Die britische Wettbewerbsbehörde will Google zwingen, Verlagen ein Opt-out aus KI-generierten Suchergebnissen zu ermöglichen. Die Maßnahme soll verhindern, dass KI-Zusammenfassungen den Traffic auf Nachrichtenseiten abwürgen.
Die Competition and Markets Authority (CMA) hat heute einen wegweisenden Vorschlag vorgelegt. Demnach müsste der Tech-Riese Website-Betreibern erlauben, ihre Inhalte von der Verwendung in den sogenannten AI Overviews auszuschließen. Diese Funktion fasst Suchanfragen direkt auf der Ergebnisseite zusammen – und macht so oft den Klick auf die Originalquelle überflüssig. Für Verlage, die von Werbeeinnahmen durch Seitenaufrufe leben, ist das eine existenzielle Bedrohung.
Rettungsanker für Verlage
Der Kern des Problems: Bisher standen Verlage vor einer unmöglichen Wahl. Entweder sie lassen ihre Inhalte für Googles KI auswerten oder sie verschwinden komplett aus den Suchergebnissen. Ein Opt-out nur für die KI gab es nicht. Die neuen „Verhaltensanforderungen“ der CMA würden diese Kopplung aufheben. Verlage könnten sich gegen die Nutzung ihrer Inhalte für AI Overviews und das KI-Training entscheiden, ohne in den klassischen Rankings bestraft zu werden.
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„Die Maßnahme zielt darauf ab, das Machtungleichgewicht zwischen Plattformen und denen, die sie mit Inhalten füllen, zu korrigieren“, so ein CMA-Sprecher. Die Behörde fordert zudem eine klare Kennzeichnung genutzter Quellen in den KI-Zusammenfassungen.
Neue scharfe Waffe gegen Tech-Giganten
Die Initiative ist eine der ersten großen Aktionen unter dem neuen Digital Markets, Competition and Consumers Act (DMCCA), der 2025 in Kraft trat. Im Oktober 2025 hatte die CMA Google für seinen Suchdienst den Status eines „strategischen Marktteilnehmers“ zuerkannt. Diese Einstufung erlaubt der Behörde nun, maßgeschneiderte Regeln durchzusetzen.
Das Paket geht über das KI-Opt-out hinaus. Um Googles Marktanteil von über 90 Prozent in Großbritannien zu brechen, schlägt die CMA Auswahlbildschirme für Suchmaschinen auf Android-Geräten und im Chrome-Browser vor. Zudem soll das Ranking von Suchergebnissen transparenter werden.
Globale Signalwirkung erwartet
Der Vorstoß aus London wird international aufmerksam verfolgt. Während die EU mit ihrem Digital Markets Act breiter reguliert, testet Großbritannien mit dieser gezielten Intervention ein neues Modell. Es könnte zum Vorbild für andere Länder werden, die den Einfluss von Generativer KI auf die Medienwirtschaft eindämmen wollen.
Die Konsultationsphase läuft bis zum 25. Februar 2026. Google hat bereits reagiert und erklärt, man prüfe bereits, Website-Betreibern „granularere Kontrollen“ über die Nutzung ihrer Inhalte für KI-Features zu geben. Das Unternehmen betont, dass AI Overviews die Suche verbessern und Nutzern helfen würden, neue Inhalte zu entdecken.
Die endgültige Entscheidung der CMA wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Sie könnte nicht nur das Überleben vieler Verlage sichern, sondern auch den Startschuss für eine neue Ära tech-regulatorischer Eingriffe markieren.
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