Google Messages: Neue KI-Antworten mit Tap to Draft ab Juli

Google Messages erhält mit „Tap to Draft“ editierbare KI-Antwortvorschläge. Die Neuerung kommt pünktlich zur Einstellung von Samsung Messages in den USA.

Google rüstet seinen Messaging-Dienst mit einer intelligenteren KI-Antwortfunktion auf. Die Neuerung kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt.

Der Suchmaschinenkonzern hat die Smart Replies in Google Messages grundlegend überarbeitet. Die neue Funktion namens „Tap to Draft“ legt KI-generierte Antwortvorschläge direkt im Texteingabefeld ab. Anders als zuvor wird die Nachricht nicht mehr sofort versendet – Nutzer können den Vorschlag vor dem Absenden prüfen und bearbeiten.

Das klingt nach einer kleinen Änderung, ist aber ein großer Schritt. Bislang führte das Antippen eines Antwortvorschlags oft zum sofortigen Versand. Wer also eine KI-generierte Nachricht noch anpassen wollte, musste umständlich korrigieren. „Tap to Draft“ schafft dieses Problem aus der Welt.

KI-Verarbeitung bleibt auf dem Gerät

Die Antwortvorschläge werden lokal auf dem Smartphone berechnet. Das bedeutet: Keine Nachricht verlässt das Gerät für die KI-Analyse. Datenschützer dürfte diese Nachricht freuen – Googles Ansatz stellt sicher, dass selbst heikle Konversationen privat bleiben.

Branchenbeobachter sehen in dem Update eine direkte Reaktion auf Nutzerfeedback. Automatisierte Antworten waren oft zu allgemein oder trafen nicht den richtigen Ton. Mit der neuen Editierfunktion wird aus der Einheitsantwort ein individuell angepasster Text.

Milliardengrab für Samsung-Nutzer

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist kein Zufall. Bereits Anfang der Woche wurde bekannt, dass Samsung Messages in den USA eingestellt wird. Zwischen dem 6. und 8. Juli 2026 soll der Dienst für Galaxy-Nutzer vom Netz gehen.

Samsung drängt seine Kunden aktiv zu Google Messages – für SMS, MMS und den modernen RCS-Standard. Außerhalb der USA bleibt Samsung Messages zwar verfügbar, der amerikanische Markt aber ist der entscheidende. Millionen Android-Nutzer wechseln damit zwangsläufig zu Googles Messaging-Plattform.

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Für Google ist das ein Glücksfall. Die KI-Funktionen wie „Tap to Draft“ werden so zum Standard-Erlebnis für eine riesige Nutzerbasis. Wer ohnehin wechseln muss, soll möglichst schnell die Vorzüge der Google-Plattform zu schätzen lernen.

KI-Offensive auf ganzer Linie

Die Smart-Replies-Überarbeitung ist nur ein Mosaikstein in Googles KI-Strategie. Ende Juni und Anfang Juli startete das Unternehmen mehrere Tests parallel:

Gmail Live: Seit dem 30. Juni gibt es eine Beta-Version für Android und iOS – allerdings nur für Abonnenten der teuren KI-Tarife „AI Pro“ und „Ultra“. Die Funktion erlaubt sprachgesteuerte E-Mail-Suchen und Echtzeit-Transkription.

Keep Live: Zeitgleich begann der Test für einen schwebenden Aktionsbutton in Google Keep. Nutzer können damit Notizen per Sprachbefehl erstellen.

Android Halo: Am 1. Juli wurden Details zu einem neuen Bereich in der Android-Statusleiste bekannt. „Halo“ soll Nutzern den Zugriff auf verschiedene KI-Agenten ermöglichen – ohne lästiges App-Hopping. Erste Implementierungen könnten bereits im August mit neuen Hardware-Veröffentlichungen kommen.

Android 17 bereitet den Boden

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Die technische Grundlage für diese KI-Offensive liefert das aktuelle Betriebssystem. Am 1. Juli veröffentlichte Google Android 17 QPR1 Beta 6 – und erreichte damit den Meilenstein „Platform Stability“. Der Build CP31.260618.005 bringt zahlreiche Systemkorrekturen für die Pixel-6-Serie und neuere Geräte, unter anderem für die Mehrsprachenauswahl und die Quick Settings.

Android 17 wird voraussichtlich die „Halo“-Funktionalität in der Statusleiste unterstützen. Das ermöglicht Echtzeit-Updates und Schnellantworten für Gemini-Chats und andere KI-Tools. Die Infrastruktur ist damit bereit für eine neue Ära der KI-gestützten Kommunikation – direkt im Betriebssystem verankert, nicht nur als nachträgliche App-Funktion.