Google Maps: KI-Assistent plant bald Ihre Reisen

Das neue Feature 'Ask Maps' ermöglicht die Reiseplanung per Konversation und startet zunächst als begrenzter Test. Es markiert einen strategischen Wandel der App vom reinen Navigations- zum umfassenden Planungstool.

Google Maps wird zum persönlichen Reiseberater. Ein experimentelles Feature namens „Ask Maps“ integriert die hauseigene KI Gemini direkt in die Karten-App und ermöglicht die Reiseplanung per Konversation. Eine Analyse des App-Codes zeigt: Der Rollout für erste Nutzer steht unmittelbar bevor.

Vom Navigations- zum Planungstool

Die neue Funktion markiert einen strategischen Wandel. Google Maps soll nicht mehr nur den Weg von A nach B weisen, sondern komplette Ausflüge und Aktivitäten entwerfen. Nutzer können in natürlicher Sprache komplexe Wünsche äußern – etwa: „Plan mir eine gemütliche Bar-Tour durch Berlin-Mitte mit Live-Musik und veganen Snacks.“ Die KI durchforstet dann die Daten von über 250 Millionen Orten in Echtzeit und schlägt eine maßgeschneiderte Route vor.

Dieser Schritt ist Teil von Googles Masterplan, generative KI in alle Kernprodukte einzubauen. „Ask Maps“ soll die Lücke zwischen vager Idee und konkretem Plan schließen, für die Nutzer bisher oft mehrere Apps und Websites konsultieren mussten.

So funktioniert der KI-Reiseassistent

Ein neuer Button auf der Hauptkarte öffnet ein Chat-Fenster. Hier kann der Dialog mit der KI beginnen. Das System versteht Kontext und Folgeaufforderungen. Auf die erste Anfrage nach einem „kreativen Date-Night“-Programm könnte man einfach nachschieben: „Und bitte mit Restaurant, das spät geöffnet hat.“ Die KI passt die Vorschläge dynamisch an, ohne dass die Suche von Neuem startet.

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Seit dem Inkrafttreten neuer EU‑Regeln zur Künstlichen Intelligenz drohen Unternehmen und Entwickler Bußgelder, wenn KI‑Systeme nicht korrekt klassifiziert und dokumentiert werden. Gerade Integrationen wie Googles „Ask Maps“ zeigen, wie schnell Anbieter Kennzeichnungs‑ und Transparenzpflichten betreffen können. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt verständlich Risikoklassen, Kennzeichnungspflichten und notwendige Dokumentation — praxisnah für Entwickler und Produktverantwortliche. Kostenlosen KI‑Verordnungs-Leitfaden herunterladen

Die Empfehlungen speisen sich aus der gewaltigen Google-Maps-Datenbank, angereichert mit aktuellen Geschäftszeiten, Bewertungen und Fotos. Die Qualität dieser Daten wird für lokale Betriebe entscheidend. Nur wer sein Google Business-Profil aktuell und ansprechend pflegt, hat gute Chancen, in den KI-generierten Plänen aufzutauchen.

Rollout: Erst langsam, dann vielleicht alles

Google geht behutsam vor. Der Code der App-Version 26.07.01 verrät: „Ask Maps“ startet als begrenzter, opt-in Test. In den Einstellungen wird ein Bereich „Neue Funktionen testen“ erscheinen, über den sich Freiwillige melden können. Die Plätze sind jedoch streng kontingentiert.

Das Unternehmen will zunächst Feedback einer kleinen Nutzergruppe sammeln, bevor es an einen breiten Release denkt. Diese Strategie ist typisch für Google, um KI-Features in der realen Welt zu kalibrieren und Fehlentscheidungen der KI zu minimieren.

Die Evolution der KI in der Kartographie

„Ask Maps“ ist kein isoliertes Experiment. Seit Ende 2025 hat Google bereits den klassischen Google Assistant während der Navigation durch Gemini ersetzt. Autofahrer oder Radfahrer können so kontextbezogene Fragen stellen, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.

Zudem baut das neue Feature auf früheren Tests auf. Bereits 2024 experimentierte Google in den USA mit Sprachmodellen, um Nutzern neue Orte vorzuschlagen. „Ask Maps“ ist die logische, weitaus tiefere Integration dieser Idee – nun angetrieben von den leistungsfähigeren Gemini-Modellen.

Was bedeutet das für Nutzer und Konkurrenz?

Für Nutzer könnte Google Maps zum alles entscheidenden Hub für die gesamte Reise werden – von der Inspiration bis zur Ankunft. Die Grenzen zwischen Suche, Bewertungsportalen und Reiseblogs verschwimmen. Google bindet die Nutzer länger in seiner eigenen Ökosphäre.

Für Wettbewerber wie Tripadvisor oder kleinere Reise-Planungs-Apps ist das eine klare Herausforderung. Die Messlatte für nutzerfreundliche, intuitive Planungstools liegt ab sofort deutlich höher. Die Frage ist: Wann ziehen andere Tech-Riesen wie Apple mit vergleichbaren Features für Apple Maps nach?

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