Google rüstet den Play Store mit einem KI-gestützten Assistenten auf. Die neue „Ask Play“-Funktion soll die App-Suche grundlegend verändern.
Mit dem Juni-Update 2026 führt Google eine der größten Veränderungen in der Geschichte des Play Stores ein. Im Zentrum steht „Ask Play“ – ein conversationales KI-Tool, das Nutzerfragen in natürlicher Sprache beantwortet und personalisierte App-Empfehlungen gibt. Der Rollout begann Anfang dieser Woche.
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Wie die neue App-Suche funktioniert
Die Funktion ist direkt in die Suchleiste integriert. Ein Klick auf den „Ask Play“-Button öffnet einen Vollbild-Chat, in dem Nutzer Fragen stellen können wie: „Welche App eignet sich am besten zum Notizenmachen mit Handschrifterkennung?“ oder „Gibt es eine gute kostenlose Alternative zu Photoshop?“
Ergänzt wird das Angebot durch „Ask Play Highlights“ – eine Streaming-Funktion, die Echtzeit-Antworten liefert. Branchenkreisen zufolge beantworten die KI-Systeme rund 95 Prozent aller Nutzeranfragen korrekt.
Parallel dazu erhält die Gemini-App die Fähigkeit, Apps direkt zu empfehlen und zu installieren. Damit verabschiedet sich Google endgültig von der reinen Stichwortsuche und setzt auf eine KI-gesteuerte Entdeckungsebene.
Play Shorts: Kurzvideos für Entwickler
Für App-Entwickler bringt das Update ebenfalls Neuerungen. In den USA startet im Juni „Play Shorts“ – kurze Videoclips, die Apps präsentieren und die Nutzerbindung erhöhen sollen. Zudem können Entwickler ihre Metadaten künftig per CSV oder Google Sheets verwalten. Neue Reichweitenkennzahlen und Keyword-Vorschläge runden das Paket ab.
Sicherheitspaket: 124 Schwachstellen geschlossen
Neben den KI-Funktionen hat Google ein umfangreiches Sicherheitsupdate veröffentlicht. Der June 2026 Security Patch schließt 124 Sicherheitslücken in Android 14 bis 16.
Besonders kritisch: CVE-2025-48595, eine hochriskante Privilegienausweitung, die bereits in begrenztem Umfang ausgenutzt wurde. Ebenfalls geschlossen wurde CVE-2025-65018 – eine „No-Click“-Schwachstelle, die eine Fernausführung von Code ohne Nutzerinteraktion ermöglicht hätte. Für diesen Fehler gibt es bislang keine bestätigten Angriffe.
Die Play Protect-Funktion wurde zudem verschärft: Sie führt nun zusätzliche Prüfungen bei nicht verifizierten Apps durch.
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Weitere Neuerungen im Überblick
- Credential Exchange (v26.21): Ein neuer Standard für den Import und Export von Passwörtern und Passkeys.
- Find Hub: Die Geräteortung wird jetzt direkt beim ersten Einrichten des Smartphones integriert.
- Quick Share: Neue Kompatibilität mit Apples AirDrop – auf Geräten von Samsung, Xiaomi, OnePlus, OPPO, Vivo, Honor und Googles Pixel-Reihe.
- Fake Call Detection: Eine Sicherheitsfunktion in der Telefon-App, die betrügerische Anrufe erkennt.
Gemini Go: KI für Einsteiger-Smartphones
Anfang Juni startete Google in Kenia „Gemini Go“ – eine abgespeckte Version des KI-Assistenten für Android (Go edition). Die Software läuft auf Geräten mit mindestens 2 GB RAM und ersetzt den bisherigen Assistant Go. Nutzer von Marken wie itel, Tecno und Infinix können damit Anrufe, Nachrichten, Alarme und Navigation per Sprachbefehl steuern.
Weitere regionale Neuerungen: Google Photos bekommt in den USA, Indien und Brasilien eine „Wardrobe“-Funktion, und Google Play Books führt Bucheinsichten für ausgewählte englische Titel ein.
KI-Investitionen auf Rekordniveau
Die Expansion der KI-Funktionen folgt auf eine Phase massiver Investitionen. Google gab im April 2026 bekannt, dass 75 Prozent des neuen Codes bereits von KI generiert werden. Um die hauseigenen Coding-Tools weiter zu verbessern, kauft der Konzern Berichten zufolge Zugriff auf privaten App-Code von Play-Store-Entwicklern.
Die Strategie zahlt sich aus: Alphabets Suchgeschäft wuchs im letzten Quartal um 19 Prozent im Jahresvergleich, die Suchanfragen erreichten einen neuen Höchststand. Der Search AI Mode bedient monatlich eine Milliarde aktive Nutzer, AI Overviews sogar 2,5 Milliarden. Um das Wachstum zu finanzieren, kündigte das Unternehmen eine Kapitalerhöhung über 80 Milliarden Euro an – die Investitionsausgaben für das laufende Jahr werden auf 165 bis 175 Milliarden Euro beziffert.

