Der lang ersehnte Schritt beendet eine jahrelange Einschränkung, die viele Nutzer zu kreativen Notlösungen zwang.
Adresswechsel ohne Datenverlust
Seit dem 23. Juni 2026 rollt Google die neue Funktion in Deutschland aus. Wer seinen Namen ändern oder sich von einer unprofessionellen Adresse trennen möchte, kann nun direkt in den Kontoeinstellungen eine neue Adresse wählen. Die alte Adresse bleibt als Alias erhalten – E-Mails dorthin landen weiterhin im Posteingang. Ein kompletter Account-Neuanfang ist damit nicht mehr nötig.
Allerdings hat Google klare Grenzen gesetzt. Maximal drei Adresswechsel sind pro Konto erlaubt, insgesamt also vier verschiedene Adressen über die gesamte Lebensdauer. Zwischen den Änderungen muss zudem ein Jahr Pause liegen. Einmal vergebene Adressen werden dauerhaft blockiert und können von niemandem mehr genutzt werden – selbst wenn der ursprüngliche Besitzer längst eine neue Adresse hat.
Internationaler Rollout und Sicherheitshinweise
Die Funktion ist nicht auf Deutschland beschränkt. Zeitgleich startete der Rollout in Frankreich und Nepal, einen Tag später folgten Ungarn, Taiwan und Vietnam. Google betont, dass die Option ausschließlich für private Konten gilt.
Sicherheitsexperten raten, den Adresswechsel zum Anlass für ein Passwort-Update zu nehmen. Zudem sollten Nutzer ihre Kontaktdaten bei wichtigen Diensten wie Banken aktualisieren. Die alte Adresse als Alias zu behalten, schützt zwar vor verpassten Nachrichten – wer aber wirklich mit der Vergangenheit brechen will, sollte alle wichtigen Stellen über die neue Adresse informieren.
Der Wechsel der E-Mail-Adresse ist ein idealer Zeitpunkt, um die gesamte digitale Sicherheit zu überdenken. Da in Deutschland pro Quartal rund 4,7 Millionen Online-Konten gehackt werden, zeigt dieser kostenlose Report, wie Sie sich mit modernster Technologie vor Datenklau schützen. Sicherheits-Report: Passkeys statt Passwörter jetzt gratis anfordern
KI-gesteuerte Postfächer: Gemini Flows für Gmail
Parallel zum Adresswechsel bringt Google eine neue KI-Funktion namens „Gemini Flows“ nach Deutschland. Damit lässt sich das Postfach per Sprachsteuerung verwalten. Persönliche Briefings und automatische Aufgaben-Erkennung sind Teil des Pakets. Die Grenze liegt bei 2.000 verarbeiteten E-Mails pro Monat.
Doch Vorsicht: Sicherheitsanalysten warnen vor sogenannten „Prompt-Injection“-Angriffen, bei denen Schadcode über Sprachbefehle eingeschleust werden könnte. Wer die Funktion nutzt, sollte sich der Risiken bewusst sein.
Wettbewerb aus Deutschland: GMX zieht nach
Der Druck auf Google wächst. GMX hat kürzlich eigene KI-Assistenten für sein Mail-Portal vorgestellt. Die Funktionen umfassen Tonfall-Anpassungen, Übersetzungen für Englisch, Französisch und Spanisch sowie automatische Zusammenfassungen. Ein entscheidender Unterschied: GMX betont, dass die KI-Verarbeitung intern bleibt und keine Nutzerdaten für externe Trainingszwecke verwendet werden.
Phishing-Welle: 382.470 gemeldete Fälle allein 2025
Die neuen Funktionen kommen in einer angespannten Sicherheitslage. Das Bundeskriminalamt verzeichnete für 2025 insgesamt 382.470 gemeldete Phishing-Mails in Deutschland. Branchendaten zufolge werden 84 Prozent aller Cyberangriffe auf Unternehmen über Phishing eingeleitet.
Angesichts der massiven Phishing-Welle und immer raffinierterer Betrugsmaschen ist Wachsamkeit allein nicht mehr ausreichend. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Phishing-Angriffe bereits im Keim ersticken und Ihr Unternehmen sowie private Daten wirksam absichern. Kostenloses Anti-Phishing-Paket jetzt herunterladen
Rechtsexperten erinnern daran: Banken haften in der Regel nicht für finanzielle Verluste, wenn grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit Zugangsdaten festgestellt wird. Wer seine E-Mail-Adresse ändert, sollte daher besonders sorgfältig mit den neuen Zugangsdaten umgehen.

