Die Videokonferenzplattform Google Meet führt eine direkte Sprachübersetzung in Echtzeit ein, die 63 Sprachen unterstützt. Da das System nicht an vordefinierte Sprachpaare gebunden ist, lassen sich die unterstützten Sprachen frei miteinander kombinieren, was 3.906 mögliche Übersetzungsrichtungen ergibt.
Der Dienst setzt dabei auf ein verbindliches Zustimmungsmodell: Eine Übersetzung von Wortbeiträgen erfolgt ausschließlich mit der ausdrücklichen Bestätigung jedes einzelnen Konferenzteilnehmers. Verweigert eine Person die Zustimmung, bleibt ihre Tonspur unübersetzt.
Funktionsweise und technische Basis
Grundlage der Neuerung ist das Modell Gemini 3.5 Live Translate, das über eine integrierte automatische Spracherkennung auf den Betriebssystemen Android und iOS sowie in der Web-Version verfügt. Begleitende Untertitel lassen sich in Einzel- und Gruppengesprächen individuell zuschalten und erscheinen in der jeweiligen Vorzugssprache der einzelnen Teilnehmenden.
Die Aktivierung geschieht über das Google-Translate-Symbol in der Bedienleiste. Sobald die Funktion aktiv ist, wird die Original-Tonspur automatisch gedämpft, während die übersetzte Audiofassung mit einer Verzögerung von ein bis zwei Sekunden eingespielt wird.
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Technisch imitiert das System die Stimmcharakteristik des ursprünglichen Sprechers und passt sich laufenden Sprecherwechseln an, wobei in Übergangsphasen vereinzelt noch kleine Fehler auftreten können. Zu den 63 integrierten Sprachen gehören unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch, Amharisch, Arabisch, Hebräisch, Persisch, Russisch und Koreanisch.
Zeitliche Nutzungsbeschränkungen je nach Tarif
Die Echtzeit-Übersetzung erfordert eine Lizenz für Google AI Pro oder Ultra beziehungsweise ein Unternehmenskonto der Stufen Google Workspace Business oder Enterprise.
Die verfügbare Sitzungsdauer ist dabei an das gewählte Kontomodell gebunden: In den Basisplänen gilt ein Limit von 90 Minuten pro Meeting. Ausgedehntere Konferenzen erfordern höhere Stufen; Kunden mit AI Ultra sowie den Zugängen AI Expanded Access oder Ultra Access können die Übersetzungsfunktion für eine Dauer von bis zu acht Stunden pro Sitzung verwenden.
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Rollout-Zeitplan und funktionale Grenzen
Die Verteilung der Funktion begann für Domänen im Rapid-Release-Kanal am 22. Oktober 2026. Für Umgebungen mit Scheduled Release startete die Freischaltung am 2. November 2026. Die Sichtbarkeit für sämtliche berechtigten Nutzer ist bis etwa zum 17. November 2026 vorgesehen, womit die weltweite Bereitstellung Mitte November 2026 abgeschlossen sein soll.
In bestimmten Meeting-Konstellationen steht die Übersetzungstechnologie nicht zur Verfügung. Dies betrifft Aufzeichnungen und Livestreams sowie Konferenzen mit clientseitiger Verschlüsselung.
Ausgeschlossen sind ferner Telefon-Einwahlen, externe Drittsysteme und Verbindungen mit adaptivem Audio. Neben der Übersetzung stellt Google Meet automatisierte Notizen sowie Aktionspunkte über Gemini bereit und ergänzt diese um kurze Übersichten zu getroffenen Entscheidungen und Folgeschritten.

