Google rüstet seine Foto-App mit zahlreichen Neuerungen aus – und holt dabei Funktionen zurück, die Nutzer nach dem letzten Redesign vermisst hatten. Die Aktualisierung auf Version 7.85 für Android und die entsprechenden iOS-Updates rollen seit Ende Juli 2026 aus. Im Mittelpunkt stehen mehr Kontrolle über die Optik der App sowie optimierte KI-Workflows.
Mehr Gestaltungsfreiheit in der Bibliothek
Ein zentrales Anliegen der aktuellen Aktualisierung ist es, Nutzern mehr Einfluss auf die Darstellung ihrer Medienbibliothek zu geben. Shimrit Ben-Yair, Vice President und General Manager bei Google, kündigte an, dass die Plattform nun erlaubt, bestimmte Oberflächen-Animationen und Zeitachsen-Details zu deaktivieren.
In den Einstellungen unter „Präferenzen“ lässt sich nun etwa der schimmernde Animationseffekt auf Stickern abschalten. Zusätzlich gibt es eine neue Option, um Datumsangaben im Foto-Raster auszublenden – eine Reaktion auf Beschwerden über eine überladene Zeitansicht. Die Änderungen gehen einher mit der schrittweisen Einführung der Designsprache Material 3 Expressive, die ein überarbeitetes Einstellungsmenü und eine neue, schwebende pillenförmige Bottom-Bar auf Android-Geräten mit sich bringt. Letztere ersetzt die bisher fest verankerte Navigationsleiste.
Rückkehr bewährter Bearbeitungswerkzeuge
Nach der Kritik am großen Redesign aus dem Jahr 2025 holt Google nun mehrere Funktionen zurück. Die Auto-Trim-Funktion ist wieder im Quick-Fix-Menü zu finden und ermöglicht automatische Video-Anpassungen, die zuvor nicht verfügbar waren.
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Darüber hinaus vereinfacht das Update das Extrahieren hochwertiger Einzelbilder aus Videos. Ein neuer Button „Als Foto speichern“ wurde speziell für Videoframes ergänzt und bietet eine direktere Methode, um Standbilder innerhalb der App zu erfassen. Diese Wiederherstellungen zielen darauf ab, die Lücken zu schließen, die Langzeitnutzer nach der grundlegenden Oberflächen-Überarbeitung beklagt hatten.
KI-Integration und neue Aufnahmefunktionen
Das Update erweitert zudem die Integration von Googles generativer KI. Ein neuer schwebender Kamera-Button wurde in die Werkzeuge Photo Remix und Photo to Video integriert. Diese Verknüpfung erlaubt es, neue Bilder direkt in KI-Vorlagen aufzunehmen; die Fotos werden automatisch gespeichert und in der Bibliothek des Nutzers gesichert.
Die Photo-to-Video-Funktion nutzt das Modell Veo 2, um sechssekündige Videoclips zu erzeugen. Für Transparenz bei KI-generierten Inhalten sorgen die SynthID-Wasserzeichen. Diese Funktionen gelten derzeit als experimentell und können Nutzungsbeschränkungen unterliegen. Bestimmte erweiterte Videofunktionen sind den Abonnements AI Plus, Pro oder Ultra vorbehalten.
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Plattform-Angleichung und Medienorganisation
Google arbeitet außerdem daran, die Funktionen zwischen den mobilen Betriebssystemen anzugleichen. Am 31. Juli 2026 erhielten Android-Nutzer Zugriff auf einen eigenen Sticker-Ordner im Collections-Tab. Diese Funktion, die das Speichern und Wiederverwenden eigener Sticker ermöglicht, kam auf Android rund sechs Monate nach ihrer Einführung auf iOS.
Zudem rollt Google neue Highlight-Videos-Vorlagen aus und ergänzt die Optionen Artistic Style und Fill im Create-Menü. Während viele dieser Funktionen breit verfügbar sind, bleibt die Einführung schrittweise. Einige Oberflächenänderungen wie die schwebende Bottom-Bar sind möglicherweise noch nicht auf allen kompatiblen Geräten sichtbar.

