Google Cloud-CEO Thomas Kurian hat angekündigt, dass das Unternehmen seine neuesten KI-Modelle künftig direkt in Indien hosten wird. Die Entscheidung soll strengen Datenschutzanforderungen Rechnung tragen – sämtliche Datenverarbeitung und KI-Workloads bleiben damit innerhalb des Landes.
Indien entwickelt sich damit zunehmend zu einem strategischen Knotenpunkt für Google Cloud. Der Konzern, der derzeit eine jährliche Umsatzrate von knapp 80 Milliarden Dollar erzielt, baut ein eigenes Ingenieurszentrum in Indien auf. Zudem prüft das Unternehmen die Möglichkeit, KI-Server vor Ort zu fertigen.
Milliarden-Investition in digitale Infrastruktur
Die Lokalisierung der KI-Modelle, darunter die Gemini-Serie, ist Teil eines mehrjährigen Investitionsplans für Googles digitale Infrastruktur in der Region. Kurian kündigte an, dass das Unternehmen über das bereits laufende Großprojekt in Andhra Pradesh hinaus weitere KI-Rechenzentren errichten will.
Bereits im Oktober 2025 hatte Alphabet eine Investition von 15 Milliarden Dollar angekündigt: ein 1-Gigawatt-Rechenzentrum und KI-Hub in Visakhapatnam. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt soll rund 188.000 Arbeitsplätze schaffen. Allein diese Zusage machte einen erheblichen Teil der ausländischen Direktinvestitionen Indiens im Jahr 2025 aus – und trug zu einem sprunghaften Anstieg der Neuinvestitionen bei, zu dem auch andere globale Technologiekonzerne beitrugen.
Unternehmen fordern leistungsfähigere KI-Infrastruktur
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Der Vorstoß für lokale Infrastruktur kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach spezialisierten KI-Funktionen rasant steigt. Ein Google-Cloud-Bericht vom Juli 2026, basierend auf einer Umfrage unter 1.400 leitenden IT-Verantwortlichen, zeigt: 83 Prozent der Unternehmen halten ihre aktuelle Infrastruktur für nicht ausreichend, um sogenannte „agentische KI“ effektiv zu unterstützen.
Die Studie offenbart weitere Hürden: 62 Prozent der Unternehmen kämpfen mit einer „Inferenz-Steuer“, während 81 Prozent die operative Komplexität als größtes Hindernis nennen. Dennoch zeichnet sich ein klarer Konsolidierungstrend ab: 78 Prozent der IT-Entscheider beziehen ihre generativen KI-Tools inzwischen von ihrem primären Cloud-Anbieter – ein Anstieg um 30 Prozentpunkte gegenüber 2025. Und 91 Prozent der Befragten berücksichtigen inzwischen die Energieeffizienz bei der Hardware-Auswahl. Ein klares Zeichen für die wachsende Sorge um die Umweltbilanz großer KI-Operationen.
Indiens Rechenzentren boomen
Die gesamte Rechenzentrumslandschaft in Indien wächst rasant. Die nationale Betriebskapazität lag Ende 2025 bei knapp 1,4 Gigawatt. Branchenanalysten erwarten, dass dieser Wert im Laufe des Jahres 2026 die Marke von zwei Gigawatt überschreiten wird.
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Mumbai hält mit 41 Prozent den größten Anteil am nationalen Markt, gefolgt von Chennai (23 Prozent) und der Region Delhi-National Capital Region (14 Prozent). Zwar dominieren weiterhin die großen Metropolen, doch auch in Städten der zweiten und dritten Reihe tut sich zunehmend etwas. Ermöglicht wird diese Expansion durch jährliche Investitionen zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar – getrieben vom Bedarf an latenzarmen Edge-Lösungen und hybriden Multi-Cloud-Umgebungen.

