNS).

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Darüber hinaus entdeckte die KI eine sogenannte Zero-Click-Lücke in einer Kommunikationsanwendung. Der potenzielle Marktwert dieser Entdeckung wird auf bis zu 30 Mio. RMB geschätzt. Auch im populären KI-Code-Editor Cursor identifizierte GLM-5.3 laut Berichten eine Sicherheitslücke.

Verfügbarkeit und strategische Sicherheitsinitiativen

Zhipu AI stellt das Modell über verschiedene Kanäle zur Verfügung, darunter der GLM Coding Plan, ZCode, Claude Code sowie OpenCode. Für die Nutzung über die API ist die Kennung „glm-5.3“ vorgesehen, wobei die Aktivierung eines speziellen „Thinking“-Parameters erforderlich ist. Dieser kann in den Stufen „low“, „high“ oder „max“ konfiguriert werden.

Während die Preise für die API-Nutzung noch nicht abschließend gelistet sind, kündigte das Unternehmen an, die Open Weights für das Modell in etwa zwei Wochen freizugeben.

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Um Missbrauch vorzubeugen, verfolgt das Unternehmen eine gestaffelte Freigabestrategie. Sensible Funktionen sollen ausschließlich über einen „Trusted Access“ zugänglich gemacht werden.

Zuerst erhalten ausgewählte Sicherheitspartner Zugriff, bevor nach weiteren Bewertungen eine breitere Bereitstellung erfolgt. Flankierend zur Veröffentlichung wurde die Initiative „Open Source Shield“ ins Leben gerufen, um die Sicherheit im Open-Source-Ökosystem zu stärken.

Marktreaktion und Bewertung

Trotz der technologischen Präsentation reagierten die Finanzmärkte verhalten. Am 14. August verzeichneten die Aktien von Zhipu AI an der Börse in Hongkong einen Kursrückgang von über 6 %, wobei einzelne Berichte sogar von einem Minus von 9 % sprachen. Damit setzt sich eine Korrektur der Marktbewertung fort. Während das Unternehmen in der Spitze einen Marktwert von 137 Mrd. USD erreichte, wird dieser aktuell auf etwa 75 Mrd. USD taxiert.