Die digitale Vertriebsplattform GOG plant eine weitreichende Erweiterung ihres Software-Angebots für Nutzer von Open-Source-Betriebssystemen. Wie Krzysztof Papliński, Co-CEO von GOG, bestätigte, befindet sich eine native Linux-Anwendung für den Client GOG Galaxy derzeit in der Entwicklung. Damit reagiert das Unternehmen auf eine der am häufigsten geäußerten Forderungen innerhalb seiner Community.
Strategische Priorität und personelle Aufstockung
Laut Aussagen von Papliński hat die Unterstützung von Linux innerhalb der strategischen Planung von GOG mittlerweile eine hohe Priorität eingenommen. Um die technische Umsetzung des Projekts voranzitreiben, habe das Unternehmen bereits einen spezialisierten Linux-Experten eingestellt. Dieser Schritt unterstreicht die Absicht des Betreibers, über bloße Kompatibilitätsschichten hinauszugehen und eine direkt auf das Betriebssystem zugeschnittene Lösung anzubieten.
Trotz der Bestätigung der laufenden Arbeiten dämpfte die Unternehmensführung die Erwartungen an eine zeitnahe Veröffentlichung. Der Co-CEO betonte, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder konkrete Pläne noch einen festen Zeitplan für den Release der Software gebe. Papliński bezeichnete das Vorhaben als ein signifikantes Unterfangen, was auf die Komplexität der Portierung und die Integration der bestehenden Infrastruktur hindeutet.
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Hoher Bedarf in der Spielergemeinschaft
Die Entscheidung zur Entwicklung eines eigenen Clients folgt auf einen massiven Druck aus der Nutzerschaft. Auf einer offiziellen Wunschliste auf GOG.com, in der Kunden über künftige Funktionen abstimmen können, erhielt der Ruf nach einem Linux-Client insgesamt 43.079 Stimmen. In den Diskussionsforen und Kommentarbereichen der Plattform verdeutlichten Anwender zudem den Bedarf an einer breiten Unterstützung verschiedener Linux-Distributionen. Namentlich wurden dabei insbesondere Systeme wie Mint, Fedora und Arch genannt.
GOG Galaxy fungiert als zentrale Verwaltungssoftware, die darauf ausgelegt ist, verschiedene Spielebibliotheken — unter anderem auch jene von Konkurrenzplattformen wie Steam — an einem Ort zu vereinen. Zu den für Nutzer wesentlichen Funktionen gehören neben der Installation und Aktualisierung von Spielen auch die Synchronisation von Cloud-Speicherständen sowie das Tracking der individuellen Spielzeit.
Aktuelle Übergangslösungen für Linux-Nutzer
Bisher sind Linux-Anwender bei der Nutzung von GOG-Titeln auf Workarounds angewiesen. Da ein offizieller Client fehlte, griffen Spieler in den vergangenen Jahren vermehrt auf Open-Source-Tools von Drittanbietern zurück. Zu den am häufigsten genutzten Lösungen zählen hierbei Programme wie Lutris oder der Heroic Games Launcher. Zudem wird häufig die von Valve entwickelte Kompatibilitätsschicht Proton genutzt, um Windows-basierte Spiele auf Linux-Systemen ausführbar zu machen.
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Mit der Entwicklung einer nativen Anwendung strebt GOG an, diese Brückenlösungen durch ein offizielles Produkt zu ersetzen, das eine stabilere Integration der plattformspezifischen Dienste gewährleisten soll. Angesichts der Einstufung als signifikantes Projekt bleibt jedoch abzuwarten, wann erste Testversionen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

