Ab März markiert Google Apps mit hohem Stromverbrauch im Play Store. Die neuen Warn-Labels sollen Nutzer vor dem Download auf mögliche Akkufresser hinweisen. Entwickler müssen ihre Anwendungen jetzt optimieren, um Sichtbarkeitsverluste zu vermeiden.
Rote Karte für ineffiziente Apps
Die sichtbarste Änderung trifft Nutzer direkt auf der App-Detailseite. Google wird betroffene Programme mit einem deutlichen Hinweis kennzeichnen: „Diese App kann aufgrund hoher Hintergrundaktivität mehr Akku verbrauchen als erwartet.“ Bisher versteckten sich solche Informationen tief in den Systemeinstellungen.
Parallel drohen den betroffenen Apps harte Konsequenzen im Store. Sie werden aus redaktionellen Empfehlungen und Top-Listen entfernt. Das könnte ihre organische Reichweite und Download-Zahlen drastisch reduzieren.
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Strikte Grenzwerte für Hintergrundaktivität
Kern der neuen Maßnahme ist die Überwachung sogenannter „Partial Wake Locks“. Diese Funktion erlaubt Apps, den Prozessor auch bei ausgeschaltetem Bildschirm aktiv zu halten – für Musikstreaming oder Datensync.
Die neuen Richtlinien setzen klare Limits:
* Eine App gilt als problematisch, wenn sie über 24 Stunden mehr als zwei Stunden lang nicht notwendige Wake Locks hält.
* Greifen tut die Regel, wenn dieser Wert in über 5 Prozent aller Nutzersitzungen innerhalb von 28 Tagen überschritten wird.
Ausnahmen gelten nur für Apps, bei denen Dauerbetrieb zur Kernfunktion gehört, wie bei Navigations- oder Musik-Streaming-Diensten.
Kooperation mit Samsung für realistische Tests
Die neuen Metriken entwickelte Google in Zusammenarbeit mit Samsung. Ziel war es, realistische Nutzungsszenarien auf einer breiten Gerätepalette abzubilden. Seit Ende 2025 können Entwickler in der „Android Vitals“-Konsole bereits prüfen, ob ihre Apps die Grenzwerte reißen.
Diese Kooperation ist ein starkes Signal. Sie soll die Fragmentierung bei der Android-Energieverwaltung eindämmen. Bisher griffen viele Hersteller zu aggressiven eigenen „App-Killern“, was oft Benachrichtigungen beeinträchtigte. Der standardisierte Play-Store-Ansatz packt das Problem nun an der Wurzel: der App-Qualität.
Qualitätsoffensive mit System
Die Batterie-Warnhinweise sind Teil einer größeren Qualitätsoffensive. Ähnlich wie bei Warnungen für Apps mit hohen Absturzraten nutzt Google seine Marktmacht, um technische Standards durchzusetzen. Für die Branche bedeutet das erheblichen Anpassungsdruck.
Große Publisher werden ihre Apps rechtzeitig optimieren. Für kleinere Entwickler oder nicht mehr gepflegte „Abandonware“ könnte der März jedoch zum Sichtbarkeits-Killer werden. Die Botschaft ist klar: Wer im Play Store erfolgreich sein will, muss sparsam mit den Ressourcen der Nutzer umgehen.





