Google Meet: SIP-Integration ab sofort für Millionen Nutzer

Google verbindet Meet-Hardware mit SIP-Systemen via Pexip-Gateway. Unternehmen mit gemischten Konferenzlösungen profitieren von mehr Flexibilität.

Google erweitert seine Videokonferenz-Plattform um die Anbindung an SIP-basierte Systeme – ein Schritt mit Signalwirkung für Unternehmen.

Seit dem 6. Juli 2026 rollt Google die Integration aus, die Meet-Hardware mit SIP-Videokonferenzen verbindet. Möglich macht dies eine Interoperabilitäts-Gateway von Pexip. Für viele Unternehmen dürfte das eine lang ersehnte Neuerung sein – schließlich nutzen zahlreiche Organisationen noch immer SIP-basierte Infrastrukturen.

Was die Integration konkret bietet

Die neue Funktion erlaubt es Google Meet Hardware-Kits – sowohl auf Android als auch auf ChromeOS –, an SIP-Meetings teilzunehmen. Das erleichtert die standortübergreifende Zusammenarbeit in Unternehmen mit gemischten Konferenzsystemen erheblich. Ein praktisches Detail: Die Hardware unterstützt jetzt DTMF-Töne (Dual-Tone Multi-Frequency). Nutzer können also automatische Ansagesysteme bedienen oder Meeting-Pins direkt über das Hardware-Interface eingeben – kein umständliches Umsteigen aufs Smartphone mehr.

Administratoren haben dabei die volle Kontrolle. Die SIP-Auswahlfunktion lässt sich auf Domain-, Organisations- oder Gruppenebene ein- oder ausschalten. Ein Wermutstropfen: Wer die Integration nutzen will, braucht ein separates Abo bei Pexip. Die Funktion steht Google Workspace-Kunden zwar ab sofort zur Verfügung, aber die zusätzliche Kostenfrage sollten Unternehmen vorab klären.

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Mehr Flexibilität bei der Identitätsverwaltung

Parallel zur Hardware-Integration hat Google auch das Identitätsmanagement ausgebaut. Die Plattform unterstützt jetzt mehrere SAML-basierte Identity Provider (IdP) – bis zu 100 verschiedene Profile sind möglich. Diese lassen sich bestimmten Organisationseinheiten oder Gruppen zuweisen. Gerade für große Konzerne oder öffentliche Einrichtungen mit komplexen Nutzerverzeichnissen dürfte das eine echte Erleichterung sein.

Die SAML-Mehrfach-IdP-Unterstützung ist bereits allgemein verfügbar. Für später im Jahr 2026 hat Google zudem die Unterstützung von OpenID Connect (OIDC) angekündigt – ein weiterer Schritt in Richtung moderner Authentifizierungsstandards.

Neue Funktionen für Mobilgeräte und Produktivität

Die SIP-Integration ist nicht die einzige Neuerung der letzten Wochen. Seit Ende Juni 2026 hat Google mehrere mobile Features nachgereicht:

  • Delegierter Gmail-Zugriff: Seit dem 30. Juni können Bevollmächtigte über die Gmail-App auf Android und iOS E-Mails im Namen anderer Nutzer verwalten, lesen und verfassen. Pro Konto sind bis zu 1.000 Delegierte möglich – ein deutliches Zeichen, dass Google auf die Bedürfnisse großer Organisationen eingeht.
  • KI-Übersichten in Drive: Seit dem 26. Juni rollen KI-gestützte Zusammenfassungen in der Google Drive-Mobil-App aus. Verfügbar für verschiedene Business- und Enterprise-Tarife.
  • 3D-Visualisierung in Sheets: Google Sheets kann jetzt 3D-Balkendiagramme importieren – bisher wurden sie beim Import auf 2D reduziert. Die Funktion erreichte am 1. Juli die Rapid-Release-Phase, der breitere Rollout startet am 13. Juli 2026.
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Ausblick: Gemini 3.5 und Android 17

Diese Updates fallen zeitlich mit der Ankündigung von Gemini 3.5 zusammen. Das KI-Modell bietet Echtzeit-Sprachübersetzung in zwölf Sprachen. Die Integration in Workspace-Umgebungen ist für das dritte Quartal 2026 geplant – pünktlich nach dem erwarteten Release von Android 17 im August. Ob Google damit den nächsten großen Schritt in der KI-gestützten Zusammenarbeit macht? Die Zeichen stehen gut.