In einer weitreichenden Umstellung seiner Strategie für digitale Assistenten wird Google den bisherigen Google Assistant auf zentralen Plattformen vollständig durch die KI-Anwendung Gemini ersetzen.
Ab dem 4. September 2026 soll der Google Assistant auf Smartphones, Wear OS und in der Anwendung Android Auto eingestellt werden. Diese Entscheidung markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung von Googles Ökosystem, wobei das Unternehmen verstärkt auf generative künstliche Intelligenz setzt.
Wie aus Branchenkreisen hervorgeht, ist ein Zurückwechseln zum ursprünglichen Assistant nach dem entsprechenden Update nicht mehr möglich. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Umstellung: In Fahrzeugen mit fest installiertem Betriebssystem (Google built-in), auf Smart-Home-Geräten sowie beim Pixel Tablet, sofern es sich im Dock befindet, bleibt der Google Assistant vorerst bestehen.
Skalierung und technologische Weiterentwicklung
Die Umstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Gemini-App laut Angaben von Google bereits eine Marke von über einer Milliarde monatlichen Nutzern überschritten hat.
Interessant ist dabei die Art der Nutzung: Rund 63 Prozent der Aktivitäten entfallen auf die Sprachsteuerung, was die Relevanz als direkter Assistant-Ersatz unterstreicht. Zudem generiere die Anwendung täglich etwa 150 Millionen Bilder und sei inzwischen mit mehr als 40 verschiedenen Apps verknüpft.
Parallel zur Plattform-Umstellung treibt der Konzern die Leistungsfähigkeit seiner Modelle voran. Ende August wurde Gemini 3.7 Flash als Nachfolger der Version 3.6 vorgestellt.
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Die technologischen Fortschritte zeigen sich insbesondere in Coding-Benchmarks: Im Test FrontierCode 1.1 stieg der Wert von zuvor 34,4 Prozent auf 43,6 Prozent, während bei DeepSWE v1.1 eine Steigerung von 49 Prozent auf 65,3 Prozent erzielt wurde.
Für Entwickler gelten bis zum Jahresende Einführungspreise von 0,75 US-Dollar pro einer Million Input-Tokens sowie 3,75 US-Dollar pro einer Million Output-Tokens.
Hardware-Anforderungen und funktionale Erweiterungen
Der Wechsel zu Gemini bringt jedoch signifikante Anforderungen an die Hardware mit sich, was die Kluft zwischen verschiedenen Geräteklassen vergrößern könnte.
Für die Funktion „Gemini Intelligence“, die komplexe, mehrstufige Aufgaben über verschiedene Apps hinweg automatisiert, sind laut technischen Spezifikationen mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie ein aktueller Flaggschiff-Prozessor erforderlich.
Zu den ersten unterstützten Geräten gehören die Samsung-Modelle Galaxy S26, Galaxy Z Fold8 und Flip8 sowie das Pixel 10. Mittelklasse-Smartphones bleiben von diesen erweiterten Funktionen vorerst ausgeschlossen.
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Für Nutzer der Pixel-Serie ab dem Modell 6 steht mit Android 17 zudem die Funktion „Device Help“ zur Verfügung. Diese ermöglicht es, Systemeinstellungen über einfache Textbefehle anzupassen.
Ein Ingenieur des Unternehmens deutete zudem an, dass diese Funktion, die derzeit noch als experimentelles Labs-Feature geführt wird, künftig auch auf Android-Geräte anderer Hersteller ausgeweitet werden könnte. Ein konkreter Zeitrahmen hierfür wurde jedoch nicht genannt.
Herausforderungen bei der Integration im Fahrzeug
Trotz der technologischen Offensive wird der Wechsel insbesondere im Bereich Android Auto kritisch begleitet. Seit der schrittweisen Einführung von Gemini in Fahrzeugen im Frühjahr berichten einige Fahrer über eine geringere Zuverlässigkeit im Vergleich zum Vorgängersystem.
Demnach seien häufig wiederholte Befehle notwendig, was laut Kritikern zu einer höheren kognitiven Belastung führen könne. Während Google argumentiert, dass der konversationsbasierte Stil der KI die Ablenkung reduziere, sehen Anwender in der fehlerbehafteten Umsetzung ein potenzielles Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr.
Zusätzlich zur mobilen Integration rollt Google derzeit den „Gemini Canvas“-Modus für Nutzer in den USA aus. Dieser Modus ist auf kollaborative Aufgaben und medienübergreifende Verarbeitung ausgelegt und bietet Abonnenten der Pro- und Ultra-Versionen Zugriff auf das Gemini-3-Modell mit einem Kontextfenster von einer Million Token.

