GNOME 51: Neuer E-Mail-Client Stamp soll Office-Suite anführen

Die GNOME-51-Alpha führt mit Stamp einen modernen E-Mail-Client ein, der eine Office-Suite im Linux-Ökosystem anstoßen soll.

Die Entwickler haben die Alpha-Version von GNOME 51 veröffentlicht – und setzen mit einem modernen E-Mail-Programm neue Akzente für die Büroarbeit unter Linux.

Der unter dem Codenamen „A Coruña“ erschienene Vorab-Release vom 11. Juli 2026 bringt nicht nur technische Verbesserungen, sondern auch einen ambitionierten Neuzugang: Stamp, ein E-Mail-Client, der den Grundstein für eine komplette Office-Suite im GNOME-Ökosystem legen soll.

Stamp: Moderner E-Mail-Client als Office-Hoffnungsträger

Auf der OpenSUSE Conference 2026 vorgestellt, zeigt Stamp, wohin die Reise bei GNOMEs Produktivitätswerkzeugen geht. Die Anwendung setzt auf GTK4 und LibAdwaita und nutzt den Evolution Data Server als Rückgrat. Noch befindet sich Stamp in einer frühen Entwicklungsphase – offizielle vorkompilierte Pakete gibt es nicht. Doch die Community ist bereits aktiv: Für openSUSE Tumbleweed existieren erste Builds, und über das Arch User Repository (AUR) ist die Software ebenfalls zugänglich.

Der Zeitpunkt für diesen Vorstoß ist gut gewählt. Denn am 10. Juli 2026 endete der Support für Collabora Online 23.05, eine verbreitete Office-Lösung im Linux-Umfeld. Nutzer dieser Plattform sollen auf neuere Versionen umsteigen, die unter anderem integrierte KI-Assistenten für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation bieten.

Technische Neuerungen im Alpha-Release

Die Alpha-Version von GNOME 51 hält einige funktionale Überraschungen bereit:

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  • Eine neue QR-Code-API erleichtert das Teilen von Informationen
  • Schnellere Bildschirmaufnahmen verbessern die Arbeit mit Screencasts
  • Der Dateimanager Nautilus erhält einen Auswahlzähler und schnellere Update-Zyklen

Architektonisch treibt GNOME 51 den Umstieg auf Wayland weiter voran. Die Alpha entfernt veraltete NVIDIA-EGLStream-Pfade und führt elogind-Unterstützung ein. Der stabile Release ist für den 16. September 2026 geplant.

Linux-Ökosystem im Wandel

Die Veröffentlichung fällt in eine Phase umfassender Veränderungen in der Linux-Welt. Manjaro Linux brachte am 10. Juli den ersten Release-Kandidaten für Version 26.1 „Bian-May“ – aktuell noch mit GNOME 50, Linux-Kernel 7.1.3 und Plasma 6.6.6. Das Projekt, mittlerweile als Community-geführter Non-Profit-Verein organisiert, beendet zudem den Support für NVIDIAs Pascal-Generation.

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Mit dem Support-Ende von Collabora Online 23.05 wird der Umstieg auf eine moderne Office-Lösung unter Linux dringend. GNOME 51 bringt mit Stamp einen vielversprechenden neuen E-Mail-Client. Unser Tutorial führt Sie durch Installation und erste Schritte – damit Sie keine Zeit verlieren. Tutorial: Stamp installieren & nutzen

Im Ubuntu-Kosmos erreichte Version 25.10 am 9. Juli 2026 das Ende ihres Lebenszyklus. Nutzer werden zu Ubuntu 26.04 LTS geführt, das GNOME 50 in einer Wayland-only-Konfiguration bietet. Spannend: Ubuntu 26.10 soll den altgedienten dbus-daemon durch dbus-broker ersetzen – ein Schritt zu effizienterer Systemkommunikation.

Auch andere Desktop-Umgebungen treiben die Wayland-Integration voran. Cinnamon 6.8, erwartet mit Linux Mint 24 im Dezember 2026, wird Wayland vom Experimentierstadium zum voll unterstützten Modus befördern – X11 bleibt als Option erhalten. Und System76 arbeitet weiter an seinem Rust-basierten COSMIC-Desktop. Version 1.2, veröffentlicht am 1. Juli 2026, entfernte die letzten C-Abhängigkeiten und führte eine „Frosted Glass“-Ästhetik für Pop!_OS 24.04 LTS ein.