Google Photos: KI macht aus Fotos maßgeschneiderte Videos

Google Photos erweitert seine KI-Funktionen mit Veo 3, das Nutzern präzise Animationen von Fotos über Textbefehle ermöglicht und den Markt für mobile Videobearbeitung herausfordert.

Google Photos setzt mit Veo 3 auf kreative Kontrolle: Nutzer steuern per Texteingabe, wie ihre Erinnerungen zum Leben erwachen. Die neuen KI-Tools könnten den Markt für mobile Videobearbeitung aufmischen.

Die Grenze zwischen Foto und Video verschwimmt. Google Photos hat diese Woche ein umfangreiches KI-Update ausgerollt, das Nutzern erstmals präzise Kontrolle über die Animation ihrer Standbilder gibt. Kern der Neuerung sind benutzerdefinierte Text-zu-Video-Prompts und ein neuer „Me Meme“-Generator. Angetrieben vom hauseigenen Veo 3-Modell, wandelt die App die passive Fotogalerie in ein aktives Kreativstudio um.

Präzise Steuerung durch Textbefehle

Die wichtigste Neuerung ist die Möglichkeit, der KI genaue Anweisungen zu geben. Statt sich auf vorgefertigte Effekte wie „Sanfte Bewegung“ zu beschränken, können Nutzer nun detaillierte Prompts eingeben. „Lass die Wolken langsam nach rechts ziehen“ oder „Die Katze soll mit dem Schwanz wedeln“ – solche Befehle interpretiert die KI und animiert gezielt Elemente des Originalfotos. Das schafft vorhersehbare Ergebnisse und erfüllt eine häufige Nutzerforderung.

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Die Funktion baut auf dem seit Mitte 2025 verfügbaren „Foto-zu-Video“-Tool auf. Die neue Eingabemaske bietet auch Vorschläge für Prompts, die dann individuell angepasst werden können. So entsteht der gewünschte visuelle Effekt ohne Umwege über komplexe Schnittsoftware.

Memes und Sound aus der KI-Fabrik

Parallel dazu startete der „Me Meme“-Generator. Dieses Tool zielt speziell auf die Social-Media-Nutzung ab und verwandelt persönliche Fotos mit wenigen Klicks in meme-taugliche Inhalte. Gesichtserkennung und Kontextanalyse schlagen dabei humorvolle Overlays und Animationen vor. Die Hürde für unterhaltsame, shareable Inhalte sinkt damit deutlich.

Ein weiterer großer Schritt ist die automatische Audio-Generierung. Videos, die aus Text-Prompts entstehen, erhalten nun standardmäßig eine KI-generierte Tonuntermalung. Ein Stadtvideo bekommt ambienten Verkehrslärm, ein Waldbild das Rauschen eines Baches. Diese native Integration von Bild und Ton schafft ein immersiveres Erlebnis als die stummen Loops der Vorgängerversion.

Veo 3: Die Technik hinter den Effekten

Die neuen Fähigkeiten basieren auf Googles Generative-Video-Modell Veo 3, das seit September 2025 in Photos integriert ist. Analysten sehen in Veo 3 einen deutlichen Sprung beim Verständnis von Physik, Licht und Objektpermanenz. Das Ergebnis: Komplexe Animationen wie eine wehende Fahne wirken natürlich und gehorchen physikalischen Gesetzen.

Zum Umgang mit Deepfakes und Desinformation betont Google, dass alle so erstellten Videos unsichtbar mit SynthID-Wasserzeichen gekennzeichnet sind. Diese digitale Signatur hilft Plattformen, KI-generierte Inhalte zu identifizieren und für Transparenz zu sorgen.

Verfügbarkeit und Bezahlmodelle

Das Update rollt derzeit für Nutzer in den USA auf Android und iOS aus. Erreichbar sind die Features über den „Erstellen“-Tab in der Google Photos App. Google verfolgt ein Freemium-Modell: Grundfunktionen stehen allen zur Verfügung, jedoch mit einem täglichen Limit für Video-Generierungen.

Höhere Volumen bieten die kostenpflichtigen Abos „AI Pro“ und „AI Ultra“. Dieser Ansatz folgt dem Branchentrend, fortgeschrittene KI-Funktionen zu monetarisieren, während Kernfeatures frei verfügbar bleiben.

Konkurrenz für CapCut und Co.

Das Update macht Google Photos zum ernstzunehmenden Konkurrenten für eigenständige Bearbeitungs-Apps wie CapCut oder InShot. Indem Google anspruchsvolle KI-Tools direkt in die Cloud-Bibliothek integriert, wo die Nutzer ihre Erinnerungen ohnehin speichern, reduziert es die Hürde zwischen Aufnahme und fertigem Video.

Beobachter sehen in den Text-zu-Video-Prompts auf dem Smartphone einen Schritt zur Demokratisierung von Visuellen Effekten. Bisher benötigte man dafür oft Profi-Software. Künftige Updates von Veo 3 könnten längere Videos und noch komplexere narrative Kontrolle bringen. Die Grenze zwischen Erinnerungsbewahrung und Content-Erstellung wird immer fließender. Der Erfolg von „Me Meme“ auf Social Media zeigt: Der Appetit auf KI-gestützte persönliche Medien wächst rasant.

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