Der Technologiekonzern Google weitet den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Bürokommunikation signifikant aus. Wie das Unternehmen im Rahmen aktueller Aktualisierungen mitteilte, wird die Gemini-gestützte Funktion „Take notes for me“ ab sofort für Präsenzmeetings bereitgestellt.
Der Rollout der Erweiterung begann für Android-Nutzer bereits am 11. August 2026. Die Implementierung für webbasierte Anwendungen erfolgt seit dem 14. August 2026, während die Unterstützung für iOS-Geräte ab dem 31. August 2026 vorgesehen ist.
Automatisierte Protokollierung und Workspace-Integration
Die neue Funktion zielt darauf ab, die manuelle Protokollierung in Besprechungen zu ersetzen. Gemini erstellt während des Meetings eine Zusammenfassung, definiert Aktionspunkte und fertigt ein vollständiges Transkript an. Diese Daten werden automatisch in einem Google Doc aufbereitet und im Cloud-Speicherdienst Drive gesichert. Nach Abschluss der Sitzung erhalten die Teilnehmer die Notizen zudem per E-Mail.
Der Dienst richtet sich primär an professionelle Anwender. Voraussetzung für die Nutzung ist ein berechtigtes Google Workspace-Konto oder ein spezielles Google-AI-Abonnement, wie etwa die kostenpflichtigen Pläne AI Pro oder AI Ultra. Für eine optimale Ergebnisqualität empfiehlt der Anbieter eine Mindestdauer der Meetings von 15 Minuten.
In der aktuellen Ausbaustufe unterstützt das System acht Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch, wobei jeweils nur eine Sprache pro Sitzung verarbeitet werden kann.
Erweiterung der KI-Infrastruktur und neue Preismodelle
Parallel zur Funktionserweiterung in Google Meet treibt der Konzern die zugrundeliegende Infrastruktur voran. Mit der Veröffentlichung von Gemini 3.7 Flash setzt Google neue Preispunkte im Bereich der Sprachmodelle. Die Kosten belaufen sich auf 0,75 US-Dollar pro Million Input-Tokens sowie 3,75 US-Dollar pro Million Output-Tokens. Bis zum Jahresende wird dieses Modell damit um 50 Prozent günstiger angeboten als die Vorgängerversion 3.6 Flash.
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Zusätzlich führt Google im Rahmen der Gemini-Erweiterungen „Sheets Canvas“ ein, ein Werkzeug für interaktive Datenansichten. Auch im Gesundheitssektor zeichnet sich eine stärkere KI-Integration ab: Eine Partnerschaft mit Abbott ermöglicht künftig die Einbindung von Glukosedaten direkt in die Google Health App.
Marktumfeld: Hardware-Lösungen für mobile KI-Transkription
Der Trend zur KI-gestützten Meeting-Begleitung zeigt sich auch bei Hardware-Herstellern, die spezialisierte Endgeräte auf den Markt bringen. Das Unternehmen Tecno kündigte für den indischen Markt die Pova AI Buds Pro an, die ab dem 22. August 2026 über Plattformen wie Amazon India vertrieben werden sollen.
Zum Preis von 14.999 Rupien bieten diese Kopfhörer Echtzeit-Transkriptionen und Zusammenfassungen in 78 Sprachen sowie einen internen Speicher für bis zu vier Stunden Aufnahmezeit.
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Ein ähnliches Konzept verfolgt viaim mit den RecDot AI-Earbuds. Zum Preis von 199,99 US-Dollar integriert das Gerät Funktionen wie Aktionspunkte und die Erstellung von Mindmaps aus Gesprächen. Auch der chinesische Hersteller 1MORE ist mit den AiClip S52 in dieses Segment eingestiegen. Die für 698 Yuan (ca. 103 US-Dollar) erhältlichen Clip-on-Earbuds nutzen für Transkriptionen Modelle wie DeepSeek oder Tencent Hunyuan.
Bereits seit längerer Zeit beobachten Branchenanalysten entsprechende Entwicklungen im Cloud-Sektor. So startete Alibaba Cloud bereits im Juni 2023 den öffentlichen Betatest von „Tongyi Tingwu“, einer Anwendung, die Audio- und Videodateien transkribiert, Sprecher extrahiert und eine Integration in Dienste wie DingTalk bietet.
Die aktuelle Ausweitung von Google Meet unterstreicht nun den Bestreben der großen Plattformbetreiber, diese Funktionen nativ in ihre bestehenden Produktivitäts-Suites zu integrieren.

