Google Cloud Agent Compute Engine: Neue Plattform für autonome KI-Agenten

Die neue Plattform verbindet isolierte Rechenumgebungen mit Governance-Werkzeugen; eine Kundenvorschau ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

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Auf der Fachkonferenz AGNTCon+MCPCon in San Jose hat Google Cloud die Agent Compute Engine vorgestellt. Der neue Compute-Dienst ist speziell für den Betrieb autonomer KI-Agenten konzipiert und nutzt bereits Gemini-Modelle zur Ausführung von Arbeitsaufgaben.

Eine Vorschauversion für Google-Cloud-Kunden soll in den kommenden Monaten noch im laufenden Jahr bereitgestellt werden. Das übergeordnete Ziel des Anbieters besteht darin, perspektivisch jedem Gemini-Nutzer einen persönlichen Agenten in der Cloud zur Verfügung zu stellen.

MicroVM-Architektur für Rechenisolation und Tempo

Die Plattform setzt auf hardware-isolierte MicroVM-Sandboxes, die von Titanium-IPU-Bausteinen unterstützt werden. Das System kombiniert das Sicherheitsniveau traditioneller virtueller Maschinen mit den kurzen Start- und Ausführungszeiten von Containern.

Google Cloud nutzt dafür eine Zero-Secrets-Architektur, bei der ausschließlich kurzlebige SPIFFE-Zertifikate eingesetzt werden. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch dm-verity für die Host-Integrität, mTLS-Verschlüsselung, verschlüsselte Snapshots, eigene persistente Hyperdisk-Speicher sowie die Vermeidung direkter VPC-Zugriffe über virtio-vsock.

Das System unterscheidet vier primäre Einsatzbereiche: interaktive Agenten für Verbraucher und Unternehmen, autonome Arbeitsbereiche für das Software-Engineering, großangelegte Modell-Evaluierungen inklusive Bestärkendem Lernen sowie Backend-Sandboxes für interne Google-Dienste.

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Hohe Dichte und Open-Source-Fundament

Für die Skalierung stellt Google Cloud das Agent Substrate auf Basis der Kubernetes Engine (GKE) als Open-Source-Lösung bereit. Nach Angaben des Unternehmens erreicht diese Schicht eine bis zu zehnmal höhere Rechendichte im Vergleich zu traditionellen Compute-Umgebungen. In einem Benchmark mit 200.000 Agenten verarbeitete das Substrat 500 Aktivierungen pro Sekunde, wobei die Latenz beim Pausieren und Wiederaufnehmen unter 500 Millisekunden lag.

Flankierend führte Google Cloud mehrere Governance-Komponenten ein, darunter das Agent Gateway, eine Agent Registry, Identitätsmanagement über SPIFFE sowie Observability-Funktionen auf Basis von OpenTelemetry. Diese Kontrollinstrumente sollen neben GKE auch auf Cloud Run, der Agent Runtime sowie in On-Premises-Umgebungen und auf Client-Endgeräten zur Verfügung stehen.

Im Rahmen des Agent Gateway bindet der Netzwerk- und Sicherheitsspezialist F5 zusätzliche Schutzmechanismen direkt in den Datenpfad ein. Die Prüfroutinen analysieren Interaktionen in Echtzeit, um Risiken wie Prompt-Injection, die Übernahme von Modellen, unautorisierte API-Aufrufe sowie den Abfluss sensibler Geschäftsdaten oder personenbezogener Daten abzuwehren.

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Einheitlicher Unterbau für Enterprise und Suche

Die Einführung ordnet sich in die übergeordnete Plattformstrategie des Konzerns ein. Wie Google-CEO Sundar Pichai darlegte, baut das Unternehmen an einer gemeinsamen Agenten-Infrastruktur, die auf denselben Gemini-Modellen für Unternehmensanwendungen und die Verbrauchersuche aufsetzt.

Eine einheitliche Agentenschicht soll Konversationen, Suchanfragen und die Ausführung komplexer Aufgaben bündeln, ohne die Produkte organisatorisch zu verschmelzen. Für den Antrieb dieser Infrastruktur sind neue Argon-Gemini-Modelle vorgesehen, die schrittweise für Ultra- und Pro-Abonnenten starten sollen.

Am Kapitalmarkt richtet sich das Augenmerk laut Marktbeobachtern vor allem auf die künftige Investitionsintensität und den Zeitplan für die Monetarisierung der neuen Dienste. Entscheidend für die geschäftliche Bewertung wird sein, ob Google Cloud mit der Plattform lediglich funktionale Parität zum Wettbewerb herstellt oder zusätzliche, margenstarke Umsatzströme im Unternehmenskundengeschäft erschließen kann.