Google stellt die Architektur seiner individuellen KI-Assistenten neu auf. Das Unternehmen ersetzt das bisherige Konzept der Gemini Gems schrittweise durch sogenannte Skills und benennt parallel seinen Hintergrund-Agenten Spark in Task um. Die Umstellung begann im September und markiert eine Abkehr von isolierten Assistenten hin zu flexiblen, direkt im Chat einsetzbaren Funktionsbausteinen.
Skills basieren auf wiederverwendbaren Anweisungen im SKILL.md-Format und lassen sich innerhalb normaler Konversationen frei miteinander kombinieren. Sie legen feste Präferenzen für wiederkehrende Aufgaben, die gewünschte Tonalität oder das Antwortformat fest. Während die bisherigen Gems als eigenständige Assistenten auslaufen, überführt Google verbleibende Gems automatisch in Entwürfe für Skills.
Die zugrundeliegende Begriffslogik gliedert sich künftig in drei Bereiche: Task steht für das Ziel, Skill für die methodische Anweisung und Schedule für den Ausführungszeitpunkt. Allerdings sind Skills noch nicht mit sämtlichen Systemfunktionen kompatibel, darunter Deep Research und Canvas.
Gestaffelter Übergang bis Mitte 2027
Der Zeitplan für die Migration verläuft nach Kontotypen gestaffelt. Für persönliche Konten soll der Wechsel bis November 2026 abgeschlossen sein. Konten aus den Bereichen Business und Enterprise folgen bis März 2027, während für den Bildungsbereich Education ein Umstieg nicht vor Juni 2027 vorgesehen ist.
Eingebettet sind die Neuerungen in eine zentrale Verwaltungsoberfläche. Am 21. Oktober kündigte Google den Customize-Hub an, der verbundene Anwendungen, Berechtigungsprüfungen und Skills an einem Ort im linken Navigationsmenü zusammenfasst.
Wer KI-Systeme professionell im Unternehmen einsetzt, muss nicht nur die Technik beherrschen, sondern auch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen kennen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Risikoklassen der aktuellen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Ein gestaffelter weltweiter Rollout dieses Bereichs für Web, Android, iOS, Windows und macOS begann bereits am 13. Oktober über alle Nutzertarife inklusive Workspace hinweg mit einem Sichtbarkeitsfenster von bis zu 15 Tagen. Neben konzerneigenen Diensten wie Google Fotos, YouTube und Gemini Notebook umfasst der Hub über 40 externe Schnittstellen, darunter GitHub, Shopify und Dropbox.
Für Administratoren in Google Workspace erfolgt die Freigabe und Verwaltung der Integrationen zentral über die Admin-Konsole. Die meisten externen Verknüpfungen starten zunächst auf Englisch in den USA, ausgewählte Dienste stehen zudem in weiteren englischsprachigen Gebieten sowie in Brasilien und Indien bereit.
Neuer Business Hub für Markenführung und Marketing
Ergänzend zu den Anpassungen an der Kernplattform stellte Google am 20. Oktober den Gemini Business Hub vor, dessen weltweiter Rollout gestaffelt für alle Nutzer der Gemini-App erfolgt. Die Funktion speichert das visuelle Erscheinungsbild einer Marke – inklusive Schriftarten, Farbcodes und Marken-Kits –, sodass Dateien nicht für jede Marketingaufgabe neu hochgeladen werden müssen.
Für die Bildgenerierung nutzt das System das Modell Nano Banana 2.1, um markenkonforme Inhalte zu erstellen. Zudem ermöglicht das System die Neugestaltung von Websites per URL-Eingabe und bindet neben Diensten wie Google Ads, Google Business Profile und Google Workspace auch Drittanbieter wie Adobe, Canva, Wix, Zoho und Xero ein.
Die neuen KI-Regeln stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen bei der rechtssicheren Dokumentation ihrer Prozesse. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche Pflichten Unternehmen beim Einsatz von KI-Systemen jetzt konkret erfüllen müssen, um empfindliche Strafen zu vermeiden. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act sichern
Integrierte Finanzwerkzeuge bereiten Tabellen oder Kaufbelege in Grafiken und interaktive Modelle auf. Google schränkt dabei ein, dass generierte Berechnungen nicht automatisch korrekt sind; eine unabhängige Prüfung der Genauigkeit liegt nicht vor. Laut Vishnu Sivaji, Senior Director für die Gemini-App, verwenden bereits zig Millionen Kleinunternehmer die Plattform.
Als Anwendungsbeispiele nennt das Unternehmen unter anderem den US-Betrieb Burger & Butcher sowie das Keramikstudio Bleu Clémentine in Bordeaux, das durch den Einsatz täglich zwei bis drei Stunden einspare. Größere Organisationen verweist Google weiterhin auf die eigenständigen Tarife Gemini Business und Gemini Enterprise.

