Google-Patent: Mini-Sensor soll Blutdruck in Smartwatches schätzen

Googles Patent beschreibt einen elektrischen Sensor, der Blutdruckwerte über Pulswellen schätzen soll. Ein marktreifes Gerät ist bislang nicht bestätigt.

Der Technologiekonzern Google treibt die Entwicklung medizinischer Sensoren für tragbare Elektronik voran. Wie aus Unterlagen des US-Patent- und Markenamts (USPTO) hervorgeht, hat das Unternehmen ein Patent für einen miniaturisierten Sensor zur sogenannten Impedanz-Plethysmografie (IPG) veröffentlicht.

Diese Technologie soll künftig in Smartwatches, am Finger getragenen Geräten oder anderer kompakter Elektronik zum Einsatz kommen, um Vitaldaten präziser als bisherige Lösungen zu erfassen.

Funktionsweise der Impedanz-Plethysmografie

Der Kern der Neuentwicklung liegt in der Integration spezieller Fingerelektroden in die Hardware. Das technische Konzept sieht vor, dass diese Elektroden ein schwaches elektrisches Signal durch das menschliche Gewebe leiten. Während dieses Vorgangs misst das System die auftretenden Impedanzänderungen im Körper.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema der digitalen Gesundheitsüberwachung befasst, sollte auch das Risiko unbemerkter Herz-Kreislauf-Probleme kennen. Ein renommierter Medizinprofessor erklärt in diesem Ratgeber, wie Bluthochdruck zum Risiko wird und wie man ihn natürlich regulieren kann. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung kostenlos herunterladen

Diese Messwerte dienen dazu, sogenannte Pulswellen zu identifizieren. Auf Basis dieser Wellenbewegungen kann die Software den Blutdruck schätzen oder einen entsprechenden Blutdruck-Proxy ermitteln.

Im Gegensatz zur weit verbreiteten optischen Herzfrequenzmessung, die auf Lichtreflexionen basiert, nutzt das nun patentierte Verfahren elektrische Widerstände, was potenziell neue Möglichkeiten für die Genauigkeit von Gesundheitsdaten an mobilen Endgeräten eröffnet.

Fokus auf unterschiedliche Wearable-Formfaktoren

Die Patentanmeldung beschreibt die Anwendung des IPG-Sensors explizit für verschiedene Gerätetypen. Neben der klassischen Smartwatch am Handgelenk rücken dabei zunehmend Fingergeräte in den Fokus. Die Miniaturisierung der Sensorik ist eine Grundvoraussetzung, um komplexe Messverfahren wie die Blutdruckschätzung in die begrenzten Gehäusemaße von Smart Rings oder schmalen Armbändern zu integrieren.

Anzeige

Während neue Technologien die Messung von Vitalwerten vereinfachen, bleibt die richtige Interpretation der eigenen Daten oft eine Herausforderung. Dieser kostenlose 25-seitige Report hilft dabei, die wichtigsten Laborwerte selbst zu verstehen und die eigene Gesundheit aktiv zu schützen. Laborwerte-Selbstcheck jetzt gratis sichern

Bereits im August des laufenden Jahres wurde ein weiteres Patent von Google bekannt, das sich ebenfalls mit der Erfassung des Blutdrucks befasst. In jenem Dokument wurde eine aufblasbare Fingermanschette skizziert, die mit Drucksensoren sowie optischen Sensoren ausgestattet ist. Während das im August beschriebene Modell eher auf mechanischen Druck setzt, konzentriert sich das aktuelle Konzept auf die rein elektrische Messung mittels Impedanz.

Einordnung und Marktpotenzial

Die Erfassung des Blutdrucks gilt in der Branche der Gesundheits-Wearables als eines der wichtigsten Entwicklungsziele. Bisherige Lösungen, die ohne eine klassische Oberarmmanschette auskommen, gelten oft als technisch anspruchsvoll und erfordern in vielen Fällen eine regelmäßige manuelle Kalibrierung.

Die Erforschung von Alternativen wie der Impedanz-Plethysmografie verdeutlicht das Bestreben der Hersteller, medizinische Überwachungsfunktionen diskret in den Alltag der Nutzer zu integrieren.

Obwohl die Veröffentlichung der Patente das Interesse von Google an dieser Technologie belegt, bleibt die Umsetzung in marktreife Produkte vorerst offen. Aus den Unterlagen des USPTO geht keine Bestätigung für ein konkretes Endgerät hervor.

In der Technologiebranche ist es üblich, eine Vielzahl an Forschungsansätzen patentrechtlich abzusichern, ohne dass jedes Konzept unmittelbar zu einer Produkteinführung führt. Dennoch markiert die Beschreibung des miniaturisierten IPG-Sensors einen deutlichen Fortschritt in der Konzeption künftiger Gesundheitsfunktionen für Wearables.