Gmail: Send-as-Funktion endet im Januar 2027 für Drittanbieter

Google stellt die Drittanbieter-Anbindung in Gmail ein. Viele Anwender wechseln deshalb zu datenschutzorientierten E-Mail-Diensten wie Fastmail oder Proton.

Der Technologieriese Google leitet eine weitreichende Änderung seiner E-Mail-Strategie ein, die insbesondere Nutzer betrifft, die externe Konten über die Gmail-Oberfläche verwalten.

Wie Mitte August 2026 bekannt wurde, plant das Unternehmen die Unterstützung der sogenannten „Send as“-Funktion für Konten von Drittanbietern einzustellen. Diese Entscheidung hat bereits erste Reaktionen im Markt für E-Mail-Dienstleister ausgelöst, da Anwender vermehrt zu datenschutzfreundlicheren Alternativen wechseln.

Vollständige Abschaltung der Drittanbieter-Unterstützung bis Januar 2027

Laut Berichten vom 14. August 2026 wird Google die Möglichkeit, E-Mails über Drittanbieter-Adressen innerhalb von Gmail zu versenden, im Januar 2027 vollständig entfernen. Zeitgleich soll auch der Dienst „Gmailify“ enden, der es bisher ermöglichte, Funktionen von Gmail auf Konten anderer Anbieter wie Yahoo oder Outlook anzuwenden.

Zwar bleiben bestehende Konfigurationen für die Übergangszeit bis zum Januar 2027 funktionsfähig, doch die Einrichtung neuer „Send as“-Verknüpfungen für Adressen von Drittanbietern ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt eingeschränkt. Diese Maßnahme zwingt Nutzer dazu, entweder ihre Arbeitsabläufe innerhalb des Google-Ökosystems anzupassen oder den E-Mail-Provider zu wechseln.

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Nutzerreaktionen: Abwanderung zu spezialisierten Dienstleistern

Die angekündigten Einschränkungen führen bereits zu einer spürbaren Wanderungsbewegung hin zu Konkurrenten. Branchenbeobachter verweisen auf Einzelfälle wie den Nutzer Heath Allyn, der aufgrund des Wegfalls der Drittanbieter-Unterstützung von Gmail zum Anbieter Fastmail gewechselt ist. Er habe dort bereits ein Abonnement für drei Jahre abgeschlossen und eine Weiterleitung seiner Gmail-Korrespondenz eingerichtet.

Fastmail positioniert sich in diesem Kontext mit Funktionen, die über den Standard-Umfang von Gmail hinausgehen. Dazu gehören die Unterstützung von bis zu 100 eigenen Domains, zahlreiche Aliase, Masked Emails sowie Subdomain Addressing. Zudem bietet der Dienst einen dunklen Modus und spezielle Import-Werkzeuge an, um den Umzug von anderen Plattformen zu erleichtern.

Datenschutzbedenken bei Microsoft Outlook fördern Open-Source-Alternativen

Parallel zu den Entwicklungen bei Google gerät auch die mobile E-Mail-Anwendung von Microsoft in die Kritik. Hintergrund sind Informationen einer Microsoft-Support-Seite, wonach Konten von Drittanbietern wie Gmail, Yahoo, iCloud oder IMAP-Konten innerhalb der Outlook-App für Android in die Microsoft-Cloud synchronisiert werden. Dabei werden Kopien von E-Mails, Kalendereinträgen und Kontakten in den Rechenzentren von Microsoft gespeichert.

Diese Praxis führt dazu, dass sicherheitsbewusste Anwender vermehrt auf Open-Source-Lösungen wie FairEmail ausweichen. Dieser Client verzichtet laut Berichten auf spezielle Berechtigungen und nutzt kein Firebase Cloud Messaging, sondern setzt auf das IMAP-IDLE-Verfahren zur Synchronisation. Damit positioniert sich FairEmail als transparente Lösung für Nutzer, die eine Speicherung ihrer Daten in Cloud-Infrastrukturen großer Konzerne ablehnen.

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Proton Mail etabliert sich als sichere Migrationsplattform

Auch der Anbieter Proton Mail nutzt die aktuelle Dynamik, um seine Dienste als Alternative zu den Angeboten der großen Technologiekonzerne zu präsentieren. Mit dem Tool „Easy Switch“ bietet Proton eine Lösung an, die den Import von Bestandsdaten und die Einrichtung von Weiterleitungen automatisiert.

Das Unternehmen hebt dabei Sicherheitsmerkmale wie eine Zero-Access-Verschlüsselung und eine integrierte Tracker-Blockierung hervor. Damit zielt Proton auf eine wachsende Zielgruppe ab, die aufgrund der Funktionsstreichungen bei Google und der Synchronisationspraktiken bei Microsoft eine stärker privatsphärenorientierte digitale Infrastruktur sucht.